Das Bild und die Zahlen dahinter
Die Wärmepumpe braucht Strom, die Photovoltaik liefert Strom, also passt beides zusammen. Das stimmt, aber nicht zu den Zeiten, in denen es darauf ankommt. Eine Photovoltaikanlage in Berlin liefert 900 bis 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt Peak im Jahr, davon fallen rund 70 Prozent zwischen April und September an. In den drei Monaten Dezember, Januar und Februar zusammen sind es etwa 10 Prozent.
Die Wärmepumpe verhält sich umgekehrt. Ein Einfamilienhaus mit 15.000 bis 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf braucht bei einer Jahresarbeitszahl von 3 bis 3,5 etwa 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden Strom, und zwei Drittel davon zwischen November und Februar. Im Sommer läuft sie nur für Warmwasser, mit zwei bis drei Kilowattstunden am Tag.
| Zeitraum | Anteil des PV-Jahresertrags | Anteil des Wärmepumpen-Jahresstroms |
|---|---|---|
| Dezember bis Februar | rund 10 % | rund 45 % |
| März, April, Oktober, November | rund 30 % | rund 40 % |
| Mai bis September | rund 60 % | rund 15 % |
Die Überschneidung liegt in der Übergangszeit. Dort läuft die Wärmepumpe mit mäßiger Last, und das Dach liefert an klaren Tagen genug, um sie tagsüber zu versorgen. Im Kern des Winters läuft sie rund um die Uhr, und das Dach liefert an einem trüben Januartag wenige Kilowattstunden.
Eigenverbrauchsquote: was realistisch ist
Die Frage ist nicht, wie viel Strom das Dach im Jahr liefert, sondern wie viel davon zur gleichen Zeit in der Wärmepumpe gebraucht wird. Ohne Speicher landen im Jahresmittel 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms vom Dach. Der untere Wert gilt für ein Süddach mit 6 Kilowatt Peak und eine gut gedämmte Hülle, der obere für ein Ost-West-Dach mit 10 bis 12 Kilowatt Peak und einer Wärmepumpe, die über Warmwasser und Puffer tagsüber Wärme vorhalten kann.
Mit Batteriespeicher steigt der Anteil auf 40 bis 55 Prozent, vor allem, weil die Übergangszeit besser abgedeckt wird. Im Januar ändert der Speicher wenig, denn er ist am Abend leer, bevor die Nachtlast beginnt. Der Haushaltsstrom profitiert von einem Speicher stärker als die Wärmepumpe.
Über 60 Prozent kommt nur, wer die Anlage sehr groß und die Wärmepumpe klein hält, also ein Haus mit geringer Heizlast und großem Dach. Solche Häuser gibt es in Berlin in den Neubaugebieten und in sanierten Siedlungshäusern; für den Gründerzeit- oder Nachkriegsbestand sind 25 bis 40 Prozent die ehrliche Zahl.
SG-Ready: was die Schnittstelle kann und was nicht
SG-Ready ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe für eine standardisierte Schnittstelle. Technisch sind es zwei Schaltkontakte am Regler der Wärmepumpe, die vier Zustände abbilden: Zustand 1 sperrt die Wärmepumpe, Zustand 2 ist Normalbetrieb, Zustand 3 gibt einen verstärkten Betrieb mit erhöhten Solltemperaturen frei, Zustand 4 einen Anlaufbefehl mit maximaler Leistung. Der Energiemanager der Photovoltaikanlage oder der Wechselrichter schaltet die Kontakte, wenn Überschuss anliegt.
In der Praxis bedeutet das: Bei Sonne hebt die Wärmepumpe die Warmwassertemperatur von 48 auf 55 bis 60 Grad und die Puffertemperatur um einige Kelvin an. Dadurch speichert sie Strom als Wärme, die abends und nachts genutzt wird. Ein 300-Liter-Warmwasserspeicher, um 10 Kelvin höher geladen, nimmt rund 3,5 Kilowattstunden Wärme auf, wofür etwa eine Kilowattstunde Strom nötig ist. Ein 500-Liter-Puffer um 5 Kelvin ergibt weitere 3 Kilowattstunden Wärme.
Das ist nützlich, aber begrenzt. Ein Mittag mit Überschuss bringt so ein bis zwei Kilowattstunden Strom zusätzlich in die Wärmepumpe. Über das Jahr ergibt SG-Ready einige Prozentpunkte mehr Eigenverbrauch, keine Verdopplung. Und jedes Kelvin mehr Temperatur senkt die Effizienz der Wärmepumpe leicht, deshalb sollte die Anhebung nicht übertrieben werden. Wie groß Warmwasser- und Pufferspeicher sein dürfen, damit sie als Stromspeicher taugen, ohne über Standverluste den Gewinn wieder aufzuzehren, rechnet die Seite Pufferspeicher in Berlin durch.
Wichtig ist, dass die Schnittstelle verkabelt und im Regler aktiviert ist; vorhanden ist sie bei fast allen Geräten, aktiv ab Werk selten. Das Kabel vom Energiemanager zur Wärmepumpe ist ein einfaches Steuerkabel, aber es muss bei der Installation gelegt werden. Aufwendigere Kopplungen über Modbus oder EEBus erlauben eine feinere Steuerung, brauchen aber Geräte, die zueinander passen.
Batteriespeicher: nüchtern betrachtet
Ein Batteriespeicher mit 5 bis 10 Kilowattstunden verschiebt den Mittagsstrom in den Abend. Für den Haushalt ist das der Hauptnutzen, denn dort liegt die Last morgens und abends. Für die Wärmepumpe hilft er in der Übergangszeit, wenn die Nächte kühl sind und das Dach am Tag geliefert hat. Im Hochwinter reicht der Tagesertrag oft nicht, um den Speicher überhaupt zu füllen, und im Sommer läuft die Wärmepumpe kaum.
Ob sich der Speicher rechnet, hängt vom Preis je Kilowattstunde Kapazität, von der Zahl der Zyklen und von der Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung ab. Diese Rechnung macht der Solarteur mit den aktuellen Preisen. Aus Sicht der Heizung gilt: Der Speicher ist keine Voraussetzung für eine gute Kombination, und ein Warmwasserspeicher mit SG-Ready ist der günstigere erste Schritt.
Wärmepumpentarif oder Solarstrom
Hier gibt es einen Zielkonflikt, den viele erst nach dem Bau bemerken. Ein Wärmepumpentarif mit reduziertem Netzentgelt nach Paragraf 14a EnWG setzt eine eigene Messung der Wärmepumpe voraus, also einen zweiten Zähler. Dann läuft der Solarstrom zunächst nur in den Haushaltskreis, nicht in die Wärmepumpe.
Die Lösung ist eine Kaskadenmessung, bei der der Wärmepumpenzähler hinter dem Haushaltszähler sitzt und der Solarstrom beide versorgen kann. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin muss diese Messanordnung genehmigen, und nicht jeder Stromanbieter bietet dazu einen passenden Tarif. Die Alternative ist ein gemeinsamer Zähler ohne Wärmepumpentarif; dann fließt der Solarstrom frei, aber der Netzstrom für die Wärmepumpe kostet den Haushaltspreis.
Welche Variante günstiger ist, hängt von der Eigenverbrauchsquote und den Tarifen ab. Bei 25 bis 40 Prozent Eigenstrom und einem Tarifvorteil von einigen Cent je Kilowattstunde liegen beide Wege oft nah beieinander. Rechnen lässt sich das vorher, und der Zählerschrank sollte so gebaut werden, dass beide Varianten möglich bleiben.
Was es im Jahr bringt: ein Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus in Lichtenrade, Stand 2026: Die Wärmepumpe braucht 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, das Dach trägt 10 Kilowatt Peak, kein Batteriespeicher. Vom Wärmepumpenstrom kommen 30 Prozent vom Dach, das sind 1.500 Kilowattstunden. Jede davon ersetzt Netzstrom für 25 bis 30 Cent und kostet eine entgangene Einspeisevergütung von rund 8 Cent. Das ergibt 250 bis 330 Euro im Jahr.
Dazu kommt der Haushaltsstrom, der mit 30 bis 40 Prozent Eigenverbrauch eine ähnliche Summe bringt, und die Einspeisung des Restes. Die Photovoltaikanlage rechnet sich in Berlin auch ohne Wärmepumpe; mit Wärmepumpe verbessert sich die Rechnung um die genannten 250 bis 330 Euro. Die Wärmepumpe rechnet sich mit oder ohne Dach über die Förderung und die Betriebskosten. Beides zusammen ist eine gute Ergänzung, aber keine Voraussetzung füreinander.
Wer welchen Teil baut
Die Wärmepumpe mit Speicher, Hydraulik und Elektroanschluss ist Heizungsbau. Die Photovoltaikanlage mit Wechselrichter, Batteriespeicher, Energiemanager und der Anmeldung nach VDE-AR-N 4105 ist Sache des Solarteurs. Der Zählerschrank ist die Schnittstelle, an der beide zusammenkommen.
| Bauteil | Heizungsbau | Solarteur |
|---|---|---|
| Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik | ja | |
| Elektroanschluss der Wärmepumpe, Anmeldung ab 4,2 kW | ja | |
| SG-Ready-Kontakt verdrahten und im Regler aktivieren | ja | Signal liefern |
| Module, Wechselrichter, Batteriespeicher | ja | |
| Energiemanager | ja | |
| Zählerschrank, Zählerplätze, Kaskadenmessung | abstimmen | abstimmen |
| Anmeldung PV beim Netzbetreiber | ja | |
| Regelung der Wärmepumpe, Temperaturanhebung | ja |
Die Reihenfolge ist: Heizung zuerst planen, weil ihre Heizlast und ihr Strombedarf die Größe der Anlage mitbestimmen. Wer beides in einem Jahr macht, plant Zählerplatz, Steuerkabel und Energiemanager einmal und spart den zweiten Umbau. Welche Wärmepumpe in ein Bestandshaus passt und was sie mit Elektro kostet, beschreibt Wärmepumpe in Berlin; die Kilowattzahl, mit der der Solarteur dann rechnet, liefert die Heizlastberechnung.
Im Mehrfamilienhaus und im Gewerbe
Im Mehrfamilienhaus mit zentraler Wärmepumpe liegt die Photovoltaik meist auf dem Flachdach des Seitenflügels oder auf dem Satteldach zum Hof. Der Wärmepumpenstrom läuft dann über den Allgemeinstromzähler, und die Eigenverbrauchsquote ist oft höher als im Einfamilienhaus, weil Warmwasser für viele Wohnungen auch im Sommer einen stetigen Bedarf ergibt. Mieterstrom für die Wohnungen ist ein eigenes Thema mit eigenem Aufwand für Messung und Abrechnung.
Im Gewerbe passt die Kombination in der Regel am besten: Büros, Werkstätten und Verkaufsflächen werden tagsüber beheizt, wenn das Dach liefert, und stehen nachts kühler. Dort sind Eigenverbrauchsquoten über 50 Prozent für die Wärmepumpe erreichbar. Wie eine Wärmepumpe für eine Werkstatt oder ein Bürohaus ausgelegt wird, damit sie tagsüber mit dem Dach zusammenläuft, beschreibt die Seite Heizung im Gewerbe.
Förderung: zwei getrennte Töpfe
Die Wärmepumpe wird nach heutigem Stand über die Heizungsförderung des Bundes mit 30 bis 70 Prozent bezuschusst; welche Boni dahinterstecken und in welcher Reihenfolge Antrag und Auftrag laufen müssen, erklärt die Heizungsförderung. Die Photovoltaik läuft über die Einspeisevergütung nach dem EEG und über den Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer für Anlagen bis 30 Kilowatt Peak. Photovoltaik erhöht die Heizungsförderung nicht, und die Wärmepumpe erhöht die Einspeisevergütung nicht. Beide Töpfe sind unabhängig, und der Wärmepumpenantrag wird vor dem Auftrag gestellt.
Solarthermie als Alternative
Wer eine Gas- oder Pelletheizung hat, fährt mit Solarthermie für Warmwasser oft gut, weil der Kessel im Sommer ausbleibt. Bei einer Wärmepumpe ist Photovoltaik die bessere Ergänzung: Der Strom ist flexibel für Heizung, Warmwasser und Haushalt nutzbar, und die Wärmepumpe macht das Warmwasser im Sommer ohnehin mit geringem Stromaufwand. Beides zusammen mit einer Wärmepumpe lohnt sich nur in Sonderfällen mit großem Warmwasserbedarf. Für wen Kollektoren auf dem Dach trotzdem die richtige Wahl sind und was sie eingebaut kosten, zeigt die Seite Solarthermie in Berlin.
Was wir davon leisten
Wir bauen die Wärmepumpe mit Speicher, Hydraulik, Elektroanschluss und Anmeldung beim Netzbetreiber, verdrahten die SG-Ready-Schnittstelle und stellen den Regler so ein, dass die Temperaturanhebung bei Überschuss sinnvoll bleibt. Den Zählerschrank stimmen wir mit dem Solarteur ab, damit Kaskadenmessung und Wärmepumpentarif möglich bleiben. Die Photovoltaik selbst bauen wir nicht; dafür ist der Solarteur richtig, und wir sprechen vor Baubeginn mit ihm. Eine Wärmepumpe, die ein anderer Betrieb gesetzt hat, rüsten wir nicht nachträglich auf SG-Ready um und reparieren sie auch nicht; dafür ist der Betrieb zuständig, der sie eingebaut hat, bei einer Störung im Winter ein Notdienst. Gewartet werden bei uns die Anlagen, die wir selbst gebaut haben.
Liegen die Module schon, oder kommen sie noch?
Sagen Sie uns, ob die Photovoltaik schon auf dem Dach liegt oder erst geplant ist, wie groß das Haus ist und welche Heizung heute läuft, dann ordnen wir am Telefon ein, in welcher Reihenfolge Wärmepumpe, Zählerschrank und Solarteur drankommen: 030 2192 8018, werktags zwischen 7 und 17 Uhr. Wer die Kilowatt-Peak-Zahl seiner Anlage kennt, trägt sie gleich ins Formular unten auf der Seite ein.
