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Wärmepumpe Altbau Berlin: flacher Niedertemperatur-Heizkörper unter dem Fenster eines Altbau-Wohnzimmers
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Wärmepumpe im Berliner Altbau

Der Berliner Altbau ist kein Einzelfall, sondern der Normalfall: Gründerzeithäuser mit 38 bis 51 Zentimeter Ziegelwand, 3,20 Meter hohen Räumen und Heizkörpern, die in den neunziger Jahren für 70 Grad Vorlauf ausgelegt wurden. Ob dort eine Wärmepumpe funktioniert, entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Frage, mit welcher Vorlauftemperatur das Haus warm wird. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das selbst prüfen und was daraus folgt.

Was Altbau in Berlin heißt

Wer in Berlin Altbau sagt, meint meist die Gründerzeit: Häuser zwischen 1870 und 1918 mit Ziegelmauerwerk von 38 bis 51 Zentimetern, Räumen von 3,20 bis 3,60 Metern Höhe, Kastenfenstern oder inzwischen Isolierglasfenstern, Holzbalkendecken und einem Hof. Dazu kommen die Siedlungen der zwanziger und dreißiger Jahre in Britz, Zehlendorf, Siemensstadt oder Weißensee und die Stadtvillen in Grunewald, Dahlem, Frohnau und Lichterfelde.

Geheizt wird dort selten mit dem Original. In den Gründerzeithäusern wurden in den neunziger Jahren Etagen-Gasthermen eingebaut, mit Heizkörpern, die für 70 Grad Vorlauf ausgelegt sind. In Stadtvillen und Siedlungshäusern steht meist ein Gas- oder Ölkessel im Keller, ebenfalls mit einem Rohrnetz für hohe Temperaturen. Genau diese Auslegung ist der Punkt, an dem die Wärmepumpe ansetzt.

Warum die Vorlauftemperatur alles entscheidet

Eine Wärmepumpe hebt Wärme von der Außenluft auf die Temperatur des Heizwassers. Je kleiner dieser Hub, desto weniger Strom braucht sie. Als Faustregel spart jedes Grad weniger Vorlauf 2 bis 2,5 Prozent Strom. Bei 35 Grad Vorlauf, wie in einer Fußbodenheizung, erreicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Berlin eine Jahresarbeitszahl von 3,8 bis 4,2. Bei 55 Grad sind es 2,8 bis 3,2. Bei 65 Grad läuft sie noch, aber die Stromrechnung nähert sich der Gasrechnung.

Vorlauftemperatur Typisch für Jahresarbeitszahl Luft-Wasser, Erfahrungswert
35 °C Fußbodenheizung, Neubau 3,8–4,2
45 °C große Heizkörper, teilsanierter Altbau 3,3–3,7
55 °C Heizkörper aus den Neunzigern, unsanierter Altbau 2,8–3,2
65 °C knappe Heizkörper, Notlösung 2,3–2,7

Die Grenze, unterhalb derer eine Wärmepumpe im Altbau wirtschaftlich ist, liegt nach heutigem Stand bei etwa 55 Grad Vorlauf am kältesten Tag. Deshalb ist die erste Frage nicht, ob das Haus gedämmt ist, sondern ob die Heizkörper das Haus mit 55 Grad warm bekommen.

Der 55-Grad-Test: in einer kalten Woche selbst prüfen

Das lässt sich ohne Rechnung prüfen, solange die alte Heizung noch läuft. Sie brauchen eine Woche mit Außentemperaturen um oder unter null Grad, am besten im Januar oder Februar. An der Therme oder am Kessel begrenzen Sie die maximale Vorlauftemperatur auf 55 Grad; bei den meisten Geräten geht das im Menü über die Heizkurve oder direkt als Kesselsolltemperatur. Dann drehen Sie alle Thermostate ganz auf und warten zwei Tage.

Werden alle Räume 20 Grad warm, reichen die Heizkörper für eine Wärmepumpe. Bleiben einzelne Räume bei 17 oder 18 Grad, brauchen nur diese Räume größere Heizkörper, alle anderen bleiben. Bleibt das ganze Haus kühl, ist die Heizlast zu hoch für die vorhandenen Flächen, und dann geht es um mehr Heizkörper, um Dämmung oder um eine andere Lösung.

Zwei Einschränkungen: Bei Außentemperaturen um null Grad ist die Heizlast erst bei rund 60 Prozent des Auslegungswerts, denn die Auslegung gilt für minus 12 Grad. Wer bei null Grad testet, sollte deshalb 50 Grad einstellen; wer eine Frostwoche mit minus 5 bis minus 10 Grad erwischt, testet mit 55 Grad. Und der Test sagt nichts über das Warmwasser, das die Wärmepumpe ohnehin getrennt mit höherer Temperatur lädt. Wenn Sie den Test lieber begleitet machen wollen, stellen wir die Heizkurve beim Vor-Ort-Termin mit ein.

Heizkörpertausch: welche und wie viele

Ein Heizkörper gibt bei niedrigerer Temperatur weniger Wärme ab, und zwar überproportional. Ein Heizkörper, der bei 70/55 Grad 1.000 Watt leistet, bringt bei 55/45 Grad noch etwa 640 Watt, bei 45/35 Grad 370 Watt. Wer die Vorlauftemperatur senkt, braucht also an manchen Stellen mehr Fläche.

Auslegung Vorlauf/Rücklauf Leistung im Verhältnis zu 70/55
70/55 °C 100 %
55/45 °C rund 64 %
45/35 °C rund 37 %
35/28 °C rund 18 %

Der einfachste Tausch ist der von einem einlagigen Plattenheizkörper Typ 11 auf einen zweilagigen Typ 22 oder dreilagigen Typ 33 in gleicher Baulänge und Höhe. Die Anschlüsse bleiben, die Leistung verdoppelt bis verdreifacht sich. Alte Gussradiatoren haben oft mehr Fläche als gedacht und bleiben. Der Tausch kostet erfahrungsgemäß 400 bis 900 Euro je Heizkörper mit Ventil und Montage und zählt zu den förderfähigen Kosten der Wärmepumpe. Meist sind es zwei bis vier Heizkörper je Wohnung oder Haus, nicht alle.

Wo ohnehin der Boden erneuert wird, ist die Fußbodenheizung die beste Fläche für eine Wärmepumpe. In Gründerzeithäusern mit Holzbalkendecken geht das mit dünnen Trockensystemen, aber nicht in jedem Raum. Ob sich der Aufwand gegenüber größeren Heizkörpern lohnt, hängt vom Bodenaufbau und davon ab, wie lange der Raum ohnehin Baustelle ist; wir haben beides unter Heizkörper oder Fußbodenheizung gegeneinander gerechnet. Wie viel Fläche ein Raum tatsächlich braucht, ergibt erst die raumweise Heizlastberechnung, und die ersetzt den 55-Grad-Test, wenn kein Winter mehr abzuwarten ist.

Dämmung: was nötig ist und was nicht

Eine Wärmepumpe setzt keine Dämmung voraus. Sie setzt eine Vorlauftemperatur voraus, und die hängt von der Heizlast im Verhältnis zur Heizkörperfläche ab. Ein unsaniertes Gründerzeithaus mit 80 bis 120 Watt je Quadratmeter Heizlast lässt sich mit großen Heizkörpern bei 55 Grad heizen; die Wärmepumpe wird größer, die Stromkosten höher, aber die Anlage funktioniert.

Die Fassade ist im Berliner Altbau wegen Stuck, Denkmalschutz oder Grenzbebauung selten dämmbar. Günstiger sind die Kellerdecke von unten, die oberste Geschossdecke oder das Dach, dichte Fenster und eine Innendämmung an einzelnen kalten Wänden. Zusammen senken sie die Heizlast um 10 bis 20 Prozent, was oft reicht, um die Heizkurve von 55 auf 50 Grad zu senken. Ob das vor der Wärmepumpe oder danach geschieht, ist eine Frage des Budgets; die Wärmepumpe sollte auf den Zustand ausgelegt sein, den das Haus in den nächsten Jahren hat.

Etagenwohnung oder ganzes Haus

Für die einzelne Etagenwohnung mit Gastherme ist die Wärmepumpe selten die Antwort. Die Außeneinheit müsste an Fassade oder Balkon, die Eigentümergemeinschaft müsste zustimmen, und Kältemittelleitungen durch das Gemeinschaftseigentum sind ein Thema für sich. Wohnungsgeräte mit Luftkanälen durch die Außenwand gibt es, sie brauchen aber zwei Kernbohrungen mit 20 Zentimetern Durchmesser und liefern wenig Leistung. Realistisch bleibt für die Wohnung der Tausch der Therme, beschrieben unter Gastherme in Berlin.

Für das ganze Haus sieht es anders aus. Ein Gründerzeithaus mit zehn bis zwanzig Wohnungen bekommt eine zentrale Wärmepumpe oder eine Kaskade im Hof oder auf dem Flachdach des Seitenflügels, neue Steigestränge oder die vorhandenen der alten Zentralheizung, und das Warmwasser wahlweise zentral über Speicher oder weiter dezentral über die vorhandenen Durchlauferhitzer. Bleiben die Durchlauferhitzer, muss die Wärmepumpe nur die Heizung bedienen und kann mit 45 bis 50 Grad laufen; was das gegenüber einem zentralen Speicher an Strom, Platz und Leitungen bedeutet, haben wir unter Warmwasser zentral oder dezentral gegenübergestellt. In einem Haus mit Eigentümergemeinschaft braucht die Zentralisierung einen Beschluss, und der scheitert erfahrungsgemäß eher an der Kostenverteilung als an der Technik; wie die Versammlung dafür vorbereitet wird, beschreibt Heizung in der Eigentümergemeinschaft.

Denkmalschutz und die Außeneinheit

Viele Gründerzeithäuser in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Charlottenburg oder Friedrichshain stehen als Ensemble oder Einzeldenkmal unter Schutz. Eine Außeneinheit an der Straßenfassade wird die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks nicht genehmigen. Im Hof, auf einem nicht einsehbaren Flachdach oder hinter einer Einfriedung im Garten ist die Zustimmung erfahrungsgemäß möglich. Der Antrag braucht Fotos, eine Zeichnung mit Maßen und die Schalldaten des Geräts.

Auch ohne Denkmalschutz ist der Hof der übliche Ort. Dort geht es um die Abstandsfläche zum Nachbargrundstück, die nach der Berliner Bauordnung für Geräte üblicher Größe in vielen Fällen eingehalten oder unterschritten werden darf, aber im Einzelfall geprüft wird, und um den Weg für Kondensat, das im Winter nicht auf den Hofweg laufen soll.

Schall im Innenhof

Aktuelle Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen bei 30 bis 35 Dezibel in drei Metern Abstand im Nachtbetrieb. Der Innenhof ist trotzdem der schwierigere Ort, weil die Wände den Schall reflektieren und drei bis sechs Dezibel addieren. Deshalb steht das Gerät nicht in einer Ecke und nicht unter Schlafzimmerfenstern, mit Abstand zur Wand auf einem schwingungsentkoppelten Fundament oder einer Konsole, und die Nachtabsenkung lässt es nachts leiser laufen.

Der Richtwert der TA Lärm liegt in allgemeinen Wohngebieten nachts bei 40 Dezibel am nächsten Fenster, in reinen Wohngebieten bei 35. Die meisten Gründerzeitquartiere sind allgemeine Wohngebiete oder Mischgebiete, die Villengegenden reine Wohngebiete. Mit dem Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe lässt sich der Wert für den konkreten Standort vorab berechnen, und diese Rechnung gehört ins Angebot.

Strom, Anmeldung und Netzbetreiber

Für eine Stadtvilla oder ein Siedlungshaus reicht der Hausanschluss in der Regel. Für ein Mehrfamilienhaus mit 30 bis 60 Kilowatt Wärmeleistung wird die Hausanschlussleistung bei Stromnetz Berlin geprüft und gegebenenfalls erhöht, was der Netzbetreiber ausführt. Jede Wärmepumpe über 4,2 Kilowatt elektrischer Leistung wird vor der Inbetriebnahme bei Stromnetz Berlin angemeldet. Der Netzbetreiber darf sie dann nach Paragraf 14a EnWG in Engpasszeiten kurz drosseln, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt für den Wärmepumpenstrom; mit einem Pufferspeicher im Keller merkt man von der Drosselung im Haus nichts. Im Zählerschrank braucht sie in der Regel einen eigenen Zählerplatz.

Kosten und Förderung, kurz

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus oder in der Stadtvilla liegt erfahrungsgemäß bei 25.000 bis 45.000 Euro brutto mit Speicher, Hydraulik und Elektro, plus 400 bis 900 Euro je getauschtem Heizkörper. Für ein Mehrfamilienhaus lässt sich keine Spanne nennen; dort ergibt sich der Preis aus Heizlast, Zahl der Wohnungen und dem Zustand der Steigestränge. Wo das Haus an hohen Temperaturen hängt, ist ein Hybrid aus Wärmepumpe und Gas-Brennwertkessel eine Zwischenlösung, siehe Hybridheizung.

Nach heutigem Stand gibt es 30 Prozent Grundförderung, 20 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung für Selbstnutzer, 5 Prozent bei natürlichem Kältemittel und bis zu 30 Prozent Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 Prozent. Für den Altbau zählt, dass die vergrößerten Heizkörper als Umfeldmaßnahme zu den förderfähigen Kosten der Wärmepumpe gehören, wenn sie im selben Antrag stehen. Wie der Kostendeckel von 30.000 Euro für die erste und 15.000 Euro für jede weitere Wohneinheit bei einem Haus mit zwölf Wohnungen wirkt, rechnen wir vor dem Auftrag mit den dann geltenden Sätzen durch; die Bausteine im Einzelnen erklärt Heizungsförderung.

Die Reihenfolge der Entscheidungen

Erstens der 55-Grad-Test im Winter oder ersatzweise die raumweise Heizlastberechnung. Zweitens der Aufstellort mit Abstand, Schall und Denkmalschutz. Drittens das Warmwasser, zentral oder dezentral. Viertens der Stromanschluss und die Anmeldung. Fünftens die Förderung mit Antrag vor dem Auftrag. Wer diese fünf Punkte geklärt hat, weiß, ob die Wärmepumpe in seinem Altbau funktioniert und was sie kostet.

Was wir im Altbau übernehmen und was nicht

Beim ersten Termin im Haus gehen wir durch die Räume und notieren jeden Heizkörper mit Typ, Länge und Höhe, sehen uns Steigestränge, Hof, Zählerschrank und das Warmwasser an und stellen auf Wunsch die Heizkurve für den 55-Grad-Test ein. Dieser Termin kostet nichts. Das Angebot enthält danach die Liste der Räume, in denen Heizkörper vergrößert werden, die Schallrechnung für den Hof und einen Festpreis, der Fundament, Kernbohrungen und Elektroanschluss einschließt. Wir bauen die Wärmepumpe mit Speicher, Hydraulik und Heizkörpertausch, nehmen sie in Betrieb, gleichen die Stränge hydraulisch ab und stellen die Heizkurve im ersten Winter nach. Den Antrag beim Denkmalschutz bereiten wir vor, stellen tut ihn der Eigentümer.

Wir bauen neue Anlagen und ersetzen alte, mehr nicht. Eine Wärmepumpe, die ein anderer Betrieb eingebaut hat und die im Januar nicht mehr anspringt, gehört zu dem Betrieb, der sie kennt, oder zu einem Notdienst; einen Notdienst haben wir nicht. Anlagen aus unserer Hand warten wir selbst.

Wenn Ihr Gründerzeithaus noch mit 70 Grad heizt

Sagen Sie uns am Telefon, ob es um eine Etagenwohnung, eine Villa oder ein ganzes Haus mit Hof geht und ob der 55-Grad-Test schon gelaufen ist; dann können wir einordnen, ob die Wärmepumpe bei Ihnen eine Frage von zwei Heizkörpern oder von einer Zentralisierung ist. Die Nummer dafür ist 030 2192 8018, besetzt werktags zwischen 7 und 17 Uhr. Wer den Test erst im nächsten Winter machen will, schreibt uns über das Formular unten, welches Haus und welche Therme es sind, und wir melden uns vor der ersten Frostwoche.

Wärmepumpe Altbau Berlin: Stuckfassade eines Berliner Gründerzeithauses mit Balkonen
Stuckfassade eines Berliner Gründerzeithauses mit Balkonen (Symbolbild)

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe in einem Gründerzeithaus von 1905 ohne Dämmung?

Ja, wenn die Heizkörper das Haus mit höchstens 55 Grad Vorlauf warm bekommen, und das ist in vielen Gründerzeithäusern mit den großen Heizkörpern aus den Neunzigern der Fall. Die Heizlast liegt dann bei 80 bis 120 Watt je Quadratmeter, was eine größere Wärmepumpe und höhere Stromkosten bedeutet, aber kein Ausschluss. Ob es reicht, zeigt der 55-Grad-Test in einer kalten Woche.

Wie mache ich den 55-Grad-Test mit meiner Gastherme?

In einer Woche mit Außentemperaturen um oder unter null Grad begrenzen Sie die Vorlauftemperatur an der Therme auf 55 Grad, drehen alle Thermostate ganz auf und warten zwei Tage. Werden alle Räume 20 Grad warm, reichen die Heizkörper. Bleiben einzelne Räume kalt, brauchen nur diese größere Heizkörper.

Was kostet der Tausch von 8 Heizkörpern in einer Altbauwohnung?

Der Tausch eines Heizkörpers gegen einen größeren Typ mit gleicher Baulänge liegt erfahrungsgemäß bei 400 bis 900 Euro inklusive Ventil und Montage. Für acht Heizkörper sind das 3.200 bis 7.200 Euro, wobei meist nicht alle getauscht werden müssen. Die Heizkörper zählen zu den förderfähigen Kosten der Wärmepumpe.

Darf die Außeneinheit an eine denkmalgeschützte Fassade in Prenzlauer Berg?

An die Straßenfassade in der Regel nicht, in den Hof meist ja. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks muss zustimmen, und sie tut das erfahrungsgemäß bei einer Aufstellung im Hof oder auf einem nicht einsehbaren Dach. Den Antrag bereiten wir mit Fotos und Zeichnung vor, stellen tut ihn der Eigentümer.

Wie laut ist eine Wärmepumpe im Innenhof eines Berliner Altbaus?

Aktuelle Geräte liegen bei 30 bis 35 Dezibel in drei Metern Abstand im Nachtbetrieb. Im Innenhof reflektieren die Wände den Schall und addieren drei bis sechs Dezibel, deshalb steht das Gerät nicht in einer Ecke und nicht direkt unter Schlafzimmerfenstern. In allgemeinen Wohngebieten gilt nachts ein Richtwert von 40 Dezibel am nächsten Fenster, in reinen Wohngebieten 35.

Kann ich in meiner Etagenwohnung in Charlottenburg die Gastherme durch eine Wärmepumpe ersetzen?

Für eine einzelne Wohnung ist das selten sinnvoll, weil die Außeneinheit an Fassade oder Balkon hängen müsste und die Gemeinschaft zustimmen muss. Sinnvoll wird die Wärmepumpe, wenn das Haus die Etagenthermen zentralisiert und eine Anlage im Hof alle Wohnungen versorgt. Bis dahin bleibt der Tausch der Therme gegen eine neue der realistische Weg.

Muss ich vor der Wärmepumpe die Fassade dämmen?

Nein. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, nicht die Dämmung, und viele Gründerzeitfassaden lassen sich wegen Stuck oder Denkmalschutz ohnehin nicht von außen dämmen. Günstige Schritte sind die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke sowie dichte Fenster; sie senken die Heizlast um 10 bis 20 Prozent.

Welche Jahresarbeitszahl ist im Altbau realistisch?

Bei 55 Grad Vorlauf erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Berliner Altbau erfahrungsgemäß eine Jahresarbeitszahl von 2,8 bis 3,2, bei 45 Grad 3,3 bis 3,7. Jedes Grad weniger Vorlauf spart etwa 2 bis 2,5 Prozent Strom. Deshalb lohnt es sich, einzelne Heizkörper zu vergrößern, um die Heizkurve senken zu können.

Reicht der Stromanschluss eines Altbaus für eine zentrale Wärmepumpe?

Für ein Einfamilienhaus oder eine Stadtvilla in der Regel ja, für ein Mehrfamilienhaus mit 40 Kilowatt Wärmepumpe wird die Hausanschlussleistung bei Stromnetz Berlin geprüft. Ab 4,2 Kilowatt wird das Gerät beim Netzbetreiber angemeldet und darf nach Paragraf 14a EnWG bei Netzengpässen kurz gedrosselt werden, wofür das Netzentgelt sinkt. Ein Hausanschluss-Ausbau ist Sache des Netzbetreibers.

Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe in einer Stadtvilla in Zehlendorf?

In einer Zehlendorfer Villa mit Ölkessel im Keller rechnen Sie mit drei bis fünf Arbeitstagen für Wärmepumpe, Speicher und Elektro, dazu ein bis zwei Tage für die zwei bis vier Heizkörper, die nach dem 55-Grad-Test zu vergrößern sind. Das Fundament im Garten wird vorher gesetzt, den Tank baut ein Tankschutzbetrieb getrennt davon aus. Sinnvoll ist ein Termin zwischen April und Oktober, dann fällt die Heizung in einer Zeit aus, in der sie niemand braucht.

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