Die Spannen für das Einfamilienhaus
Die folgende Tabelle nennt Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus in Berlin, eingebaut, brutto, mit Stand September 2026. Enthalten sind das Gerät, Speicher und Hydraulik, die Elektroarbeiten am Gerät, Abgasführung, Demontage und Entsorgung der Altanlage, Inbetriebnahme und der hydraulische Abgleich. Nicht enthalten sind Heizkörpertausch, ein neuer Zählerschrank und Arbeiten am Schornstein, die über die Abgasleitung hinausgehen.
| Anlage | Eingebaut, brutto | Bauzeit |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher, Hydraulik, Elektro | 25.000–45.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 35.000–55.000 € | 1–2 Wochen inkl. Bohrung |
| Gas-Brennwertkessel inkl. Speicher, Abgasleitung | 9.000–16.000 € | 2–3 Arbeitstage |
| Gastherme (Etagenheizung) Tausch 1:1 | 4.500–8.500 € | 1–2 Arbeitstage |
| Pelletheizung inkl. Lager und Speicher | 28.000–45.000 € | 4–6 Arbeitstage |
| Solarthermie Warmwasser (4–6 m²) | 6.000–11.000 € | 1–2 Arbeitstage |
| Solarthermie mit Heizungsunterstützung (10–15 m²) | 12.000–20.000 € | 2–3 Arbeitstage |
| Pufferspeicher 500–1.000 l nachrüsten | 2.500–6.000 € | 1 Arbeitstag |
| Durchlauferhitzer elektronisch, Tausch | 700–1.500 € | halber Tag |
| Hybrid (Gas-Brennwert + Wärmepumpe) | 30.000–50.000 € | 4–6 Arbeitstage |
Die Spannen sind breit, und das hat einen Grund: Zwischen einem freistehenden Haus in Frohnau mit 250 Quadratmetern und einem Reihenhaus in Mariendorf mit 110 Quadratmetern liegt beim Gerät eine Leistungsklasse, beim Einbau ein halber Tag und bei der Elektrik manchmal ein neuer Zählerschrank. Der Preis, der am Ende im Angebot steht, ist die Summe aus Gerät, Zubehör und dem, was Ihr Haus an Arbeit verlangt.
Was in einem Angebot steckt
Das Gerät selbst macht bei einer Gasheizung etwa ein Drittel bis die Hälfte des Preises aus, bei einer Wärmepumpe etwa die Hälfte. Der Rest ist Zubehör und Arbeit. Beim Brennwertkessel sind das der Warmwasserspeicher, die Abgasleitung im Schornstein, der Kondensatablauf, die Neutralisation, Pumpen, Ventile und die Regelung. Bei der Wärmepumpe kommen Pufferspeicher, Innen- und Außeneinheit, Fundament oder Wandkonsole, die Kältemittelleitung oder die gedämmte Wasserleitung nach draußen, die Elektrozuleitung mit eigener Absicherung und der Anschluss an den Zähler dazu.
Dann die Arbeit: Ausbau und Entsorgung der Altanlage, Anpassung der Hydraulik im Heizraum, Montage, Elektrik, Inbetriebnahme, Einregulierung, der hydraulische Abgleich und die Einweisung. Beim Ölkessel kommt die Stilllegung des Tanks dazu, beim Pelletkessel der Bau des Lagers. Schornsteinfeger und Förderunterlagen sind Nebenpositionen, gehören aber ebenfalls hinein.
Was den Preis nach oben treibt
Heizlast und Hausgröße
Die Heizlast bestimmt die Leistungsklasse des Geräts und damit den größten Einzelposten. Ein ungedämmtes Einfamilienhaus aus den dreißiger Jahren in Lichterfelde braucht bei 180 Quadratmetern schnell 15 Kilowatt, ein Reihenhaus der siebziger Jahre in Rudow mit gedämmtem Dach 7 bis 9 Kilowatt. Zwischen beiden liegen beim Wärmepumpengerät 3.000 bis 6.000 Euro, beim Gaskessel deutlich weniger. Wie aus Wandaufbau, Fensterfläche und Raumhöhe diese Kilowattzahl wird, erklärt die Seite zur Heizlastberechnung; für den Preis reicht die Feststellung, dass jedes Kilowatt Geld kostet.
Aufstellort und Außeneinheit
Steht die Außeneinheit der Wärmepumpe drei Meter vom Heizraum entfernt auf einem Betonfundament im Garten, ist das der günstige Fall. Muss sie wegen der Abstandsflächen oder des Schallschutzes an die Rückseite des Hauses, wird die Leitung lang, kommt eine Wanddurchführung dazu und manchmal ein Kran, weil die Einheit nicht durch den Hausflur passt. In reinen Wohngebieten gilt nachts ein Richtwert von 35 Dezibel am Nachbarfenster, und der entscheidet häufiger über den Aufstellort als der Platz.
Elektroanschluss
Eine Wärmepumpe braucht eine eigene Zuleitung und meist einen zweiten Zähler für den Wärmepumpentarif. Ist der Zählerschrank aus den achtziger Jahren, verlangt der Netzbetreiber in der Regel einen neuen, und das sind erfahrungsgemäß 1.500 bis 5.000 Euro zusätzlich. Jede Wärmepumpe über 4,2 Kilowatt muss bei Stromnetz Berlin angemeldet werden, was zum Angebot gehört. Läuft sie als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a EnWG, darf der Netzbetreiber sie in Spitzenzeiten kurz drosseln, und im Gegenzug sinkt das Netzentgelt vom ersten Betriebsjahr an.
Heizkörper und Vorlauftemperatur
Eine Wärmepumpe arbeitet wirtschaftlich bis etwa 50 Grad Vorlauf, ein alter Heizkörper wurde für 70 Grad ausgelegt. In den meisten Häusern reichen die vorhandenen Heizkörper trotzdem, weil sie damals großzügig bemessen wurden. Wo nicht, kostet ein Tausch je Heizkörper eingebaut 600 bis 1.200 Euro, und das betrifft meist zwei bis vier Räume, nicht das ganze Haus. Ob in diesen Räumen ein größerer Heizkörper reicht oder bei einer ohnehin geplanten Sanierung eine Fußbodenheizung sinnvoller ist, wägt der Ratgeber Heizkörper oder Fußbodenheizung ab.
Abgas und Schornstein
Beim Brennwertkessel muss die Abgasleitung in den bestehenden Schornstein eingezogen werden, weil das kühle, feuchte Abgas einen alten Zug durchnässen würde. Bei einem geraden Schornstein über zwei Geschosse ist das eine Position von 1.000 bis 2.000 Euro; bei einem versetzten oder sehr engen Zug kann es das Doppelte werden. Die Wärmepumpe spart diese Position ganz.
Warmwasser
Ein Haus mit vier Personen und zwei Duschen braucht einen Speicher von 200 bis 300 Litern, ein Haus mit Whirlwanne und Regendusche deutlich mehr. Bei der Wärmepumpe hat der Speicher eine größere Wärmetauscherfläche und kostet mehr als der einfache Speicher am Gaskessel. Wer heute noch mit Durchlauferhitzern arbeitet, entscheidet an dieser Stelle, ob das Warmwasser mit in die Zentrale wandert, und zahlt dann Speicher und Leitungen mit. Ob sich das rechnet, hängt an Leitungswegen und Zapfstellen, und genau das rechnet der Ratgeber Warmwasser zentral oder dezentral durch.
Denkmalschutz
An einer Gründerzeitfassade in Charlottenburg oder an einer Siedlung unter Ensembleschutz braucht die Außeneinheit eine Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Das kostet Zeit und manchmal einen anderen Aufstellort, etwa im Hof statt an der Straßenseite, und damit mehr Leitung.
Was den Preis senkt
Ein Kessel, der eins zu eins an derselben Stelle ersetzt wird, ist der günstigste Fall, und deshalb liegt die Gastherme bei 4.500 Euro. Ein Heizraum mit sauberer Hydraulik, in dem Pumpen und Verteiler bleiben können, spart einen halben Tag. Ein bereits gedämmtes Dach senkt die Heizlast und damit die Geräteklasse. Ein Schornstein, der schon eine Abgasleitung hat, spart die Position ganz. Und ein Zählerschrank, der in den letzten zehn Jahren erneuert wurde, spart den Elektriker einen Tag.
Beispielrechnung: Wärmepumpe gegen Gaskessel
Ein Reihenendhaus in Lankwitz, 140 Quadratmeter, Baujahr 1968, Gaskessel von 2001, selbst bewohnt. Angebot Luft-Wasser-Wärmepumpe: 32.000 Euro. Angebot Gas-Brennwert mit Speicher und Abgasleitung: 12.000 Euro.
| Position | Wärmepumpe | Gas-Brennwert |
|---|---|---|
| Angebotspreis brutto | 32.000 € | 12.000 € |
| Förderfähige Kosten (Deckel 30.000 €) | 30.000 € | keine Förderung |
| Grundförderung 30 % | 9.000 € | 0 € |
| Klimageschwindigkeitsbonus 20 % | 6.000 € | 0 € |
| Eigenanteil ohne Einkommensbonus | 17.000 € | 12.000 € |
| Mit Einkommensbonus (Deckel 70 %) | 11.000 € | 12.000 € |
Der Abstand zwischen beiden Systemen schrumpft also von 20.000 Euro auf 5.000 Euro, mit Einkommensbonus dreht er sich um. Die Tabelle rechnet mit den Sätzen vom September 2026. Wer nachvollziehen will, wie Grundförderung, Boni und Deckel ineinandergreifen und wo die Fallstricke beim Antrag liegen, findet das in der Heizungsförderung mit allen Ausnahmen. Beim Gaskessel ohne Förderung lässt sich nach Paragraf 35c EStG ein Fünftel der Kosten über drei Jahre von der Steuer abziehen, bei 12.000 Euro also 2.400 Euro.
Die Anschaffung ist die halbe Rechnung
Über 15 Jahre gerechnet gibt eine Familie im Einfamilienhaus für Energie und Wartung meist mehr aus als für die Anlage. Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr kostet der Betrieb des Gaskessels erfahrungsgemäß 3.000 bis 3.500 Euro im Jahr, der Betrieb einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 und Wärmepumpentarif 1.800 bis 2.100 Euro. Über 15 Jahre ist das ein Unterschied von 15.000 bis 20.000 Euro, und der CO2-Preis auf Gas steigt nach heutigem Stand weiter. Welche Annahmen zu Strompreis, Jahresarbeitszahl und Gaspreis hinter diesen Zahlen stecken und wann die Rechnung kippt, nimmt der Vergleich Wärmepumpe oder Gasheizung auseinander.
Mehrfamilienhaus und Gewerbe
Für ein Mehrfamilienhaus oder ein Gewerbeobjekt gibt es keine belastbare Spanne. Ein Gründerzeithaus mit zwölf Wohnungen in Friedrichshain, eine Zeilenbauzeile in Britz mit 24 Einheiten und eine Werkhalle in Marienfelde haben nichts gemeinsam außer der Frage, wie viel Wärme sie im Jahr und in der kältesten Stunde brauchen. Üblich sind Brennwertkaskaden aus zwei bis vier Geräten, Großwärmepumpen ab 30 Kilowatt oder Kombinationen mit Fernwärme im Quartier. Der Preis folgt aus Heizlast, Warmwasserbedarf, Aufstellort und Leitungswegen, und er steht erst nach dem Vor-Ort-Termin.
Zwei Zahlen helfen trotzdem beim Einordnen. Erstens: Die förderfähigen Kosten der Bundesförderung wachsen mit der Zahl der Wohneinheiten, 30.000 Euro für die erste, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro ab der siebten. Bei zwölf Wohnungen sind das 153.000 Euro Bemessungsgrundlage. Zweitens: Im Mehrfamilienhaus geht ein größerer Teil des Preises in Warmwasser, Zirkulation und Hydraulik als im Einfamilienhaus. Zirkulationsleitung, Legionellenschutz und die Frage, ob die Thermen in den Wohnungen bleiben oder eine Zentrale kommt, behandelt die Seite Heizung im Mehrfamilienhaus. Für Hallen und Büros, in denen Lüftung und Prozesswärme mitspielen, ist Heizung im Gewerbe der passende Einstieg.
Angebote vergleichen: worauf es ankommt
Zwei Angebote für dasselbe Haus können 8.000 Euro auseinanderliegen und trotzdem beide sauber kalkuliert sein, wenn sie Verschiedenes enthalten. Prüfen Sie deshalb sechs Punkte.
Erstens die Heizlast. Steht im Angebot eine Zahl in Kilowatt, und wurde sie berechnet oder nur geschätzt? Zweitens der Speicher, mit Größe in Litern und Bauart. Drittens der hydraulische Abgleich samt Verfahren, denn ohne ihn gibt es keine Förderung. Viertens die Elektrik, also ob die Zuleitung enthalten ist und was passiert, wenn der Zählerschrank nicht reicht. Fünftens die Nebenleistungen, von der Entsorgung der Altanlage über den Schornsteinfeger bis zu Förderunterlagen und Anmeldung beim Netzbetreiber. Sechstens der Preis selbst, Festpreis oder Kostenschätzung mit Nachtragsvorbehalt.
Ein Angebot, das eine dieser Positionen offenlässt, ist nicht günstiger, sondern nur unvollständiger. An welchem Tag des Tauschs welche dieser Positionen anfällt, von der Besichtigung bis zur Abnahme durch den Schornsteinfeger, zeigt der Ablauf eines Heizungstauschs.
Steuer, wenn keine Förderung fließt
Zwei Wege gibt es. Nach Paragraf 35a EStG lassen sich 20 Prozent des Lohnanteils der Handwerkerrechnung von der Steuerschuld abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr; dafür muss der Lohnanteil auf der Rechnung getrennt ausgewiesen sein und die Zahlung per Überweisung erfolgen. Nach Paragraf 35c EStG lassen sich bei selbstgenutztem Wohneigentum 20 Prozent der gesamten Kosten über drei Jahre abziehen, im ersten und zweiten Jahr je 7 Prozent, im dritten 6 Prozent. Paragraf 35c ist nicht mit der Bundesförderung kombinierbar; für die Gasheizung, die ohnehin keine Förderung bekommt, ist er in der Regel der bessere Weg.
Was wir davon leisten
Wir bauen jedes der Systeme in der Tabelle ein, von der Gastherme im Etagenhaus bis zur Wärmepumpe im freistehenden Haus, dazu Gas-Brennwert und Pelletheizungen. Wer dagegen einen Preis für die Reparatur eines Kessels sucht, den ein anderer Betrieb eingebaut hat, oder nachts einen Notdienst braucht, ist bei uns an der falschen Adresse; gewartet werden bei uns nur die Anlagen, die wir selbst gebaut haben. Die Zahl, die in Ihrem Angebot steht, entsteht im Keller, nicht am Schreibtisch. Wir kommen ohne Berechnung vorbei, sehen uns Heizraum, Schornstein, Zählerschrank und Warmwasser an, schätzen die Heizlast und schreiben den Preis fest, so dass kein Nachtrag folgt. Die Förderrechnung im Angebot trägt das Datum des Tages, und der Antrag geht raus, bevor Sie den Auftrag unterschreiben.
In welcher Zeile der Tabelle Ihr Haus landet
Nennen Sie uns Baujahr, Wohnfläche und die Heizung, die heute im Keller steht, dann sagen wir Ihnen am Telefon, ob Sie eher bei 12.000 oder bei 32.000 Euro liegen: 030 2192 8018, werktags von 7 bis 17 Uhr. Wer lieber schreibt, schickt dieselben drei Angaben über das Formular unten auf der Seite.
