Für welche Objekte das passt, und für welche nicht
Wir bauen Heizzentralen für fünf Objekttypen: Hallen für Produktion, Lager und Werkstatt; Bürogebäude mit Heizung und Kühlung; Hotels mit hohem Warmwasserbedarf; Pflegeeinrichtungen und Kliniken, die keine Unterbrechung vertragen; Wohnquartiere mit eigener Zentrale und Nahwärme. Auftraggeber sind Eigentümer, Betreiber, Bauträger, Verwalter und die Planer, die für sie arbeiten. Geht es um ein einzelnes Wohnhaus mit zwölf oder zwanzig Wohnungen und einer Eigentümergemeinschaft, die einen Beschluss braucht, ist die Seite Heizung für Mehrfamilienhaus und WEG die passendere, weil dort Förderstaffel, Heizkostenverordnung und Versammlung im Vordergrund stehen.
Nicht passt zu uns Prozesswärme über 100 Grad, also Dampf und Thermoöl für Produktion; das ist Industrieanlagenbau. Nicht passt die Reparatur einer bestehenden Anlage, die ein anderer gebaut hat. Und nicht passt ein Blockheizkraftwerk als Hauptwärmeerzeuger; wir rechnen es als Vergleich mit, bauen aber Anlagen, die die 65-Prozent-Regel nach heutigem Stand erfüllen und förderfähig sind. Welche Anforderungen das Gebäudeenergiegesetz an Nichtwohngebäude in Berlin stellt, seit die Wärmeplanung vorliegt, und wie sich die angekündigte Novelle auf laufende Projekte auswirken könnte, haben wir unter Heizungsgesetz Berlin zusammengefasst.
Kaskaden, Großwärmepumpen, Hybrid
Ab etwa 100 Kilowatt Heizlast fällt die Entscheidung zwischen zwei Bauarten. Die Kaskade schaltet mehrere Luft-Wasser-Wärmepumpen von je 30 bis 80 Kilowatt zusammen; sie ist flexibel, lässt sich in Bauabschnitten erweitern und läuft weiter, wenn ein Gerät ausfällt. Die Großwärmepumpe ist ein einzelnes Gerät ab 100 Kilowatt, meist mit Grundwasser, Erdsondenfeld oder Abwärme als Quelle, mit höherer Effizienz und geringerem Platz- und Schallbedarf im Außenbereich. Berlin bietet mit hohem Grundwasserstand gute Bedingungen für Grundwasser-Wärmepumpen; die Erlaubnis erteilt die Wasserbehörde.
Wo das Gebäude im Winter noch hohe Vorlauftemperaturen braucht oder der Stromanschluss die volle Leistung nicht hergibt, wird die Anlage zum Hybrid: Die Wärmepumpe deckt die Grundlast über 80 bis 90 Prozent der Heizstunden, ein Gas-Brennwertkessel übernimmt Spitzen und Ausfall. Bei welcher Außentemperatur die Regelung zwischen beiden umschaltet und wie viel Gas im Jahr dann noch verbrannt wird, zeigt die Seite Hybridheizung mit Zahlen. Dazu kommen Pufferspeicher von 2.000 bis 10.000 Litern, Frischwasserstationen für das Warmwasser nach DVGW W 551 und eine Regelung, die über BACnet oder Modbus mit der Gebäudeleittechnik spricht. Wie Puffer, Schichtenspeicher und Frischwasserstation zusammenarbeiten und welche Bauart bei hoher Zapfspitze die richtige ist, erklärt die Seite Pufferspeicher und Speicherlösungen.
Das Blockheizkraftwerk taucht in unseren Vergleichsrechnungen weiter auf, weil viele Bestandsanlagen eines haben. Es liefert Wärme und Strom aus Gas, was bei hohen Strompreisen und niedrigen Gaspreisen einmal die beste Lösung für Hotels und Kliniken war. Mit CO2-Preis, steigenden Gaspreisen und der 65-Prozent-Regel hat sich die Rechnung erfahrungsgemäß zugunsten der Wärmepumpe verschoben; die Zahlen dazu stehen im Angebot nebeneinander.
Objekttypen in Berlin
Hallen
Hohe Hallen mit oft offenen Toren in Marzahn, Mariendorf, Siemensstadt oder Tegel verlieren Warmluft unter dem Dach; dort arbeiten Deckenstrahlplatten oder Dunkelstrahler, die Flächen und Menschen direkt erwärmen. Gedämmte Hallen mit gleichmäßiger Nutzung lassen sich mit Wärmepumpe und Industrieflächenheizung im Boden oder Deckenstrahlplatten bei 40 bis 50 Grad Vorlauf versorgen. Bürotrakt und Sozialräume bekommen einen eigenen Heizkreis mit eigener Regelung, damit die Halle nachts abgesenkt werden kann, ohne dass die Büros am Morgen kalt sind. Torluftschleier an den Hauptzufahrten senken die Heizlast erfahrungsgemäß spürbar und gehören ins Konzept.
Bürogebäude
Büros brauchen Heizung im Winter und Kühlung im Sommer; eine reversible Wärmepumpe liefert beides über Deckensegel oder Bauteilaktivierung. In Bürohäusern der 1970er bis 1990er Jahre in Charlottenburg, Mitte oder Tempelhof steht meist ein Gaskessel mit Lüftungsanlage, und der Umbau läuft nach Stockwerken, damit die Mieter weiterarbeiten können. Die Anbindung an die Gebäudeleittechnik gehört dazu.
Hotels
Das Hotel lebt vom Warmwasser: morgens zwischen sechs und neun Uhr duschen hundert Gäste gleichzeitig. Die Zentrale braucht Frischwasserstationen in Kaskade, Speicher für die Spitze und eine Zirkulation, die die 60 Grad nach W 551 hält. Der Umbau läuft bei laufendem Betrieb, abschnittsweise und mit Provisorien, weil ein Hotel nicht schließt.
Pflegeeinrichtungen und Kliniken
Hier gilt: keine Unterbrechung, hygienisches Warmwasser, Redundanz. Die Kaskade wird so ausgelegt, dass ein Gerät ausfallen kann, ohne dass es kalt wird, die Umschaltung erfolgt nachts mit mobiler Heizzentrale, und die Legionellenprüfung ist von Anfang an mitgeplant. Die Abstimmung mit Heimleitung, Haustechnik und gegebenenfalls Hygienebeauftragten gehört in den Bauzeitenplan.
Wohnquartiere
Neue Quartiere in Adlershof, Buch, Lichterfelde-Süd oder im Umland in Teltow und Bernau bekommen eine Heizzentrale mit Großwärmepumpe oder Erdsondenfeld und ein Nahwärmenetz zu den Gebäuden, mit Übergabestationen je Haus. Im Bestand ersetzt eine Quartierszentrale mehrere alte Kessel auf einmal; die Häuser behalten ihre Stränge und bekommen eine Übergabestation mit Wärmemengenzähler, aus der die Abrechnung je Haus und je Wohnung folgt. Die Wärmeplanung des Landes Berlin weist aus, wo ein Wärmenetz vorgesehen ist und wo Wärmepumpen-Eignungsgebiete liegen; das prüfen wir für den Standort, bevor ein Konzept entsteht. Liegt das Quartier in einem Fernwärme-Eignungsgebiet der BEW, gehört der Anschluss als Variante in die Rechnung; wie Anschlusspreis, Grundpreis und Preisgleitklausel über 20 Jahre gegen eine eigene Zentrale stehen, haben wir unter Fernwärme oder eigene Heizung durchgerechnet. Die Förderung folgt der Staffel je Wohneinheit, für das Wärmenetz gibt es nach heutigem Stand ein eigenes Bundesprogramm.
Schall, Strom und Aufstellort
Drei Punkte entscheiden früh, ob eine Großanlage an einem Standort überhaupt gebaut werden kann. Erstens der Schall: Nach der TA Lärm gelten nachts 50 dB(A) im Gewerbegebiet, 45 dB(A) im Mischgebiet, 40 dB(A) im allgemeinen und 35 dB(A) im reinen Wohngebiet am nächsten schutzbedürftigen Fenster; grenzt das Grundstück an Wohnbebauung, gilt der niedrigere Wert. Wir rechnen die Schallausbreitung für Hof, Dach oder Freifläche und legen Geräteanzahl, Abstand und Schallschutz danach aus.
Zweitens der Strom: Eine Großwärmepumpe mit 200 Kilowatt Heizleistung zieht erfahrungsgemäß 60 bis 80 Kilowatt elektrisch, eine Kaskade entsprechend mehr. Ob Hausanschluss oder Trafostation das hergeben, klären wir mit Stromnetz Berlin, bevor bestellt wird, und planen ein Lastmanagement mit Ladeinfrastruktur, Lüftung und Kälte. Drittens der Aufstellort: Dachaufstellung braucht einen Statiknachweis und einen Kran, Hofaufstellung Abstände und Zufahrt, Grundwasser eine Erlaubnis der Wasserbehörde, Erdsonden ein Feld, das nicht überbaut wird. Die Grundregeln für Kältemittel, Vorlauftemperatur und die Anmeldung beim Netzbetreiber sind dieselben wie bei einem einzelnen Gerät im Einfamilienhaus; wer sie nachlesen will, findet sie auf der Seite Wärmepumpe.
Ausschreibung und Zusammenarbeit mit Planern
Bei größeren Projekten gibt es einen Fachplaner für Technische Gebäudeausrüstung, der das Konzept entwirft und ein Leistungsverzeichnis nach VOB schreibt. Wir bieten auf dieses Verzeichnis an, prüfen es vorher auf Ausführbarkeit im Bestand und weisen auf Positionen hin, die vor Ort anders liegen als auf dem Plan; das spart Nachträge. In der Ausführung liefern wir Werk- und Montageplanung, stimmen Schnittstellen zu Elektro, Lüftung und Bau ab und dokumentieren nach Kostengruppen der DIN 276.
Fehlt ein Planer, etwa beim Betreiber einer einzelnen Halle oder einem Hotel im Bestand, erstellen wir Konzept, Heizlastberechnung und Angebot selbst und ziehen für Genehmigung, Brandschutz und Statik einen Fachplaner Ihrer Wahl hinzu. Die Heizlast rechnen wir nach DIN 12831 für das Gebäude und je Zone, weil eine Halle mit offenen Toren und der angebaute Bürotrakt zwei verschiedene Lasten haben; was in diese Rechnung eingeht und warum der Verbrauch der alten Anlage dafür kein Ersatz ist, erklärt die Seite Heizlastberechnung.
Was es kostet
Für Gewerbe und Großprojekte nennen wir keine Spannen, weil eine Zahl vor dem Termin nichts sagen würde; der Preis ergibt sich nach Heizlast und Objekt. Das Angebot gliedert sich nach Wärmeerzeuger, Speicher und Hydraulik, Verteilung und Übergabestationen, Elektro und Regelung, Provisorien und Bauzeitenplan, bei Planerprojekten nach den Positionen des Leistungsverzeichnisses. Jeder Block trägt eine feste Summe, der Terminplan hat Meilensteine mit Datum, und die Förderung ist mit dem Stand vom Tag des Angebots ausgerechnet. Welche Posten über die Laufzeit einer Großanlage am meisten wiegen und wie sich Investition, Strom- oder Gaskosten und Wartung zwischen Kaskade, Hybrid und BHKW unterscheiden, schlüsselt die Seite Heizung Kosten auf.
Förderung, nach heutigem Stand
Für Nichtwohngebäude gilt die Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit 30 Prozent Grundförderung und 5 Prozent Effizienzbonus bei natürlichem Kältemittel oder Erdwärme; Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus gibt es hier nicht, und die förderfähigen Kosten werden nach Fläche gedeckelt. Für Wohnquartiere gilt die Staffel je Wohneinheit: 30.000 Euro für die erste, 15.000 Euro für die zweite bis sechste, 8.000 Euro ab der siebten. Gas-Brennwert und Blockheizkraftwerk sind nicht förderfähig, beim Hybrid nur der Wärmepumpenanteil.
Der Antrag muss vor dem Vertrag gestellt werden oder der Vertrag eine aufschiebende Bedingung enthalten. Bei Großprojekten liegen zwischen Konzept und Vergabe oft Monate, in denen sich die Sätze bewegen können; deshalb trägt die Förderrechnung im Angebot ihr Datum, und Planer und wir prüfen sie vor der Vergabe noch einmal gegen den aktuellen Stand. Wie der Flächendeckel bei Nichtwohngebäuden gerechnet wird und was bei gemischt genutzten Gebäuden mit Wohnungen im Obergeschoss gilt, erklärt die Seite Heizungsförderung.
Bauzeitenplan und Betrieb ohne Unterbrechung
Der kostenlose Vor-Ort-Termin findet mit Haustechnik oder Planer statt und nimmt Bestand, Heizlast, Aufstellorte, Stromanschluss, Schall und die Wege für Geräte und Speicher auf. Aus dem Aufmaß entstehen Konzept, Angebot und Bauzeitenplan, dann der Förderantrag und die Bestellung mit acht bis sechzehn Wochen Lieferzeit für Großgeräte. Die Abstimmung der Anschlussleistung mit Stromnetz Berlin läuft von der ersten Woche an parallel, weil eine Verstärkung Monate dauern kann.
Der Bauzeitenplan arbeitet mit Meilensteinen: Bestellung, Anlieferung, Aufbau der neuen Zentrale, Elektro, Umschaltung, Probebetrieb, Abnahme. Jeder Meilenstein hat einen Termin und einen Verantwortlichen auf beiden Seiten, und Abweichungen werden wöchentlich abgestimmt. Der Umbau dauert erfahrungsgemäß vier bis zwölf Wochen für die Zentrale. Die neue Anlage wird neben der alten aufgebaut, während diese weiterläuft; die Umschaltung erfolgt in einer Nacht oder an einem Wochenende, und für die Übergangszeit steht eine mobile Heizzentrale mit Anschluss an das Verteilnetz bereit. Im Bestand legen wir die Umschaltung in den Sommer. Nach der Umschaltung folgen zwei Wochen Probebetrieb, in denen alle Stränge beim hydraulischen Abgleich einreguliert und die Regelparameter mit der Leittechnik abgeglichen werden; die Abnahme schließt mit der Einweisung der Haustechnik, der Dokumentation nach DIN 276 und den Nachweisen für Förderstelle, Schornsteinfeger und Netzbetreiber. Welche Fristen und Pflichten von der Abnahme an für beide Seiten laufen, steht auf der Seite Gewährleistung.
Worauf wir achten
Der häufigste Fehler bei Großanlagen ist die Auslegung nach dem alten Kessel statt nach der Heizlast; die Kaskade ist dann zu groß, taktet und verschleißt. Der zweite ist der Stromanschluss, der erst nach der Bestellung geprüft wird und die Inbetriebnahme um Monate verschiebt. Der dritte ist ein Warmwassersystem ohne ausreichende Zirkulation, das die 60 Grad nicht hält. Der vierte ist eine Regelung, die nicht mit der Gebäudeleittechnik spricht und deshalb niemand bedient.
Wir rechnen die Heizlast je Zone, klären den Anschluss vor der Bestellung, planen Warmwasser nach W 551 und Regelung nach den Schnittstellen der Leittechnik. Redundanz, Schall nach TA Lärm und der Bauzeitenplan mit Provisorien stehen im Angebot, nicht im Nachtrag.
Werkskundendienst, Netzbetreiber, Fachplaner: die Gewerke neben uns
Wir bauen die Zentrale und betreuen sie danach, solange sie von uns stammt. Eine Bestandsanlage, die ein anderer Betrieb errichtet hat, und sei es das BHKW, das bis zur Umschaltung noch läuft, bleibt bei dessen Kundendienst oder beim Werkskundendienst des Herstellers; für die Störung um drei Uhr nachts im Hotel gibt es bei uns keinen Notdienst, dafür die Redundanz in der Kaskade. Lüftungs- und Kälteanlagen für Serverräume sind eigene Gewerke, die Trafostation und die Anschlussverstärkung liegen bei Stromnetz Berlin, die Erlaubnisse für Grundwasser und Erdsonden beantragt der Bauherr bei der Wasserbehörde. Abgasabnahme und wiederkehrende Messung macht der Schornsteinfeger, Brandschutz- und Statiknachweise liefert der Fachplaner.
Wo wir Gewerbeanlagen bauen
Gebaut wird in den Gewerbelagen von Spandau mit Siemensstadt, Reinickendorf mit Tegel, Marzahn, Lichtenberg, Treptow mit Adlershof, Tempelhof mit Mariendorf, Mitte und Charlottenburg. Im Umland kommen Teltow, Bernau und Potsdam dazu.
Halle, Hotel oder Quartier: drei Angaben für den Termin
Wenn Ihre Halle in Mariendorf noch mit Gas-Dunkelstrahlern läuft oder das Hotel in Mitte ein BHKW aus den 2000er Jahren hat, sagen Sie uns Objektart, Fläche und ob ein Planer oder ein Leistungsverzeichnis vorliegt, dann besetzen wir die Begehung gleich richtig. Werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018, oder über das Formular unten auf der Seite, dann rufen wir zurück.
