Für welches Haus welches System
Die Antwort beginnt beim Wärmebedarf des Hauses, nicht beim Katalog. Ein gedämmtes Reihenhaus der 1990er Jahre braucht erfahrungsgemäß 6 bis 9 Kilowatt Heizlast und kommt mit 45 Grad Vorlauf aus; dort ist die Wärmepumpe die naheliegende Wahl. Ein ungedämmtes Siedlungshaus der 1930er Jahre liegt bei 12 bis 18 Kilowatt und braucht im Winter 60 bis 70 Grad; dort geht die Wärmepumpe nur mit größeren Heizkörpern, und Pellet oder ein Hybrid kommen ins Spiel.
Dazu kommt, was vor der Tür liegt. Mit Gasanschluss sind Gas-Brennwert und Hybrid möglich, ohne Gasanschluss bleiben Wärmepumpe und Pellet. Mit Öltank im Keller gibt es einen Lagerraum für Pellets. Mit einem großen Grundstück ist eine Erdsonde denkbar, im Reihenhaus praktisch nie. Und wer eine Photovoltaikanlage plant, holt aus der Wärmepumpe am meisten heraus. Beim Hybrid übernimmt eine kleine Wärmepumpe die meisten Stunden des Jahres und der Gaskessel nur die kältesten Tage; wie die beiden Geräte sich die Arbeit teilen und warum das für ein Haus mit 15 Kilowatt Heizlast interessant sein kann, haben wir unter Hybridheizung beschrieben.
Nicht passt die Wärmepumpe in ein Haus, das mit 65 Grad Vorlauf gerade so warm wird und bei dem weder Heizkörpertausch noch Dämmung infrage kommen. Nicht passt Pellet ohne Lagerraum und Zufahrt. Und nicht passt eine reine Gasheizung, wenn das Haus die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes nach heutigem Stand erfüllen muss und keine Hybridlösung gewünscht ist; welche Regeln in Berlin seit der Wärmeplanung greifen und was die angekündigte Novelle daran ändern könnte, lesen Sie unter Heizungsgesetz Berlin. Wer zwischen den beiden häufigsten Kandidaten schwankt, findet unter Wärmepumpe oder Gasheizung eine Rechnung über 15 Jahre für ein typisches Berliner Einfamilienhaus.
Was beim Vor-Ort-Termin angesehen wird
Der Termin ist kostenlos und dauert erfahrungsgemäß ein bis zwei Stunden. Wir schätzen die Heizlast aus Baujahr, Fläche, Dämmzustand und dem bisherigen Verbrauch, sehen uns die Heizkörper raumweise an und messen Vor- und Rücklauftemperatur der alten Anlage. Wir prüfen den Aufstellort im Keller, den Weg für Speicher und Gerät, den Schornstein und den Zählerschrank. Draußen suchen wir den Platz für eine Außeneinheit und schätzen den Schall zum Nachbarn ab.
Am Ende des Termins wissen Sie, welche zwei oder drei Systeme für Ihr Haus infrage kommen. Ein paar Tage später liegt das Angebot bei Ihnen, mit einer Summe für jede Variante und der Förderung, die darauf entfällt; der Antrag bei der KfW geht raus, bevor Sie sich festlegen. Die Heizlast, die dem Angebot zugrunde liegt, kommt aus einer raumweisen Rechnung nach DIN 12831; wie die funktioniert und warum der alte Kessel dafür kein Maßstab ist, erklärt die Seite Heizlastberechnung.
Objekttypen in Berlin
Siedlungshaus der 1920er und 1930er Jahre
Onkel-Toms-Hütte in Zehlendorf, die Hufeisensiedlung in Britz, Siemensstadt, die Siedlungen in Mahlsdorf und Kaulsdorf: Häuser mit Massivwänden ohne Dämmung, kleinen Fenstern, oft noch Gaskessel aus den 1990er Jahren oder Öl. Die Heizkörper sind meist Gussradiatoren, die viel Fläche haben und deshalb mit Wärmepumpe oft besser funktionieren, als das Baujahr vermuten lässt. Manche Siedlungen stehen unter Denkmalschutz, was die Außeneinheit an der Straßenseite ausschließt und in den Garten verlegt.
Nachkriegshaus der 1950er bis 1970er Jahre
Lichtenrade, Mariendorf, Frohnau, Hermsdorf, Kladow, Rudow: freistehend oder als Doppelhaus, Keller mit Heizraum und Tankraum, Ölheizung oder Gaskessel, Plattenheizkörper, Fenster und Dach oft schon einmal erneuert. Hier ist der Umstieg auf Wärmepumpe der Regelfall, gelegentlich mit zwei bis vier größeren Heizkörpern; wo der Öltank liegt, bietet sich Pellet an. Was beim Abschied vom Öl der Reihe nach ansteht, vom Restöl im Tank über den Tankschutzbetrieb bis zum Klimabonus, haben wir unter Ölheizung ersetzen zusammengestellt. Das Grundstück gibt meist einen Aufstellort mit Abstand zum Nachbarn her.
Reihenhaus der 1990er und 2000er Jahre
Karow, Französisch Buchholz, Altglienicke, Biesdorf-Süd, die Neubaugebiete in Falkensee und Teltow: gedämmt nach der Wärmeschutzverordnung von 1995, Gastherme oder Gas-Brennwertkessel im Hauswirtschaftsraum, häufig Fußbodenheizung im Erdgeschoss. Die Wärmepumpe passt hier fast immer ohne Umbau am Heizsystem. Die Herausforderung ist die Außeneinheit auf dem schmalen Grundstück und der Schall zum Nachbarn im Reihenhaus.
Villa und großes Haus
Grunewald, Dahlem, Westend, Frohnau, Kleinmachnow: 250 bis 400 Quadratmeter, hohe Räume, oft Denkmalschutz, Heizlast von 20 Kilowatt und mehr. Hier kommen Erdwärmepumpen mit zwei Sonden, Kaskaden aus zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Pellet infrage; bei Denkmalschutz entscheidet die Behörde über die Außeneinheit. Ob eine Wärmepumpe in einem Haus mit Kastenfenstern und vier Meter hohen Räumen überhaupt eine Chance hat und was vorher am Gebäude passieren sollte, klärt die Seite Wärmepumpe im Altbau.
Technik vor Ort
Die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze nach der Bauordnung, wenn sie nicht als untergeordnete Anlage gilt, und muss nachts am nächsten Nachbarfenster in reinen Wohngebieten 35 dB(A) einhalten. Leise Geräte schaffen das erfahrungsgemäß ab drei bis vier Metern, mit Schallschutzhaube auch näher. Der Anschluss ans Haus ist eine gedämmte Leitung im Erdreich und eine Kernbohrung durch die Kellerwand.
Der Schornstein bleibt bei Gas-Brennwert und Pellet in Betrieb und bekommt ein neues Innenrohr; bei der Wärmepumpe wird er stillgelegt und kann später einen Kaminofen aufnehmen. Der Zählerschrank braucht für die Wärmepumpe meist einen eigenen Zählerplatz und für Geräte ab 4,2 Kilowatt die Anmeldung bei Stromnetz Berlin nach § 14a EnWG. Das Warmwasser kommt aus einem Speicher von 200 bis 300 Litern, bei der Wärmepumpe mit großem Wärmetauscher; ob dafür ein Trinkwasserspeicher, ein Kombispeicher oder eine Frischwasserstation der richtige Behälter ist, hängt von Personenzahl und Keller ab und wird unter Pufferspeicher und Speicherlösungen auseinandergenommen. Wer eine Solaranlage plant, entscheidet beim Termin, ob das Dach Photovoltaik für die Wärmepumpe oder Solarthermie für den Kessel bekommt; beides zusammen lohnt sich im Einfamilienhaus selten. Wie viel vom Wärmepumpenstrom eine Photovoltaikanlage mit 10 Kilowatt-Peak im Jahr tatsächlich liefert und wann ein Batteriespeicher dazu passt, rechnen wir unter Photovoltaik und Wärmepumpe vor.
Was eine Heizung im Einfamilienhaus kostet
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte, eingebaut und brutto, Stand September 2026. Welche Zahl für Ihr Haus gilt, ergibt sich aus dem, was wir im Keller und am Zählerschrank vorfinden; die Summe im Angebot bleibt dann bis zur Rechnung dieselbe.
| Anlage | Einfamilienhaus, eingebaut, brutto | Bauzeit |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher, Hydraulik, Elektro | 25.000–45.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 35.000–55.000 € | 1–2 Wochen inkl. Bohrung |
| Gas-Brennwertkessel inkl. Speicher, Abgasleitung | 9.000–16.000 € | 2–3 Arbeitstage |
| Pelletheizung inkl. Lager und Speicher | 28.000–45.000 € | 4–6 Arbeitstage |
| Hybrid (Gas-Brennwert + Wärmepumpe) | 30.000–50.000 € | 4–6 Arbeitstage |
| Solarthermie Warmwasser (4–6 m²) | 6.000–11.000 € | 1–2 Arbeitstage |
Nach oben ziehen Heizkörpertausch, Schornsteinsanierung, ein neuer Zählerschrank, Erdarbeiten für die Außeneinheit und der Tankschutzbetrieb. Nach unten zieht ein Haus, in dem Hydraulik und Speicher bleiben können. Bei der Wärmepumpe geht die Förderung ab, bei Gas nicht; wer das über 15 Jahre Betrieb mit Strom- und Gaspreis durchrechnen will, findet die Tabelle dafür unter Heizung Kosten.
Förderung, nach heutigem Stand
Wärmepumpe, Pellet und Solarthermie fallen unter die Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude, beantragt als KfW-Zuschuss 458. Grundförderung 30 Prozent; Klimageschwindigkeits-Bonus 20 Prozent beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung für selbstnutzende Eigentümer; Einkommensbonus 30 Prozent bei bis zu 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen; Effizienzbonus 5 Prozent bei natürlichem Kältemittel oder Erdwärme. Der Deckel liegt bei 70 Prozent, die förderfähigen Kosten bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, also höchstens 21.000 Euro Zuschuss.
Gas-Brennwert und Gastherme sind nicht förderfähig. Beim Hybrid ist der Wärmepumpenanteil förderfähig, der Gasanteil nicht; ein H2-ready-Anteil ist ein Sonderfall, den wir nicht versprechen. Alternativ zur Förderung gibt es § 35c EStG mit 20 Prozent der Kosten über drei Jahre, nicht kombinierbar mit dem Zuschuss, oder § 35a EStG für den Lohnanteil. Weil die Sätze in den letzten Jahren mehrfach angepasst wurden, tragen wir im Angebot die Quote vom Tag der Erstellung ein, und der Antrag ist gestellt, bevor Sie unterschreiben. Wie Klimabonus und Einkommensbonus im Einzelnen nachgewiesen werden und was bei einer Einliegerwohnung als zweite Wohneinheit gilt, steht auf der Seite Heizungsförderung.
Ablauf in Arbeitstagen
Sobald das Angebot bei Ihnen ist und Sie sich für eine Variante entschieden haben, stellen wir den Förderantrag, und erst mit der Zusage oder mit aufschiebender Bedingung wird der Vertrag wirksam. Die Lieferzeit für Wärmepumpen liegt erfahrungsgemäß bei vier bis acht Wochen, für Gasgeräte bei ein bis drei.
Auf der Baustelle: Gastherme ein bis zwei Arbeitstage, Gas-Brennwertkessel zwei bis drei, Luft-Wasser-Wärmepumpe drei bis fünf, Pellet vier bis sechs, Erdwärme ein bis zwei Wochen mit Bohrung. Am letzten Tag wird die Anlage in Betrieb genommen und der hydraulische Abgleich eingestellt, wir gehen mit Ihnen die Regelung durch, und Sie bekommen die Mappe mit den Nachweisen für die KfW und dem Protokoll für den Schornsteinfeger. Ohne Heizung sind Sie meist ein bis zwei Tage; im Winter stellen wir für diese Zeit Elektroheizer bereit. Wer wissen will, was an Tag eins, zwei und drei im Keller passiert, findet die Tage einzeln unter Heizungstausch Ablauf.
Die Baustelle im Haus
Im Einfamilienhaus ist die Baustelle überschaubar: Der Heizraum wird geräumt, der Weg vom Eingang bis zum Keller abgedeckt, das alte Gerät und der Speicher gehen über die Kellertreppe hinaus und die neuen hinein. Für die Außeneinheit wird ein Fundament oder eine Wandkonsole gesetzt und ein Graben für die gedämmte Leitung gezogen; bei schwer zugänglichen Gärten hilft ein kleiner Kran über das Dach der Garage. Ein Container ist selten nötig, die Altgeräte nehmen wir mit.
Sie müssen für die Bauzeit nicht ausziehen. Wasser ist stundenweise abgestellt, Strom kurz für den Anschluss im Zählerschrank, und die Heizung fehlt ein bis zwei Tage. Wenn Kinder oder ältere Menschen im Haus sind, legen wir diese Tage in die Übergangszeit oder stellen Elektroheizer.
Worauf wir achten
Der häufigste Fehler im Einfamilienhaus ist die Wärmepumpe, die nach dem alten Kessel dimensioniert wird: doppelt so groß wie nötig, taktet im Winter und verschleißt. Der zweite ist der fehlende Blick auf die Heizkörper; eine Wärmepumpe an zu kleinen Heizflächen läuft mit 65 Grad Vorlauf und verbraucht das Doppelte. Der dritte ist der Aufstellort der Außeneinheit an der Schlafzimmerwand des Nachbarn. Und der vierte ist die Förderung, die erst nach der Unterschrift beantragt wird und dann verloren ist; der Antrag gehört vor den Vertrag oder der Vertrag bekommt eine aufschiebende Bedingung.
Wir rechnen die Heizlast raumweise, prüfen jeden Heizkörper gegen 55 Grad Vorlauf und legen die Außeneinheit nach Schall und Abstand. Der hydraulische Abgleich gehört zum Angebot, ebenso die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Unterlagen für die Förderstelle. Wenn beim Heizkörpertest zwei Räume kalt bleiben, stellt sich die Frage, ob größere Heizkörper reichen oder ob im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung nachgerüstet werden soll; welche Variante bei welchem Boden und Budget sinnvoll ist, wägt die Seite Heizkörper oder Fußbodenheizung ab.
Tank, Schornstein, Bohrung: was andere übernehmen
Wir bauen die neue Anlage und nehmen die alte heraus, und wir bleiben für die Heizung zuständig, die wir eingebaut haben. Der alte Ölkessel, der noch bis zum Tausch durchhalten muss und dabei einen Störfall meldet, ist Sache des Betriebs, der ihn gewartet hat; nachts oder am Wochenende zu einer fremden Anlage kommen wir nicht. Den Tank entleert und demontiert ein Tankschutzbetrieb, die Abgasabnahme macht der Schornsteinfeger, und wenn der Hausanschluss für Wärmepumpe und Wallbox zusammen zu schwach ist, verstärkt ihn Stromnetz Berlin. Bei der Erdwärmepumpe beantragen Sie als Bauherr die Bohrgenehmigung bei der Wasserbehörde des Bezirks; die Unterlagen dafür kommen von uns.
Wo wir Heizungen im Einfamilienhaus bauen
Gebaut wird in Zehlendorf, Steglitz, Lichtenrade, Spandau mit Kladow und Gatow, Reinickendorf mit Frohnau und Hermsdorf, Mahlsdorf, Köpenick und Pankow mit Karow und Buchholz. Im Umland kommen Kleinmachnow, Teltow, Falkensee und Bernau dazu.
Baujahr, Bezirk, Heizsystem: drei Angaben reichen
Wenn Ihr Haus in Lichtenrade von 1962 ist und der Ölkessel im Keller seinen zwanzigsten Winter hinter sich hat, sagen Sie uns das am Telefon, dann können wir schon eingrenzen, ob es auf Wärmepumpe, Pellet oder Hybrid hinausläuft. Sie erreichen uns werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018, oder Sie schreiben uns über das Formular unten auf der Seite und wir rufen zurück.
