Wie eine Hybridheizung arbeitet
Eine Hybridheizung besteht aus zwei Wärmeerzeugern an einem gemeinsamen Speicher: einer Wärmepumpe, in Berlin fast immer eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, und einem Gas-Brennwertkessel. Eine gemeinsame Regelung entscheidet, wer wann läuft. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, also die vielen Stunden im Jahr mit Außentemperaturen zwischen 0 und 15 Grad, in denen sie mit hoher Leistungszahl arbeitet. Der Kessel übernimmt die Spitzenlast an den kältesten Tagen und die Stunden, in denen der Vorlauf höher sein muss, als die Wärmepumpe wirtschaftlich liefert.
Die Temperatur, ab der der Kessel zuschaltet, heißt Bivalenzpunkt. Bei Berliner Anlagen liegt er meist zwischen minus 5 und plus 2 Grad. Unterhalb laufen beide Erzeuger parallel oder der Kessel allein, je nach Einstellung. Weil in Berlin nur wenige Tage im Jahr unter minus 5 Grad liegen, liefert eine Wärmepumpe, die nur 50 bis 60 Prozent der Heizlast abdeckt, trotzdem 80 bis 90 Prozent der Jahreswärme. Der Gasverbrauch sinkt auf ein Fünftel bis ein Zehntel.
Moderne Regler können den Umschaltpunkt zusätzlich nach Preis setzen: Wer Strom- und Gaspreis einträgt, lässt die Anlage den jeweils günstigeren Erzeuger wählen. In der Praxis läuft das auf dieselbe Entscheidung hinaus wie die Temperatursteuerung, weil die Wärmepumpe oberhalb des Gefrierpunkts fast immer günstiger arbeitet als der Kessel.
Für wen die Hybridheizung passt
Der große Altbau mit hohem Vorlauf
Eine Stadtvilla in Dahlem oder Grunewald mit 280 Quadratmetern, ungedämmten Außenwänden und gusseisernen Heizkörpern braucht an kalten Tagen 65 bis 70 Grad Vorlauf und eine Heizlast von 20 Kilowatt und mehr. Eine Wärmepumpe, die das allein leisten soll, wäre groß, teuer und liefe an den kältesten Tagen mit einer Leistungszahl unter 2. Eine Wärmepumpe mit 10 bis 12 Kilowatt für die Grundlast und der Kessel für die Spitze ist dort die Lösung, die in den Keller, auf das Grundstück und in das Budget passt.
Das Haus mit jungem Brennwertkessel
Steht im Keller ein Brennwertkessel, der acht oder zehn Jahre alt ist und einwandfrei läuft, ist es unwirtschaftlich, ihn zu verschrotten. Die Wärmepumpe wird ergänzt, der Kessel bleibt für die kältesten Tage, und die Investition beschränkt sich auf Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik und Elektro. Fällt der Kessel in zehn Jahren aus, wird entschieden, ob eine zweite Wärmepumpe oder ein neuer Kessel folgt.
Das Mehrfamilienhaus mit Warmwasserspitzen
In einem Gründerzeithaus mit zwölf Wohnungen in Friedrichshain oder Neukölln kommen zwei Dinge zusammen: hohe Vorlauftemperaturen an den alten Heizkörpern und ein Warmwasserbedarf, der morgens zwischen sechs und acht Uhr ein Vielfaches des Tagesmittels erreicht. Eine reine Wärmepumpe müsste dafür groß dimensioniert und mit großem Speicher gebaut werden. Eine Wärmepumpe für die Grundlast und ein Brennwertkessel für Spitzen und Warmwasser ist dort häufig die Lösung, die in den Keller passt. Wie sich in einem solchen Haus die Heizlast aus zwölf Wohnungen, die Warmwasserspitze und der Platz im Keller zu einer Auslegung zusammenfügen, beschreibt die Seite Heizung im Mehrfamilienhaus.
Der begrenzte Aufstellort
Wo die Außeneinheit klein bleiben muss, weil der Hof eng ist, das Nachbarfenster nah oder die Denkmalbehörde nur eine unauffällige Lösung zulässt, kann eine kleinere Wärmepumpe mit Kesselunterstützung der Weg sein, der den Schallschutz von 35 Dezibel nachts einhält und trotzdem den größten Teil der Wärme erneuerbar liefert.
Für wen sie nicht passt
Für ein gedämmtes Einfamilienhaus mit einer Heizlast unter 12 Kilowatt und einem Vorlauf um 50 Grad ist die Hybridheizung die teurere Wahl. Die Wärmepumpe schafft dort die ganze Heizlast allein, und der Kessel bringt nur Kosten mit: seine Anschaffung, die Abgasleitung, den Gas-Grundpreis, eine zweite Wartung und den Schornsteinfeger. Dasselbe gilt für Reihenhäuser der sechziger und siebziger Jahre in Rudow, Mariendorf oder Lichterfelde mit gedämmtem Dach. In diesen Häusern liegt die reine Wärmepumpe über 15 Jahre erfahrungsgemäß 10.000 Euro und mehr vor der Hybridanlage. Ob dort nicht sogar der reine Gaskessel mithalten könnte, klärt der Vollkostenvergleich Wärmepumpe oder Gasheizung, mit dem Ergebnis, dass er es über 15 Jahre nicht tut.
Nicht sinnvoll ist Hybrid auch, wenn der Grund dafür die Angst vor kalten Tagen ist. Eine richtig ausgelegte Wärmepumpe mit einer Heizlastberechnung dahinter heizt ein Berliner Einfamilienhaus auch bei minus 14 Grad, dem Auslegungswert für Berlin. Der Kessel als Beruhigung ist ein teures Beruhigungsmittel.
Was eine Hybridheizung kostet
| Variante | Eingebaut, brutto | Bauzeit |
|---|---|---|
| Hybrid komplett neu: Gas-Brennwert plus Luft-Wasser-Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik, Elektro | 30.000–50.000 € | 4–6 Arbeitstage |
| Wärmepumpe ergänzt zu vorhandenem Brennwertkessel | am unteren Ende der Spanne oder darunter | 3–5 Arbeitstage |
| Zum Vergleich: Luft-Wasser-Wärmepumpe allein | 25.000–45.000 € | 3–5 Arbeitstage |
| Zum Vergleich: Gas-Brennwert allein | 9.000–16.000 € | 2–3 Arbeitstage |
Die Spanne ist breit, weil sie vom Reihenhaus bis zur Stadtvilla reicht. Nach oben ziehen die Größe der Wärmepumpe, ein neuer Zählerschrank, lange Leitungswege zur Außeneinheit und ein Schichtenspeicher mit Frischwasserstation. Nach unten zieht alles, was schon da ist: ein junger Kessel, eine Abgasleitung im Schornstein, ein Speicher, der bleiben kann. Die Seite Heizungskosten nimmt diese Positionen einzeln auseinander, vom Zählerschrank bis zum Schichtenspeicher.
Förderung: nur der Wärmepumpenanteil
Die Bundesförderung fördert nach heutigem Stand den Wärmepumpenanteil einer Hybridanlage mit 30 Prozent Grundförderung, dem Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent beim Tausch einer alten Heizung, dem Einkommensbonus und dem Effizienzbonus. Der Gaskessel, seine Abgasleitung und sein Anteil an Hydraulik und Montage werden herausgerechnet. Der Sonderfall einer wasserstofffähigen Auslegung ist so eng gefasst, dass niemand damit kalkulieren sollte.
Ein Beispiel: Hybridanlage für 40.000 Euro in einem selbst bewohnten Haus in Frohnau, Ölkessel von 1998 wird ersetzt. Auf Wärmepumpe, Speicher, Hydraulik und Elektro entfallen 28.000 Euro, auf Kessel und Abgas 12.000 Euro.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Angebotspreis gesamt | 40.000 € |
| Davon förderfähiger Wärmepumpenanteil | 28.000 € |
| Grundförderung 30 % | 8.400 € |
| Klimageschwindigkeitsbonus 20 % | 5.600 € |
| Zuschuss gesamt | 14.000 € |
| Eigenanteil | 26.000 € |
Für den Kesselanteil bleibt der Weg über die Steuer nach Paragraf 35a EStG mit 20 Prozent des Lohnanteils, weil Paragraf 35c nicht neben der Bundesförderung nutzbar ist. Die Sätze sind die vom September 2026 und werden vor dem Auftrag noch einmal geprüft; wie Einkommens- und Effizienzbonus die 26.000 Euro weiter drücken können, rechnet die Heizungsförderung vor.
Was das Gesetz verlangt
Nach heutigem Stand erfüllt eine Hybridheizung die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes, wenn die Wärmepumpe so ausgelegt ist, dass sie den Hauptteil der Wärme liefert und der Kessel nur die Spitzenlast übernimmt. Die Anforderungen an die Auslegung stehen im Gesetz und werden in der Bestätigung zum Förderantrag nachgewiesen. Für den Gasanteil gilt vor dem Einbau die Beratungspflicht, die auf den CO2-Preis und die Anforderungen der kommenden Jahre hinweist. Für Gaskessel, die in der Übergangszeit vor der Wärmeplanung eingebaut wurden, gilt ein Stufenplan mit steigendem Anteil erneuerbarer Gase. Den Stufenplan mit Jahreszahlen, die Fristen im Havariefall und die Lage der Berliner Wärmeplanung erklärt das Heizungsgesetz in Berlin.
Betrieb: was im Jahr anfällt
Für das Beispielhaus aus dem Vergleich Wärmepumpe oder Gasheizung mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf liefert die Wärmepumpe in der Hybridanlage 16.000 Kilowattstunden, der Kessel 4.000. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0 braucht die Wärmepumpe 5.300 Kilowattstunden Strom, bei 25 Cent 1.330 Euro. Der Kessel braucht 4.200 Kilowattstunden Gas, bei 14 Cent im Mittel 590 Euro. Dazu kommen die Grundpreise für Gas und Wärmepumpenstrom mit zusammen rund 300 Euro, zwei Wartungen mit rund 330 Euro und der Schornsteinfeger mit 80 Euro. Betriebskosten: rund 2.630 Euro im Jahr.
Zum Vergleich: die reine Wärmepumpe rund 1.940 Euro, der reine Gaskessel rund 3.380 Euro. Die Hybridanlage liegt dazwischen, und in einem Haus, in dem die reine Wärmepumpe funktioniert, ist sie deshalb die zweitbeste Wahl. Ihre Stärke zeigt sie erst dort, wo die reine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 2,3 laufen würde oder gar nicht in den Keller passt.
Zwei Erzeuger, eine Anlage: worauf es beim Bau ankommt
Der häufigste Fehler bei Hybridanlagen ist eine Regelung, die den Kessel zu oft laufen lässt, weil der Bivalenzpunkt zu hoch gesetzt ist oder weil Warmwasser grundsätzlich vom Kessel kommt. Dann liefert die Wärmepumpe 60 statt 85 Prozent, und die Rechnung geht nicht auf. Der zweite Fehler ist ein Speicher, der beiden Erzeugern nicht gerecht wird: Die Wärmepumpe braucht viel Fläche im Wärmetauscher, der Kessel hohe Temperaturen. Der dritte ist ein fehlender hydraulischer Abgleich, ohne den die Heizkörper mehr Vorlauf verlangen, als nötig wäre, und ohne den es keine Förderung gibt.
Deshalb gehört zu jeder Hybridanlage eine Heizlastberechnung, eine Auslegung der Wärmepumpe auf den Bivalenzpunkt, eine Regelung, die Warmwasser vorrangig der Wärmepumpe zuweist, und nach dem ersten Winter ein Blick auf die Betriebsstunden beider Erzeuger.
Was wir davon leisten
Wir bauen Hybridanlagen komplett neu oder ergänzen einen vorhandenen Brennwertkessel um eine Wärmepumpe. Dafür kommen wir in den Keller, ohne dass der Besuch etwas kostet, sehen uns Kessel, Heizkörper, Vorlauftemperatur, Aufstellort, Elektro und Warmwasser an, schätzen die Heizlast und sagen Ihnen, ob Hybrid, reine Wärmepumpe oder ein anderer Weg in Ihrem Haus der wirtschaftlichere ist. Im Angebot steht der Preis fest, die Förderrechnung trägt das Datum des Tages, und die Beratung, die das Gesetz vor dem Einbau des Gasanteils verlangt, ist darin dokumentiert. Der Antrag geht raus, bevor der Auftrag wirksam wird; der Einbau dauert im Einfamilienhaus vier bis sechs Arbeitstage.
Eine Grenze gibt es. Den vorhandenen Kessel binden wir ein, aber wenn er von einem anderen Betrieb stammt und ausfällt, reparieren wir ihn nicht; dafür und für den Ausfall in der Nacht ist der Betrieb zuständig, der ihn gesetzt hat, oder ein Notdienst. Gewartet wird bei uns, was wir selbst gebaut haben, und bei einer ergänzten Anlage ist das die Wärmepumpe.
Ob Ihr Kessel einen Partner bekommt oder einen Nachfolger
Sagen Sie uns, wie alt der Kessel ist, wie groß das Haus ist und ob Dach und Wände gedämmt sind, dann hören Sie am Telefon, ob eine Wärmepumpe daneben passt oder ob sie ihn besser ganz ersetzt: 030 2192 8018, an Werktagen von 7 bis 17 Uhr. Über das Formular unten auf der Seite geht es auch.
