Für wen die Wärmepumpe passt und für wen nicht
Die Wärmepumpe passt in das Einfamilienhaus mit Garten in Lichtenrade, Mahlsdorf oder Kleinmachnow, in dem heute ein Ölkessel oder ein alter Gaskessel steht und die Fenster in den letzten 20 Jahren erneuert wurden. Sie passt in das Reihenhaus in Steglitz oder Spandau, wenn ein Aufstellort mit Abstand zum Nachbarn da ist. Und sie passt in das Mehrfamilienhaus mit zentraler Anlage, sobald der Bestand gedämmt ist oder die Heizkörper groß genug sind, dann als Großwärmepumpe oder Kaskade.
Nicht auf Anhieb passt sie in den unsanierten Gründerzeitaltbau mit 70 Grad Vorlauf, kleinen Gussheizkörpern und einer Etagentherme in jeder Wohnung. Dort ist entweder die zentrale Anlage mit Hybrid der ehrlichere Weg, oder es lohnt erst einmal die Frage, ob nicht das Fernwärmenetz der BEW vor der Tür liegt. Auch in Häusern, in denen sich kein Aufstellort finden lässt, der die Abstandsflächen und den Nachtwert von 35 Dezibel einhält, raten wir ab, statt ein Gerät hinzustellen, das nach dem ersten Winter Ärger macht. Welche Punkte wir im Altbau vorab durchgehen, von der Heizkörpergröße bis zum Denkmalamt, haben wir auf einer eigenen Seite zusammengestellt.
Wie eine Wärmepumpe arbeitet
Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank mit umgekehrter Richtung. Sie entzieht der Außenluft oder dem Erdreich Wärme, hebt sie mit einem Verdichter auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an das Heizungswasser ab. Aus einer Kilowattstunde Strom werden dabei je nach Temperaturhub drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Diese Zahl, die Jahresarbeitszahl, entscheidet über die Heizkosten, und sie hängt fast nur von der Vorlauftemperatur ab.
Je niedriger das Heizungswasser sein darf, desto weniger muss der Verdichter arbeiten. Eine Fußbodenheizung mit 35 Grad ist der Idealfall, Heizkörper mit 50 bis 55 Grad sind im Berliner Bestand die Regel und funktionieren, wenn die Heizkörper groß genug sind. Erst über 60 Grad wird es teuer. Deshalb rechnen wir beim Vor-Ort-Termin für jeden Raum, welche Vorlauftemperatur der vorhandene Heizkörper am kältesten Tag braucht, und tauschen die zwei oder drei Heizkörper, die zu klein sind. Ob es dafür Heizkörper oder eine Fußbodenheizung sein sollen, klärt Heizkörper oder Fußbodenheizung.
Luft-Wasser
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe steht mit ihrer Außeneinheit im Garten, im Hof oder an der Hauswand und holt die Wärme aus der Luft. Sie ist günstiger und schneller eingebaut, arbeitet aber bei minus zehn Grad weniger sparsam als im Herbst. Berlin hat im Jahr nur wenige solcher Tage, deshalb reicht sie im Einfamilienhaus in aller Regel als alleinige Heizung.
Sole-Wasser
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Erdreich über eine Sonde, die 80 bis 150 Meter tief gebohrt wird, oder über einen Flächenkollektor im Garten. Sie ist leiser, weil keine Außeneinheit läuft, und sparsamer, weil das Erdreich im Winter zehn Grad warm bleibt. Dafür kostet die Bohrung, und sie braucht eine wasserrechtliche Genehmigung, die in Berlin je nach Grundwasserlage nicht überall erteilt wird. Für die Bohrung gibt es nach heutigem Stand den Effizienzbonus von 5 Prozent.
Wärmepumpe im Berliner Bestand
Im Einfamilienhaus der sechziger bis achtziger Jahre in Lichtenrade, Mahlsdorf, Frohnau oder Kleinmachnow ist der Fall meist klar: Der Ölkessel kommt raus, der Tank wird stillgelegt, die Außeneinheit kommt an die Rückseite des Hauses, und der freie Tankraum nimmt Inneneinheit und Speicher auf. Mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach reichen die vorhandenen Heizkörper fast immer.
In der Siedlung und im Reihenhaus in Steglitz, Reinickendorf oder Spandau ist der Aufstellort die eigentliche Aufgabe. Der Abstand zum Nachbarn ist kurz, und der Nachtwert von 35 Dezibel im reinen Wohngebiet gilt am nächsten Fenster. Wir rechnen den Schall für jeden Standort und wählen Gerät, Ausrichtung und Nachtmodus danach. Manchmal ist die Erdsonde die bessere Antwort, weil sie keine Außeneinheit braucht.
Im Gründerzeitaltbau in Charlottenburg, Prenzlauer Berg oder Kreuzberg ist die Außeneinheit an der Straßenfassade wegen des Denkmalschutzes in der Regel nicht möglich, im Hof oder auf dem Dach dagegen häufig. Die eigentliche Frage ist dort die Zentralisierung: Aus 20 Etagenthermen wird eine Anlage im Keller, und das braucht einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft, neue Steigstränge und Wärmemengenzähler. In der Platte in Marzahn oder Hellersdorf hängt das Haus an der Fernwärme, und die Wärmepumpe spielt dort allenfalls für das Warmwasser eine Rolle.
Im Mehrfamilienhaus und im Gewerbe, von der Werkstatt in Spandau bis zum Bürohaus in Mitte, bauen wir Großwärmepumpen, Kaskaden aus mehreren Geräten oder Hybride mit Gas-Brennwert für die Spitzenlast. Für diese Objekte passt keine Zeile der Tabelle unten; gerechnet wird nach Heizlast und Objekt. Wer Photovoltaik auf dem Dach hat oder plant, findet unter Photovoltaik und Wärmepumpe, wie viel Eigenstrom die Anlage tatsächlich nutzt.
Was eine Wärmepumpe in Berlin kostet
Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus, eingebaut und brutto, Stand September 2026, kein Angebot; wo Ihr Haus in der Spanne liegt, entscheiden vor allem Zählerschrank und Heizkörper.
| Anlage | Einfamilienhaus, eingebaut | Bauzeit |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher, Hydraulik, Elektro | 25.000 bis 45.000 Euro | 3 bis 5 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 35.000 bis 55.000 Euro | 1 bis 2 Wochen inkl. Bohrung |
| Hybrid (Gas-Brennwert und Wärmepumpe) | 30.000 bis 50.000 Euro | 4 bis 6 Arbeitstage |
| Pufferspeicher 500 bis 1.000 Liter nachrüsten | 2.500 bis 6.000 Euro | 1 Arbeitstag |
In der Spanne enthalten sind Außeneinheit und Inneneinheit, Pufferspeicher und Warmwasserspeicher, die Hydraulik mit Pumpen und Ventilen, der Elektroanschluss bis zum Zählerschrank, die Fundamentplatte oder Wandkonsole, Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich. Nach oben ziehen ein Zählerschrank, der erneuert werden muss, Heizkörper, die getauscht werden, ein langer Weg zwischen Außen- und Inneneinheit und die Stilllegung eines Öltanks. Nach unten zieht, wenn der Elektroanschluss passt und der Warmwasserspeicher bleiben kann. Jede dieser Positionen mit ihrer eigenen Spanne haben wir unter Heizung Kosten aufgeführt.
Förderung für die Wärmepumpe
Nach heutigem Stand, also Stand 2026, gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude eine Grundförderung von 30 Prozent, beantragt als KfW-Zuschuss 458. Der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent kommt dazu, wenn Sie selbst im Haus wohnen und eine noch funktionsfähige Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung ersetzen; eine Gasheizung muss dafür mindestens 20 Jahre alt sein. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro gibt es einen Einkommensbonus von 30 Prozent, bei natürlichem Kältemittel wie Propan oder bei Erdwärme einen Effizienzbonus von 5 Prozent.
Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten, die für die erste Wohneinheit 30.000 Euro betragen, für jede weitere bis zur sechsten 15.000 Euro und ab der siebten 8.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für 32.000 Euro kostet einen selbstnutzenden Eigentümer, der seinen 25 Jahre alten Gaskessel tauscht, nach heutigem Stand mit Grundförderung, Klimageschwindigkeits-Bonus und Effizienzbonus also rund 15.500 Euro. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt sein oder der Vertrag eine aufschiebende Bedingung enthalten. Was von diesen Sätzen im Jahr 2027 noch gilt, weiß heute niemand; im Angebot steht deshalb der Zuschuss nach den Regeln vom Tag des Antrags. Wie der Antrag bei der KfW abläuft und welche Nachweise dazugehören, erklärt der Ratgeber zur Heizungsförderung.
Der Ablauf in Arbeitstagen
Beim Termin im Haus, für den Sie nichts bezahlen, gehen wir jeden Heizkörper durch, sehen in den Zählerschrank und suchen den Aufstellort mit dem Schallwert im Kopf; die Heizlast schätzen wir dabei ab, den Warmwasserbedarf fragen wir ab, und den Weg für die Leitungen zwischen Außen- und Inneneinheit messen wir aus. Daraus entsteht das Angebot mit Festpreis, und der Zuschuss ist darunter so aufgeschlüsselt wie im Rechenbeispiel oben, nur mit Ihren Zahlen. Sagen Sie zu, stellen wir den Förderantrag und melden die Anlage bei Stromnetz Berlin an. Erst nach der Bewilligung geht es weiter, erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Wochen nach der Zusage.
Auf der Baustelle folgen am ersten Tag Ausbau der alten Anlage, Fundament oder Konsole für die Außeneinheit und die Kernbohrung durch die Wand. Am zweiten und dritten Tag stehen Inneneinheit, Speicher und Hydraulik, am vierten Elektro und Außeneinheit, am fünften Befüllung, Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich und Einweisung. Ohne Heizung sind Sie meist ein bis zwei Tage. Bei der Erdsonde geht die Bohrung mit ein bis drei Tagen voraus. Den Nachweis für die KfW füllen wir aus und lassen ihn da. Der Ratgeber Ablauf eines Heizungstauschs geht diese Tage einzeln durch.
Worauf wir bei der Wärmepumpe achten
Der häufigste Fehler ist die zu große Anlage. Eine Wärmepumpe, die für den kältesten Tag doppelt reicht, taktet an den 300 anderen Tagen, verschleißt schneller und läuft schlechter. Wir rechnen die Heizlast nach dem tatsächlichen Bestand, nicht nach dem alten Kessel; wie das Raum für Raum geht, zeigt die Heizlastberechnung.
Der zweite Fehler ist der fehlende hydraulische Abgleich, ohne den die Anlage mit unnötig hohem Vorlauf fährt. Der dritte ist ein Aufstellort, der nach Bequemlichkeit gewählt wird und nicht nach Schall und Abstandsflächen; der Nachbar bemerkt das im ersten ruhigen Winterabend. Der vierte ist die Warmwasserbereitung: Wer 60 Grad im Speicher will, zwingt die Wärmepumpe in ihren teuersten Bereich. Wir legen den Speicher so aus, dass 50 bis 55 Grad reichen und die Legionellenschaltung nur einmal die Woche läuft. Und der fünfte ist die vergessene Anmeldung beim Netzbetreiber, die das reduzierte Netzentgelt nach § 14a EnWG kostet.
Was an der Wärmepumpe nicht in unserer Hand liegt
Drei Gewerke arbeiten neben uns, und ihre Termine bestimmen unseren Zeitplan mit. Reicht der Hausanschluss für die Wärmepumpe nicht, verstärkt ihn Stromnetz Berlin als Netzbetreiber, und auf diesen Termin warten wir mit dem Elektroanschluss. Die Erdsonde bohrt ein zugelassenes Bohrunternehmen; die wasserrechtliche Genehmigung dafür beantragen Sie als Bauherr, die Unterlagen arbeiten wir zu. Den Öltank legt ein Tankschutzbetrieb still. Eine Wärmepumpe, die ein anderer Betrieb aufgestellt hat, warten und reparieren wir nicht, weil wir weder ihre Auslegung noch ihre Einstellungen kennen; dafür ist der richtig, der sie eingebaut hat. Wartung und Reparatur übernehmen wir für die Wärmepumpen, die wir selbst gebaut haben, und für Störungen nachts oder am Wochenende gibt es bei uns keinen Bereitschaftsdienst.
Wo wir Wärmepumpen bauen
Am häufigsten stehen unsere Wärmepumpen in den Einfamilienhausgebieten in Lichtenrade, Mahlsdorf, Zehlendorf, Reinickendorf, Kleinmachnow und Falkensee, wo Garten und Keller die Aufgabe leicht machen. In Spandau und Steglitz geht es öfter um den Aufstellort im Reihenhaus, in Charlottenburg und Pankow um die Großwärmepumpe für das Mehrfamilienhaus. Im Umland, in Teltow, Potsdam und Bernau, sind die Grundstücke größer und die Abstandsfragen entsprechend seltener, dafür ist dort öfter der Ölkessel mit Tank der Ausgangspunkt, und die Tankstilllegung gehört in den Zeitplan.
Was Sie vor dem Angebot noch vergleichen können
Ob am Ende eine Wärmepumpe oder Gasheizung im Keller steht, entscheidet der Vergleich über 20 Jahre, und der Ratgeber dazu rechnet mit Zahlen. Wer beide verbinden will, findet unter Hybridheizung die Variante für den unsanierten Bestand. Welche Größe der Pufferspeicher zur Wärmepumpe haben sollte, behandelt die eigene Leistungsseite, und was das Heizungsgesetz in Berlin nach heutigem Stand verlangt, steht dort mit Vorbehalt.
Platz im Garten, Ölkessel im Keller
Das ist der häufigste Fall, in dem wir Wärmepumpen bauen, und ob Zählerschrank und Heizkörper zum Thema werden, können wir am Telefon schon abschätzen: 030 2192 8018, wochentags von 7 bis 17 Uhr. Wer uns stattdessen Baujahr des Hauses und heutigen Kessel über das Formular unten auf der Seite schreibt, bekommt am nächsten Werktag einen Rückruf.
