Für wen ein Durchlauferhitzer passt, und für wen nicht
Ein elektronischer Durchlauferhitzer passt in Wohnungen und Häuser, in denen das Warmwasser dezentral bereitet wird und das auch so bleiben soll: die Wohnung mit Nachtspeicherheizung, in der es keine Heizungsanlage gibt, die Warmwasser liefern könnte; die Altbauwohnung, in der die Küche am anderen Ende des Flurs liegt und eine zentrale Leitung zu lange Wege hätte; das Gäste-WC im Einfamilienhaus, für das sich eine Zirkulationsleitung nicht lohnt. Er passt auch dort, wo ein hydraulisches Altgerät aus den 1990er Jahren hängt, dessen Temperatur beim Duschen springt.
Nicht passt er, wenn ohnehin eine Heizungsanlage erneuert wird. Wer eine Wärmepumpe oder einen Gas-Brennwertkessel bekommt, bereitet das Warmwasser günstiger zentral über einen Speicher; wie der Warmwasserspeicher dann in den Heizungstausch hineingeplant wird und welche Speichergrößen für vier Personen üblich sind, steht auf der Seite Pufferspeicher und Speicherlösungen. Auch bei mehreren Zapfstellen, die gleichzeitig laufen, stößt ein Durchlauferhitzer an seine Grenze: Zwei Duschen zur selben Zeit brauchen zwei Geräte oder eine zentrale Lösung. Wann sich die Zentralleitung gegenüber drei Wohnungsgeräten rechnet, haben wir unter Warmwasser zentral oder dezentral mit Zahlen für ein Berliner Haus durchgespielt.
Elektronisch oder hydraulisch
Das hydraulische Gerät ist die alte Bauart. Ein Druckschalter erkennt, ob Wasser fließt, und schaltet je nach Durchflussmenge eine oder zwei Heizstufen zu. Die Temperatur ergibt sich aus Leistung und Durchfluss: Dreht man den Hahn weiter auf, wird das Wasser kälter, dreht man ihn zu, wird es heißer, und im Winter, wenn das Kaltwasser mit 8 statt 15 Grad ankommt, reicht die Leistung oft nicht für eine warme Dusche. Wer die Temperatur an der Armatur mit Kaltwasser nachregelt, heizt Wasser auf, das er gleich wieder herunterkühlt.
Das elektronische Gerät misst Durchfluss, Einlauf- und Auslauftemperatur und regelt die Leistung stufenlos auf den eingestellten Wert, meist 38 bis 42 Grad zum Duschen und 55 Grad für die Küche. Es liefert diese Temperatur unabhängig davon, wie weit der Hahn offen ist, und begrenzt bei zu hohem Durchfluss die Menge, statt kalt zu werden. Weil kein Kaltwasser mehr zugemischt wird, spart es erfahrungsgemäß 20 bis 30 Prozent Strom gegenüber dem hydraulischen Gerät. Vollelektronische Geräte mit Blankdraht-Heizsystem sind zudem unempfindlicher gegen Kalk, was im Berliner Wasser mit 14 bis 20 Grad deutscher Härte ein Argument ist.
18, 21 oder 24 Kilowatt
Die Leistung bestimmt, wie viel warmes Wasser je Minute aus dem Gerät kommt. Bei einer Erwärmung von 10 auf 38 Grad liefern 18 Kilowatt erfahrungsgemäß rund 9 Liter je Minute, 21 Kilowatt rund 10,5 Liter und 24 Kilowatt rund 12 Liter. Eine Handbrause braucht 8 bis 10 Liter, eine Regenbrause 12 bis 15 Liter; für die Küche allein reichen 18 Kilowatt, für Dusche und Küche aus einem Gerät sind 21 Kilowatt der Regelfall, für die Regenbrause 24.
Für das Waschbecken im Gäste-WC gibt es Kleingeräte mit 3,5 bis 6,5 Kilowatt am normalen 230-Volt-Anschluss. Sie liefern zwei bis drei Liter je Minute, genug zum Händewaschen, und sitzen unter oder über dem Waschtisch. Zum Duschen sind sie nicht gedacht.
Der Drehstromanschluss
Ein Durchlauferhitzer ab 18 Kilowatt hängt am 400-Volt-Drehstromanschluss mit drei Phasen. 18 Kilowatt ziehen rund 26 Ampere je Phase, 21 Kilowatt rund 30 Ampere, 24 Kilowatt rund 35 Ampere. Dazu gehören eine Absicherung mit 32 Ampere für 18 und 21 Kilowatt und mit 40 Ampere für 24 Kilowatt sowie eine Leitung mit 4 beziehungsweise 6 Quadratmillimetern Querschnitt, je nach Länge und Verlegeart.
In vielen Wohnungen liegt schon eine Drehstromleitung zum alten Gerät, und der Tausch ist dann eine Sache von Stunden. Hängt das Altgerät an einer Leitung mit 2,5 Quadratmillimetern, an einer Aluminiumleitung aus DDR-Zeiten oder ohne Fehlerstromschutzschalter, muss die Zuleitung neu vom Zählerschrank gelegt werden. Geräte über 12 Kilowatt sind beim Netzbetreiber Stromnetz Berlin anzumelden; das übernehmen wir mit dem Einbau.
Ein Punkt, der im Einfamilienhaus wichtiger wird: Wer Wärmepumpe, Wallbox und Durchlauferhitzer am selben Hausanschluss betreibt, kommt mit den üblichen 3 mal 63 Ampere an die Grenze. Dann hilft ein Lastmanagement oder eben die zentrale Warmwasserbereitung über die Wärmepumpe, und das rechnen wir vor dem Angebot durch.
Gas-Durchlauferhitzer nur noch als Bestand
In Altbauwohnungen in Neukölln, Wedding oder Friedrichshain hängen noch Gas-Durchlauferhitzer aus den 1980er und 1990er Jahren, häufig in der Küche mit Abgasrohr zum Schornstein. Sie laufen, solange der Schornsteinfeger sie abnimmt, und sie dürfen weiter betrieben werden. Ein neues Gasgerät allein fürs Warmwasser bauen wir nach heutigem Stand nicht ein: Es ist nicht förderfähig, fällt unter die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes und braucht eine geprüfte Abgasführung, die in vielen Küchen nicht mehr den Regeln entspricht.
Zwei Wege bleiben. Der erste ist der elektronische Durchlauferhitzer, wenn Drehstrom in der Wohnung liegt oder gelegt werden kann. Der zweite ist die Kombitherme, wenn ohnehin eine Gasetagenheizung in der Wohnung hängt oder getauscht wird; sie übernimmt Heizung und Warmwasser aus einem Gerät und macht den zweiten Abgasweg überflüssig. Was so ein Thermentausch in der Etagenwohnung kostet und wie die ein bis zwei Tage ablaufen, beschreibt die Seite Gastherme. Was mit dem Anschluss des alten Gasgeräts geschieht, klären wir mit dem Schornsteinfeger.
Objekttypen in Berlin
Am häufigsten treffen wir Durchlauferhitzer in Westberliner Wohnhäusern der 1950er bis 1970er Jahre mit Nachtspeicherheizung: in Wedding, Moabit, Neukölln, Tempelhof und in den Zeilenbauten von Reinickendorf und Spandau. Dort gibt es keine Heizungsanlage, die Warmwasser liefern könnte, und der Drehstromanschluss liegt meist schon. Wer die Nachtspeicher ersetzt, entscheidet in diesem Zug, ob das Warmwasser dezentral bleibt; welche Heizung an die Stelle der Nachtspeicher treten kann und was das für den Hausanschluss heißt, haben wir unter Nachtspeicher ersetzen aufgeschrieben.
Der zweite Fall ist die Altbauwohnung in Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Charlottenburg, in der die Gastherme das Warmwasser für die Dusche liefert und die Küche am anderen Ende der Wohnung einen eigenen Durchlauferhitzer hat. Der dritte ist das Einfamilienhaus, in dem das Gäste-WC oder die Einliegerwohnung zu weit von der Heizungsanlage entfernt liegt.
In der Platte in Marzahn, Hellersdorf oder Hohenschönhausen und in den Großsiedlungen am Fernwärmenetz gibt es dagegen meist zentrales Warmwasser; ein Durchlauferhitzer ist dort die Ausnahme. Im Gewerbe kommen Durchlauferhitzer in Teeküchen, Praxen und Verkaufsräumen vor, wo eine Zentralleitung zu lange Wege hätte.
Was ein Durchlauferhitzer in Berlin kostet
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte, eingebaut und brutto, Stand September 2026. Ob Sie am unteren oder oberen Ende landen, entscheidet fast immer die Zuleitung, und die sehen wir uns am Zählerschrank an, bevor eine Zahl ins Angebot kommt.
| Leistung | Eingebaut, brutto | Bauzeit |
|---|---|---|
| Durchlauferhitzer elektronisch, Tausch 18–24 kW | 700–1.500 € | halber Tag |
| Klein-Durchlauferhitzer 3,5–6,5 kW fürs Waschbecken | 200–500 € | 2 Stunden |
| Neue Drehstromzuleitung vom Zählerschrank | 400–900 € | 1 Arbeitstag |
| Gastherme (Etagenheizung) Tausch 1:1 als Kombitherme | 4.500–8.500 € | 1–2 Arbeitstage |
Nach oben ziehen ein Gerät mit Funkfernbedienung oder Wunschtemperatur-Speicher, eine neue Zuleitung, ein fehlender Fehlerstromschutzschalter und die Demontage eines Gas-Altgeräts mit Verschluss der Gasleitung. Nach unten zieht ein Tausch an vorhandener Leitung mit passender Absicherung. Wer überlegt, statt des Geräts gleich die ganze Wärmeversorgung der Wohnung anzugehen, findet die Spannen für Therme, Kessel und Wärmepumpe unter Heizung Kosten zum Vergleich.
Was der Betrieb kostet
Ein Durchlauferhitzer verbraucht nur, während Wasser läuft, und hat keine Bereitschaftsverluste wie ein Speicher. Acht Minuten Duschen mit 21 Kilowatt sind erfahrungsgemäß 2,5 bis 3 Kilowattstunden, bei einem Strompreis um 35 Cent also rund ein Euro. Eine Person kommt im Jahr auf 500 bis 700 Kilowattstunden fürs Warmwasser, ein Vier-Personen-Haushalt auf 2.000 bis 2.800. Eine zentrale Warmwasserbereitung über eine Wärmepumpe braucht dafür etwa ein Drittel des Stroms, hat aber Speicher- und Leitungsverluste und kostet in der Anschaffung ein Vielfaches; in der Einzelwohnung bleibt der Durchlauferhitzer deshalb meist die wirtschaftliche Wahl.
Förderung, nach heutigem Stand
Durchlauferhitzer sind nicht förderfähig, weder über die Bundesförderung für effiziente Gebäude noch über den KfW-Zuschuss 458; dasselbe gilt für Gastherme und Gas-Brennwertkessel. Absetzbar ist der Lohnanteil der Rechnung nach § 35a EStG mit 20 Prozent bis 1.200 Euro im Jahr, wenn Sie die Wohnung selbst nutzen und per Überweisung zahlen. Den Lohnanteil weisen wir auf der Rechnung getrennt aus.
Anders liegt es, wenn der Durchlauferhitzer im Zuge eines Heizungstauschs durch zentrales Warmwasser aus einer Wärmepumpe ersetzt wird: Dann gehören Speicher und Leitungen zu den förderfähigen Kosten der Wärmepumpe. Für diesen Fall rechnen wir mit den Fördersätzen, die am Tag des Angebots gelten, weil sich die Quoten in den letzten Jahren mehrfach verschoben haben, und der Antrag geht vor der Unterschrift raus. Welche Boni sich bei der Wärmepumpe stapeln lassen, erklärt die Seite Heizungsförderung.
Ablauf in Arbeitstagen
Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin sehen wir uns das Altgerät, die Zuleitung, die Absicherung im Zählerschrank, den Wasserdruck und die Zapfstellen an, die das Gerät versorgen soll. Das Angebot kommt danach mit Gerätetyp, Kilowatt und, falls nötig, dem Posten für die neue Zuleitung; mehr als das steht später nicht auf der Rechnung. Die Geräte sind meist ab Lager lieferbar, und der Termin liegt erfahrungsgemäß innerhalb von ein bis zwei Wochen.
Der Tausch selbst ist ein halber Arbeitstag: Strom freischalten, Wasser absperren, Altgerät abklemmen und abnehmen, neues Gerät montieren, Wasser- und Drehstromanschluss herstellen, Gerät befüllen und entlüften, Temperatur einstellen, Funktion prüfen, einweisen. Warmwasser gibt es in dieser Zeit nicht, die Heizung läuft weiter. Muss die Zuleitung neu gelegt werden, kommt ein Arbeitstag dazu, und die Anmeldung beim Netzbetreiber läuft parallel. Was nach dem Einbau für Sie gilt, wenn das Gerät im zweiten Jahr tropft oder die Elektronik aussteigt, haben wir unter Gewährleistung zusammengefasst.
Worauf wir achten
Der häufigste Fehler ist ein Gerät, das zu klein für die Dusche ist: 18 Kilowatt an einer Regenbrause liefern lauwarmes Wasser, und niemand ist zufrieden. Der zweite ist der Tausch eines hydraulischen Geräts gegen ein hydraulisches, weil es 100 Euro günstiger war; die Temperatursprünge bleiben, der Mehrverbrauch auch. Der dritte ist der Anschluss an eine Leitung, die für die Leistung zu schwach ist, oder ohne Fehlerstromschutzschalter.
Wir messen den Wasserdruck, weil ein elektronisches Gerät mindestens 2 bar braucht, prüfen das Sieb im Kaltwassereingang, setzen bei hartem Wasser einen Filter und stellen die Temperatur so ein, dass an der Armatur kein Kaltwasser zugemischt werden muss. Bei Geräten mit Wunschtemperatur-Speicher legen wir Duschen und Küche als getrennte Werte an.
Fremdes Gerät, Hausanschluss, Zählerschrank: wer sonst zuständig ist
Wir tauschen Durchlauferhitzer und bauen neue ein, und für die Geräte, die wir selbst angeschlossen haben, sind wir auch später da. Hängt in Ihrer Wohnung ein Gerät von einem anderen Betrieb, das nur noch kalt liefert, ist der Betrieb von damals oder ein Elektro-Kundendienst zuständig; einen Notdienst, der am Sonntagabend kommt, haben wir nicht. Ist der Hausanschluss zu schwach für 24 Kilowatt, läuft die Verstärkung über Stromnetz Berlin, und ein kompletter Umbau des Zählerschranks mit neuen Zählerplätzen gehört zu einem Elektrobetrieb. Für die Stilllegung eines Gas-Durchlauferhitzers und den Abgasweg, der dann frei wird, bleibt der Schornsteinfeger im Boot.
Wo wir Durchlauferhitzer bauen
Gebaut wird in Neukölln, Tempelhof, Kreuzberg, Mitte mit Wedding und Moabit, Charlottenburg, Schöneberg, Reinickendorf und Spandau, ebenso in Friedrichshain und Prenzlauer Berg.
Was auf dem Typenschild Ihres Altgeräts steht
Wenn in Ihrer Wohnung in Wedding oder Moabit noch ein hydraulisches Gerät aus den 1990er Jahren hängt und die Dusche im Winter lauwarm bleibt, lesen Sie uns die Kilowatt vom Typenschild vor und sagen, welche Zapfstellen daran hängen; die passende Leistung lässt sich dann am Telefon eingrenzen. Werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018, sonst über das Formular unten auf der Seite, dann rufen wir zurück.
