Ein neues Heizsystem in Lichtenrade heißt fast immer: der Ölkessel geht
Lichtenrade ist ein Ortsteil aus Einfamilien- und Doppelhäusern, Straße für Straße, vom Dorfkern an Alt-Lichtenrade bis an die Stadtgrenze. Geschosswohnungsbau gibt es nur an wenigen Stellen, etwa entlang der Bahnhofstraße und in der John-Locke-Siedlung. In den Häusern selbst wiederholt sich ein Bild: ein Ölkessel aus den 1990er Jahren im Keller, ein Tank daneben, Heizkörper aus der Bauzeit und ein Schornstein, der noch in Betrieb ist.
Diese Kessel sind heute 25 bis 30 Jahre alt und stehen am Ende ihrer Laufzeit. Fernwärme gibt es in Lichtenrade nicht, und das Gasnetz liegt zwar in jeder Straße, aber der nächste Schritt ist hier fast immer die Wärmepumpe. Der Ortsteil ist in der Berliner Wärmeplanung als Eignungsgebiet dafür ausgewiesen, und die Grundstücke haben Platz für eine Außeneinheit oder eine Erdsonde. Dass der Austausch einer Ölheizung nach heutigem Stand die höchste Förderstufe auslöst, macht die Entscheidung leichter.
Was wir uns im Keller und im Garten ansehen
Wir kommen zu Ihnen und sehen uns Kessel, Tank, Schornstein, Elektroverteilung und Heizkörper an. Aus Baujahr, Wohnfläche, Fenstern und Dämmung schätzen wir die Heizlast ab, klären den Warmwasserbedarf und suchen im Garten den Platz für die Außeneinheit oder für das Bohrgerät. Wir prüfen außerdem, ob die vorhandenen Heizkörper mit einer Vorlauftemperatur von 50 bis 55 Grad auskommen, denn davon hängt ab, wie sparsam die Wärmepumpe läuft.
Dieser Besuch kostet Sie nichts, und er ist der Grund, warum wir am Telefon keine Zahl nennen: Ein Haus von 1935 mit Gussheizkörpern und ein Bungalow von 1968 mit Flachheizkörpern brauchen verschiedene Anlagen. Das Angebot, das ein paar Tage später kommt, ist schriftlich, mit einem Preis, der so bleibt, und mit der Förderung nach heutigem Stand daneben.
Drei Lichtenrader Ausgangslagen
Das Siedlungshaus der 1930er Jahre
Ein Haus in der Siedlung zwischen Kettinger Straße und Groß-Ziethener Straße oder in Lichtenrade-Ost, Baujahr 1932 bis 1938, anderthalb Geschosse, 110 bis 130 Quadratmeter, teilunterkellert. Der Kohlekessel wurde in den 1970er Jahren auf Öl umgestellt, der heutige Kessel stammt von 1994, der Tank fasst 3.000 Liter und steht in einem Kellerraum, der sonst nicht genutzt wird. Die Gussheizkörper sind groß, die Fenster wurden zweimal erneuert, das Dach ist gedämmt. Für ein solches Haus reicht erfahrungsgemäß eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 8 bis 10 Kilowatt, die Heizkörper bleiben.
Der Bungalow der 1960er Jahre
Ein eingeschossiger Bungalow in Lichtenrade-West oder an der Wünsdorfer Straße, Baujahr 1965 bis 1972, 120 bis 140 Quadratmeter auf einer Ebene, Vollkeller, Ölkessel von 1997 und ein Erdtank im Garten. Die Heizkörper sind Flachheizkörper aus der Bauzeit, teils zu klein für niedrige Vorlauftemperaturen. Hier tauschen wir zwei oder drei Heizkörper mit, und der Erdtank wird von einem Tankschutzbetrieb stillgelegt oder ausgebaut. Auf dem großen Grundstück ist die Erdsonde eine Option, die sich über die Betriebskosten rechnet.
Das Doppelhaus mit Gaskessel
Eine Doppelhaushälfte in der Nähe der Bahnhofstraße, Baujahr 1975 bis 1985, 130 Quadratmeter, Gaskessel von 1999 ohne Brennwerttechnik, Speicher daneben. Die Frage lautet hier Wärmepumpe oder neuer Brennwertkessel, und die Antwort hängt von Dämmung, Budget und der Nähe des Nachbarn ab: Die Außeneinheit muss auf die abgewandte Seite, und der Schall wird gerechnet. Der Tausch einer über 20 Jahre alten Gasheizung gegen eine Wärmepumpe wird nach heutigem Stand wie der Öltausch gefördert.
Warum Lichtenrade so gebaut ist
Lichtenrade war bis in die 1920er Jahre ein Dorf mit Dorfteich, Kirche und Gutsanlage, und der Ort blieb bis zur Eingemeindung nach Berlin im Jahr 1920 klein. Die erste Bauwelle kam mit den Siedlungen der 1930er Jahre, als am südlichen Stadtrand günstiges Land für Eigenheime parzelliert wurde; damals entstanden die Straßen zwischen Bahn und Kettinger Straße mit ihren Siedlungshäusern auf 600 bis 800 Quadratmetern.
Die zweite Welle folgte in den 1960er und 1970er Jahren, als Westberlin Wohnraum brauchte und Lichtenrade an der Mauer noch Platz hatte. Bungalows, Doppelhäuser und Reihenhäuser füllten die Lücken bis an die Stadtgrenze nach Mahlow. Geheizt wurde mit Öl, weil das Gasnetz erst später ausgebaut wurde, und die Kessel der ersten Generation wurden in den 1990er Jahren ersetzt. Deshalb stehen heute so viele Ölkessel gleichen Alters in Lichtenrader Kellern.
Technik vor Ort: Netze, Aufstellorte, Auflagen
Fernwärme und Gasnetz
Ein Fernwärmenetz gibt es in Lichtenrade nicht, und die Wärmeplanung des Landes Berlin sieht keines vor; der Ortsteil ist als Eignungsgebiet für Wärmepumpen ausgewiesen. Das Gasnetz der NBB liegt in fast jeder Straße, ein Gas-Brennwertkessel ist deshalb technisch möglich, nach heutigem Stand mit Beratungspflicht vor dem Einbau und ohne Förderung. Die Abwägung Fernwärme oder eigene Heizung, die in den Innenstadtbezirken ansteht, stellt sich in Lichtenrade nicht.
Aufstellort und Außeneinheit
Die Außeneinheit steht auf einem Fundament oder einer Wandkonsole an der Garten- oder Garagenseite, drei Meter zur Grundstücksgrenze, mit freiem Luftweg und ohne direkte Sichtachse zum Schlafzimmerfenster des Nachbarn. In reinen Wohngebieten gilt nachts ein Richtwert von 35 dB(A) am Nachbarfenster, und der wird auf den Siedlungsgrundstücken in der Regel eingehalten. Bei Doppelhäusern und Reihenhäusern ist der Abstand knapper, dann rechnen wir den Schall genauer und wählen ein leiseres Gerät oder eine Schallhaube.
Erdsonde
Der Boden in Lichtenrade ist sandig und lässt sich gut bohren; zwei Sonden von 80 bis 100 Metern reichen für ein Einfamilienhaus meist aus. Das Bohrgerät braucht eine Zufahrt von rund drei Metern Breite und steht zwei bis drei Tage im Garten. Die wasserrechtliche Erlaubnis beantragt der Bauherr, die Unterlagen liefern Bohrbetrieb und wir zu.
Schornstein und Abgas
Beim Wechsel auf Wärmepumpe wird der Schornstein nicht mehr gebraucht, er bleibt stehen oder wird stillgelegt, was der Bezirksschornsteinfeger bestätigt. Beim Brennwertkessel geht ein neuer Abgasstrang aus Kunststoff in den alten Zug, die Abnahme durch den Schornsteinfeger gehört zur Inbetriebnahme. Ein Kaminofen im Wohnzimmer bleibt von beidem unberührt.
Elektroanschluss
In Lichtenrader Häusern läuft die Wärmepumpe fast immer am vorhandenen Hausanschluss; angemeldet wird sie trotzdem bei Stromnetz Berlin, weil sie über den 4,2 Kilowatt liegt, ab denen der Netzbetreiber das verlangt. Neu kommen ein Zählerplatz für die Wärmepumpe und eine Zuleitung vom Zählerschrank zum Technikraum; in Häusern der 1930er Jahre wird dabei oft die Verteilung erneuert. Im Gegenzug für die Anmeldung als abschaltbare Anlage zahlen Sie ein niedrigeres Netzentgelt für den Wärmepumpenstrom.
Warmwasser
Im Einfamilienhaus mit vier Personen gehört zur Wärmepumpe ein Warmwasserspeicher von 200 bis 300 Litern; wer viel Warmwasser braucht, ergänzt das Süddach um Solarthermie. Ob ein Kombispeicher oder zwei getrennte Speicher in den alten Tankraum passen, hängt von dessen Zuschnitt ab; welche Bauformen es gibt und wann welche passt, zeigt die Seite zum Pufferspeicher.
Was in Lichtenrade sinnvoll ist, und was nicht
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in Lichtenrade erfahrungsgemäß die erste Wahl. Die Siedlungsgrundstücke haben Platz für die Außeneinheit, und die Heizkörper der 1930er Jahre sind meist groß genug; dass der Öltausch nach heutigem Stand die höchste Förderstufe auslöst, kommt dazu. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde ist die bessere Wahl bei großen Häusern und bei Eigentümern, die auf Dauer die geringsten Stromkosten wollen; sie kostet rund 10.000 Euro mehr und bekommt 5 Prozent Effizienzbonus.
Ein Gas-Brennwertkessel bleibt eine Option, wenn das Haus ungedämmt ist und die Vorlauftemperatur nicht unter 60 Grad zu bringen ist; dann ist die Hybridanlage aus Brennwertkessel und Wärmepumpe oft der bessere Kompromiss. Pellets kommen in Frage, wo der alte Tankraum groß genug für ein Lager von sechs Quadratmetern ist, was in den Häusern der 1930er Jahre mit Vollkeller häufig zutrifft.
Nicht sinnvoll ist ein reiner Gaskessel als Lösung für die nächsten 20 Jahre in einem Haus, das ohnehin bald gedämmt wird; und nicht sinnvoll ist eine zu große Wärmepumpe, die im Teillastbetrieb taktet. Deshalb rechnen wir die Heizlast, statt nach der alten Kesselleistung zu gehen, die in den 1990er Jahren fast immer zu groß gewählt wurde; was in diese Rechnung eingeht, erklärt Heizlastberechnung.
Was eine neue Heizung in Lichtenrade kostet
Vier Zeilen für Lichtenrade: die beiden Wärmepumpen, weil der Ortsteil Wärmepumpenland ist, dazu der Hybrid für das ungedämmte Haus der 1930er Jahre und der Gaskessel für die Doppelhaushälfte, die beim Gas bleibt. Die Zahlen sind Erfahrungswerte für Einfamilien- und Doppelhäuser, eingebaut und brutto; anderes gibt es in Lichtenrade kaum.
| Anlage | Typischer Fall in Lichtenrade | Kosten eingebaut | Bauzeit |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher, Hydraulik, Elektro | Siedlungshaus, Bungalow, Doppelhaus | 25.000–45.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | Bungalow auf großem Grundstück | 35.000–55.000 € | 1–2 Wochen inkl. Bohrung |
| Hybrid aus Gas-Brennwert und Wärmepumpe | Ungedämmtes Haus der 1930er Jahre | 30.000–50.000 € | 4–6 Arbeitstage |
| Gas-Brennwertkessel inkl. Speicher, Abgasleitung | Doppelhaus mit Gasanschluss | 9.000–16.000 € | 2–3 Arbeitstage |
Eine Pelletheizung mit Lager im alten Tankraum liegt erfahrungsgemäß bei 28.000 bis 45.000 Euro. Nach oben ziehen der Ausbau eines Erdtanks, mehrere neue Heizkörper und eine Elektroverteilung aus der Bauzeit. Nach unten zieht ein Kellertank, dessen Raum als Technikraum taugt. Die übrigen Positionen, die ein Angebot nach oben oder unten schieben, gehen wir unter Heizung Kosten einzeln durch.
Förderung, Stand 2026
Beim Austausch einer Ölheizung gegen eine Wärmepumpe sind nach heutigem Stand 30 Prozent Grundförderung plus 20 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus üblich, bei Erdwärme 5 Prozent Effizienzbonus dazu, bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro weitere 30 Prozent. Der Deckel liegt bei 70 Prozent von 30.000 Euro förderfähigen Kosten. Gas-Brennwertkessel werden nicht gefördert. So steht es heute in den Richtlinien; was in einem Jahr gilt, wissen wir nicht, und deshalb tragen wir die Förderung mit Datum ins Angebot ein und stellen den Antrag, bevor der Vertrag unterschrieben ist. Wie der Einkommensbonus nachgewiesen wird und welcher Bonus bei einem vermieteten Haus wegfällt, erklärt Heizungsförderung.
Die Baustelle im Haus
Die Lichtenrader Baustelle ist übersichtlich: Der Zugang läuft über Keller und Garten, der Container für den alten Kessel steht in der Einfahrt, geparkt wird vor dem Haus. Der Tankschutzbetrieb kommt vor uns, leert und reinigt den Tank und baut ihn aus oder legt ihn still. Die Außeneinheit kommt mit dem Hubwagen durch den Garten oder, bei schmalem Seitenweg, mit einem kleinen Kran über die Garage.
Bei einer Erdsonde steht das Bohrgerät zwei bis drei Tage auf dem Grundstück; Rasen und Beete an der Bohrstelle werden danach neu angelegt, was wir vorher mit Ihnen besprechen. In Doppel- und Reihenhäusern sagen wir dem Nachbarn Bescheid, bevor gebohrt oder gestemmt wird.
Ablauf und Zeitplan
Das Angebot kommt wenige Tage nach unserem Besuch. Sobald Sie zusagen, geht der Förderantrag an die KfW, vor dem Vertrag oder mit aufschiebender Bedingung; danach wird bestellt, bei Wärmepumpen sind vier bis acht Wochen Lieferzeit üblich. Wer den Tank im Herbst nicht mehr füllen will, sollte deshalb im Frühsommer mit uns sprechen.
Der Einbau dauert bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe drei bis fünf Arbeitstage, mit Erdsonde ein bis zwei Wochen einschließlich Bohrung, beim Brennwertkessel zwei bis drei Tage, bei Pellets vier bis sechs. Am letzten Tag läuft die Anlage: Wir nehmen sie in Betrieb, stellen im hydraulischen Abgleich jeden Heizkörper ein und gehen mit Ihnen die Regelung durch; die Bescheinigung für die KfW und die Meldung an den Schornsteinfeger nehmen Sie mit. Was zwischen Angebot und diesem Tag alles passiert, haben wir im Ablauf des Heizungstauschs der Reihe nach aufgeschrieben.
Wenn der Ölkessel im Januar streikt, sind wir nicht die Adresse
Streikt der Kessel von 1994 an einem Januarmorgen, rufen Sie den Betrieb an, der ihn zuletzt gewartet hat, oder einen Notdienst. Wir kommen für den Neubau und den Tausch der Anlage, und wir warten und reparieren, was wir selbst eingebaut haben. Für einen Kessel, den ein anderer Betrieb gesetzt hat, ist dieser Betrieb zuständig, und für den Havariefall ein Notdienst; beides gehört nicht zu unserem Angebot.
Drei weitere Gewerke gehören in Lichtenrade fast immer dazu, und keines davon sind wir: Der Bezirksschornsteinfeger legt den alten Zug still oder nimmt die neue Abgasleitung ab, der Tankschutzbetrieb leert und entsorgt den Öltank, und bei einer Erdsonde beantragen Sie als Bauherr die wasserrechtliche Erlaubnis, für die wir die Unterlagen des Bohrbetriebs beisteuern. Reicht der Hausanschluss nicht, bestellen Sie die Verstärkung bei Stromnetz Berlin.
Einsatzgebiet: Lichtenrade und die Nachbarn
Gebaut wird in ganz Lichtenrade: rund um Alt-Lichtenrade und den Dorfteich, entlang der Bahnhofstraße und der Goltzstraße, in Lichtenrade-Ost bis zur Kettinger Straße, in Lichtenrade-West bis an die Stadtgrenze und in den Siedlungsstraßen am Lichtenrader Damm. Südlich der Stadtgrenze beginnt mit Mahlow und Großbeeren Brandenburg.
Über die Ortsteilgrenze hinaus arbeiten wir in Tempelhof mit Marienfelde und Mariendorf, wo sich die Siedlungshäuser der 1930er Jahre fortsetzen, und in Neukölln, dessen Einfamilienhausgebiete in Buckow und Rudow an Lichtenrade-Ost anschließen.
Weiterlesen für das Haus mit Öltank
Was eine Wärmepumpe im Siedlungshaus voraussetzt, erklärt die Leistungsseite; die Entscheidungen beim Abschied vom Öl, vom Tank bis zur Förderung, geht Ölheizung ersetzen der Reihe nach durch. Ob Gussheizkörper aus der Bauzeit reichen, klärt Wärmepumpe im Altbau. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat oder plant, rechnet mit Photovoltaik und Wärmepumpe nach, wie viel Eigenstrom die Anlage im Winter tatsächlich nutzt. Den Überblick für das eigene Haus gibt Heizung im Einfamilienhaus.
Sagen Sie uns, wie alt der Kessel ist und wo der Tank liegt
Kesseljahr, Tank im Keller oder im Garten, ungefähre Grundstücksgröße: Mit diesen drei Angaben können wir am Telefon schon sagen, ob Erdsonde oder Luft-Wasser-Gerät für Ihr Haus in Frage kommt. 030 2192 8018, werktags von 7 bis 17 Uhr; wer lieber schreibt, trägt die drei Angaben ins Formular unten auf der Seite ein.
