Für wen Solarthermie passt, und für wen nicht
Solarthermie passt zu einem Haus, das seine Heizung behält oder auf Gas-Brennwert oder Pellet setzt und im Sommer nicht den Kessel fürs Warmwasser laufen lassen will. Vier bis sechs Quadratmeter Kollektor auf einem Dach ohne Verschattung, ein Speicher im Keller, und von Mai bis September bleibt der Kessel erfahrungsgemäß aus. Bei einer Pelletheizung ist das zusätzlich eine Frage der Förderung, weil der Klimabonus für Biomasse nach heutigem Stand die Kombination mit einer Solaranlage fürs Warmwasser voraussetzt.
Weniger passt sie zu einem Haus, das eine Wärmepumpe bekommt. Dort liefert eine Photovoltaikanlage Strom für Wärmepumpe, Haushalt und Auto, während die Solarthermie nur Wärme bringt; wer das Dach nur einmal belegen will, entscheidet sich meist für Photovoltaik. Wie sich beides über zwanzig Jahre rechnet, haben wir unter Photovoltaik und Wärmepumpe gegenübergestellt. Auch ein Norddach, ein verschattetes Dach oder ein Haus ohne Platz für einen Speicher sind keine gute Grundlage.
So arbeitet eine Solarthermieanlage
Auf dem Dach nimmt der Kollektor die Sonnenwärme auf und gibt sie an eine frostsichere Flüssigkeit ab. Eine Pumpe fördert sie zum Speicher im Keller, wo ein Wärmetauscher die Wärme an das Wasser abgibt, und die abgekühlte Flüssigkeit steigt zurück aufs Dach. Die Regelung vergleicht die Temperatur am Kollektor mit der im Speicher und schaltet die Pumpe nur ein, wenn oben mehr Wärme ist als unten.
Flachkollektoren sind der Regelfall, weil sie fürs Warmwasser ausreichen und je Quadratmeter am wenigsten kosten. Vakuumröhren liefern bei gleicher Fläche mehr Ertrag, vor allem in der kalten Jahreszeit, und kosten entsprechend mehr; sie kommen ins Spiel, wenn das Dach klein ist oder die Anlage die Heizung unterstützen soll. Für die Größenordnung: Berlin liegt bei rund 1.000 Kilowattstunden Einstrahlung je Quadratmeter und Jahr, ein Flachkollektor macht daraus erfahrungsgemäß 350 bis 450 Kilowattstunden nutzbare Wärme.
Warmwasser oder Heizungsunterstützung
Eine Warmwasseranlage rechnet mit etwa 1 bis 1,5 Quadratmetern Kollektor je Person und 50 bis 80 Litern Speicher je Quadratmeter. Für vier Personen sind das fünf bis sechs Quadratmeter und ein Speicher von 300 bis 400 Litern. Sie deckt erfahrungsgemäß 50 bis 60 Prozent des Warmwasserbedarfs im Jahr.
Eine Anlage mit Heizungsunterstützung hat zehn bis fünfzehn Quadratmeter und einen Kombi- oder Pufferspeicher von 800 bis 1.000 Litern. Sie bringt im Frühjahr und Herbst Wärme in den Heizkreis und spart erfahrungsgemäß 15 bis 25 Prozent des Heizenergiebedarfs, mehr in gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung, weniger im Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen. Im Winter, wenn die Heizung am meisten braucht, liefert die Sonne am wenigsten; das ist die Grenze des Systems und kein Mangel der Anlage. Welcher Speicher zu welcher Anlage gehört und warum die Schichtung darin den Ertrag entscheidet, lesen Sie unter Pufferspeicher.
Stagnation und Frost
Im Sommer, wenn der Speicher voll ist und niemand Wasser abnimmt, steht die Anlage still und der Kollektor wird über 150 Grad heiß. Die Flüssigkeit verdampft und drückt sich ins Ausdehnungsgefäß zurück; eine richtig ausgelegte Anlage übersteht das jeden Sommer ohne Schaden. Drain-Back-Systeme lassen die Flüssigkeit bei Stillstand aus dem Kollektor ablaufen und umgehen das Thema ganz. Gegen Frost schützt ein Glykolanteil im Solarkreis, der alle paar Jahre geprüft wird.
Kombination mit Gas, Pellet und Wärmepumpe
An einem Gas-Brennwertkessel oder einem Pelletkessel ist die Solaranlage der Sommerbetrieb: Der Kessel bleibt von Mai bis September aus, startet seltener und hält länger. Voraussetzung ist ein Speicher mit zwei Wärmetauschern, unten für die Sonne, oben für den Kessel, und eine Regelung, die den Kessel erst nachheizen lässt, wenn die Sonne nicht reicht. Hat die vorhandene Heizung nur einen einfachen Speicher, wird er getauscht; das steht dann mit Preis im Angebot. Wer den Gaskessel ohnehin erneuert, plant die Solaranlage am besten gleich mit, weil Speicher und Hydraulik dann in einem Zug entstehen; wie ein neuer Brennwertkessel dafür ausgelegt wird, beschreibt die Seite zur Gasheizung. Und wer Gas mit einer kleinen Wärmepumpe koppeln will, findet die Solaranlage dort als dritten Wärmeerzeuger wieder, siehe Hybridheizung.
Mit einer Wärmepumpe allein ist die Kombination technisch möglich, aber selten die beste Wahl. Die Wärmepumpe bereitet Warmwasser ohnehin günstig, und die Photovoltaik auf demselben Dach würde ihr den Strom dafür liefern. Sinnvoll wird Solarthermie neben einer Wärmepumpe vor allem dort, wo die Anlage schon vorhanden ist und weiterlaufen soll, oder bei sehr hohem Warmwasserbedarf mit mehreren Duschen und vielen Personen im Haus.
Objekttypen in Berlin
Das typische Solardach ist das Satteldach eines Einfamilienhauses am Stadtrand: Siedlungshäuser der 1920er und 1930er Jahre in Zehlendorf, Britz oder Mahlsdorf mit 40 bis 50 Grad Neigung, Nachkriegshäuser in Lichtenrade, Frohnau und Kladow mit 30 bis 45 Grad, Reihenhäuser der 1990er Jahre in Karow, Altglienicke oder Französisch Buchholz mit flacheren Dächern. Die Neigung zwischen 30 und 50 Grad ist für Warmwasser ideal, steilere Dächer nutzen die Wintersonne besser und passen zur Heizungsunterstützung.
In der Gründerzeit-Innenstadt ist es schwieriger. Die Dächer sind flach geneigt oder als Berliner Dach mit einem kleinen Steilanteil zur Straße gebaut, das Dachgeschoss ist oft ausgebaut, und in Erhaltungsgebieten und bei Denkmalschutz muss die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks zustimmen. Auf Mehrfamilienhäusern lohnt Solarthermie vor allem, wenn eine zentrale Warmwasserbereitung da ist, die im Sommer mit hoher Bereitschaftslast läuft; die Fläche pro Wohnung ist kleiner, der Speicher größer. Ob das Haus überhaupt bei der zentralen Bereitung bleiben oder auf Wohnungsgeräte umstellen sollte, ist eine eigene Frage, die wir unter Warmwasser zentral oder dezentral durchrechnen. In der Eigentümergemeinschaft ist das Dach Gemeinschaftseigentum, deshalb braucht die Anlage einen Beschluss, und die Verwaltung sollte früh eingebunden werden; wie so ein Beschluss vorbereitet wird und was die Verwaltung dafür von uns bekommt, steht bei Heizung für Mehrfamilienhaus und WEG.
Ein Hinweis zum Berliner Solargesetz: Es verlangt bei größeren Dachumbauten eine Solaranlage, und nach heutigem Stand kann Solarthermie diese Pflicht in bestimmten Fällen erfüllen. Ob das bei Ihrem Dach greift, klären wir beim Termin. Für die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes zählt die Solaranlage als Anteil erneuerbarer Wärme mit; was Berlin dabei nach heutigem Stand anerkennt und was die kommunale Wärmeplanung für Ihre Straße vorsieht, haben wir unter Heizungsgesetz Berlin zusammengefasst.
Was Solarthermie in Berlin kostet
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus, eingebaut und brutto, Stand September 2026. Wo Ihr Dach darin liegt, entscheiden Neigung, Zugang und der vorhandene Speicher; die Summe im Angebot bewegt sich danach auf der Baustelle nicht mehr.
| Anlage | Einfamilienhaus, eingebaut, brutto | Bauzeit |
|---|---|---|
| Solarthermie Warmwasser (4–6 m²) | 6.000–11.000 € | 1–2 Arbeitstage |
| Solarthermie mit Heizungsunterstützung (10–15 m²) | 12.000–20.000 € | 2–3 Arbeitstage |
| Pufferspeicher 500–1.000 l nachrüsten | 2.500–6.000 € | 1 Arbeitstag |
| Gas-Brennwertkessel inkl. Speicher, Abgasleitung | 9.000–16.000 € | 2–3 Arbeitstage |
| Pelletheizung inkl. Lager und Speicher | 28.000–45.000 € | 4–6 Arbeitstage |
Nach oben ziehen Vakuumröhren, ein Kran für schwer zugängliche Dächer, lange Leitungswege durch ein ausgebautes Dachgeschoss und ein Speichertausch, wenn der vorhandene Speicher keinen zweiten Wärmetauscher hat. Nach unten zieht ein Dach, das ohne Gerüst vom Balkon oder einer Gaube aus erreichbar ist, und ein Kessel, der ohnehin gerade getauscht wird, weil Speicher und Hydraulik dann in einem Zug entstehen. Wer die Solaranlage gegen einen kompletten Heizungstausch abwägt, kann die Spannen aller Anlagen unter Heizung Kosten nebeneinanderlegen.
Förderung, nach heutigem Stand
Solarthermie fällt unter die Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude, beantragt als KfW-Zuschuss 458: 30 Prozent Grundförderung, dazu 30 Prozent Einkommensbonus bei bis zu 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent gilt beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Gas- (ab 20 Jahren), Kohle- oder Nachtspeicherheizung, also wenn die Solaranlage zusammen mit einer neuen Wärmepumpe oder einem Pelletkessel gebaut wird. Der Deckel liegt bei 70 Prozent, die förderfähigen Kosten bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Wird die Solaranlage an eine bestehende oder neue Gasheizung angebaut, ist nur die Solaranlage förderfähig, nicht der Gaskessel. Die Fördersätze haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert, deshalb rechnen wir mit dem Stand vom Tag des Angebots, und der Antrag liegt bei der KfW, bevor Sie unterschreiben, oder der Vertrag trägt eine aufschiebende Bedingung. Wer die Förderung nicht nutzt, kann den Lohnanteil nach § 35a EStG mit 20 Prozent bis 1.200 Euro im Jahr ansetzen. Welche Boni sich kombinieren lassen und wo der Deckel bei mehreren Wohneinheiten liegt, erklärt die Seite Heizungsförderung.
Ablauf in Arbeitstagen
Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin sehen wir uns Dach, Ausrichtung, Neigung, Verschattung, den Weg für die Solarleitung, den Speicherplatz und die vorhandene Heizung an. Ein paar Tage später liegt das Angebot bei Ihnen: Kollektorfläche, Speicher, Gerüst und Förderung stehen darin mit Zahlen, und der Förderantrag geht raus, bevor Sie sich festlegen.
Auf der Baustelle rechnen wir für eine Warmwasseranlage mit ein bis zwei Arbeitstagen, für die Heizungsunterstützung mit zwei bis drei. Das Gerüst steht meist am Vortag. Tag eins: Dachhaken setzen, Kollektoren montieren, Solarleitung durch den Dachraum zum Keller. Tag zwei: Speicher setzen oder tauschen, Solarstation, Ausdehnungsgefäß, Regelung, Befüllen, Entlüften, Inbetriebnahme mit Einweisung. Sie bekommen die Unterlagen für die Förderstelle, und das Warmwasser läuft in dieser Zeit weiter über die bestehende Heizung. Bei einem Speichertausch ist das Warmwasser für einige Stunden unterbrochen, was wir vorher ansagen. Wie die Tage aussehen, wenn gleichzeitig der Kessel getauscht wird, beschreibt Heizungstausch Ablauf.
Worauf wir achten
Der häufigste Fehler bei Solarthermie ist ein zu großer Kollektor auf einem zu kleinen Speicher. Die Anlage geht dann jeden Sommertag in Stagnation, die Flüssigkeit altert, und nach wenigen Jahren fällt der Ertrag. Der zweite Fehler ist ein Speicher ohne Schichtung, in dem die Solarwärme mit dem Kesselwasser vermischt wird und der Kessel trotzdem nachheizt. Der dritte sind lange, schlecht gedämmte Solarleitungen durch ein unbeheiztes Dachgeschoss.
Wir legen Kollektor und Speicher aufeinander aus, stellen die Regelung so ein, dass der Kessel im Sommer nicht mehr anspringt, und dämmen die Solarleitung durchgehend. Der Eintritt in die Dachhaut wird mit dem passenden Dachziegel oder einer Bleimanschette geschlossen, nicht mit Dichtmasse, denn eine undichte Durchführung fällt erst nach dem ersten Starkregen auf und dann im Dachgeschoss. Beim Anschluss an eine Wärmepumpe achten wir darauf, dass die Solarwärme im Speicher oben ankommt, damit die Wärmepumpe seltener läuft und nicht dagegen arbeitet.
Dach, Denkmal, Schornstein: was andere übernehmen
Wir bauen Solaranlagen neu und ersetzen alte, und wir warten und reparieren die Anlagen, die wir selbst montiert haben. Eine fremde Anlage mit einer festsitzenden Pumpe oder gealtertem Glykol bleibt beim Betrieb, der sie kennt, oder bei einem Solar-Kundendienst; einen Notdienst, der am Wochenende aufs Dach steigt, haben wir nicht. Ist die Eindeckung brüchig oder das Dach an einer Stelle undicht, gehört das zum Dachdecker und sollte vor der Solarmontage erledigt sein, weil niemand die Kollektoren später für eine Dachreparatur wieder abnehmen will. Steht das Haus unter Denkmalschutz, stellen Sie als Eigentümer den Antrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde; die Zeichnungen und die Kollektordaten dafür liefern wir. Für den Gaskessel, den die Solaranlage entlastet, bleibt der Schornsteinfeger zuständig.
Wo wir Solaranlagen bauen
Gebaut wird auf Dächern in Zehlendorf, Steglitz, Lichtenrade, Mahlsdorf, Köpenick, Pankow mit Karow und Buchholz, Spandau mit Kladow und Gatow sowie Reinickendorf mit Frohnau und Hermsdorf. Im Umland kommen Kleinmachnow, Teltow und Potsdam dazu.
Fünf Quadratmeter auf Ihrem Süddach
Wenn Ihr Satteldach in Frohnau oder Karow nach Süden oder Westen zeigt und der Kessel im Sommer nur fürs Duschwasser läuft, sagen Sie uns Himmelsrichtung, Heizsystem und Personenzahl, dann können wir am Telefon schon die Kollektorfläche eingrenzen. Sie erreichen uns werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018 oder über das Formular unten auf der Seite, dann rufen wir zurück.
