Wann aus einem Kessel eine Zentrale wird
Bis etwa 50 Kilowatt ist eine Heizung ein Gerät mit einem Speicher daneben. Darüber ändert sich die Bauform: Statt eines großen Erzeugers stehen mehrere kleinere nebeneinander, dazu eine hydraulische Weiche, ein Pufferspeicher, eine getrennte Warmwasserbereitung und eine Regelung, die das Ganze führt. Das ist eine Heizzentrale, und in Berlin steht sie in Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten und Quartieren.
Der Grund für die Aufteilung ist einfach und wird trotzdem oft übersehen. Ein Haus braucht an wenigen Tagen im Jahr die volle Leistung und die meiste Zeit einen Bruchteil davon. Ein großes Gerät läuft in dieser Zeit im Takt: anspringen, kurz heizen, abschalten, wieder anspringen. Das kostet Wirkungsgrad und Lebensdauer. Eine Kaskade schaltet stattdessen Geräte zu und ab und arbeitet dadurch fast immer in einem guten Betriebspunkt.
Der zweite Grund: ein Ausfall legt nicht das Haus lahm
In einem Mietshaus ist eine kalte Wohnung kein Komfortproblem, sondern ein Mangel. Fällt der einzige Kessel aus, steht das ganze Haus, und zwar so lange, bis ein Ersatzteil da ist. Fällt bei drei Geräten eines aus, tragen die beiden anderen weiter, meist ohne dass es jemand merkt. Der Betrieb bleibt, die Reparatur wird zum Termin statt zum Notfall.
Diese Redundanz gibt es nicht umsonst: Drei Geräte kosten mehr als eines und brauchen mehr Platz und mehr Anschlüsse. In einem Haus mit zwölf Wohnungen wiegt das der erste kalte Winterabend wieder auf.
Gas, Wärmepumpe oder beides
Gas-Brennwertkaskade. Der kompakte Weg: wenig Platz, geringe Anschlussleistung beim Strom, kurze Lieferzeiten. Sie bleibt zulässig, und für neu eingebaute Heizungen gelten die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Anteil erneuerbarer Energie nach den Fristen der Berliner Wärmeplanung. Was daraus für ein konkretes Objekt folgt, wird im Angebot benannt und nicht über den Daumen gepeilt.
Wärmepumpenkaskade. Mehrere Luft-Wasser-Geräte, meist auf dem Dach oder im Hof. Sie braucht Platz, einen tragfähigen Untergrund, einen Schallnachweis zur Nachbarbebauung und eine ausreichende elektrische Anschlussleistung. Dafür sind die laufenden Kosten niedriger, und für die Wärmepumpe gibt es eine Förderung der KfW, die nach heutigem Stand bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen kann; der Antrag für die Wärmepumpe muss vor dem Auftrag gestellt sein.
Beides zusammen. Die Wärmepumpe deckt die Grundlast über den größten Teil des Jahres, die Gaskaskade die wenigen sehr kalten Tage und, wo nötig, die Spitzen bei der Warmwasserbereitung. Das hält die elektrische Anschlussleistung klein und ist in Häusern mit hoher Vorlauftemperatur oft der einzige Weg, der ohne Umbau der Heizflächen auskommt.
Was zu einer Zentrale gehört
Die Erzeuger in Kaskade. Eine hydraulische Weiche, die den Erzeugerkreis vom Verteilkreis trennt. Ein Pufferspeicher, bei Wärmepumpen größer, weil er die Sperrzeiten des Netzbetreibers überbrückt. Die Warmwasserbereitung mit Speicher oder Frischwasserstation, Zirkulation und dem Nachweis für den Legionellenschutz. Eine witterungsgeführte Regelung mit Fernzugriff, damit eine Störung sichtbar wird, bevor das Telefon klingelt. Und eine Verteilung, die zu den Strängen im Haus passt, samt hydraulischem Abgleich.
Was es kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Gas-Brennwertkaskade, 60 bis 150 kW | 30.000 bis 80.000 € |
| Wärmepumpenkaskade, 60 bis 150 kW | 60.000 bis 140.000 € |
| Hybridzentrale aus Wärmepumpe und Gas | 55.000 bis 120.000 € |
| Pufferspeicher und hydraulische Weiche | 4.000 bis 14.000 € |
| Warmwasser: Speicher oder Frischwasserstation | 6.000 bis 18.000 € |
| Mobile Heizzentrale für die Bauzeit | 150 bis 400 € je Tag |
Erfahrungswerte für Berliner Objekte, keine Angebote. Größere Anlagen und Quartiersnetze rechnen wir einzeln. Der Festpreis steht nach dem kostenlosen Vor-Ort-Termin im Angebot, aufgeschlüsselt nach Gerät, Material und Arbeit.
Der Ablauf
Der Vor-Ort-Termin im Heizungskeller dauert eine bis zwei Stunden und kostet nichts. Wir nehmen die vorhandene Anlage auf, messen den Platz, sehen uns Schornstein oder möglichen Aufstellort der Außeneinheiten an, prüfen die Elektroverteilung und lesen die Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre mit. Daraus kommt die Heizlast, und aus der Heizlast die Aufteilung der Kaskade.
Danach folgt ein schriftliches Angebot mit Festpreis, in dem Instandsetzung und Modernisierung getrennt ausgewiesen sind. Vom Auftrag bis zum Baubeginn vergehen je nach Gerät, Förderantrag und Netzanmeldung acht bis sechzehn Wochen, die Arbeiten selbst dauern fünf bis zehn Tage. Wo eine Unterbrechung nicht hinnehmbar ist, stellen wir für die Bauzeit eine mobile Heizzentrale davor.
Gebaut wird in ganz Berlin und im näheren Umland, vom Mehrfamilienhaus bis zum Gewerbeobjekt.