Für wen eine Pelletheizung passt, und für wen nicht
Eine Pelletheizung passt zu einem freistehenden Haus mit eigenem Keller, das heute mit Öl heizt und weder Gasanschluss noch Fernwärme vor der Tür hat. Der Öltankraum wird zum Pelletlager, der Schornstein bleibt in Betrieb, und die Heizkörper können so bleiben, wie sie sind, weil ein Pelletkessel dieselben Vorlauftemperaturen liefert wie der alte Ölkessel. Das ist der Grund, warum Pellet in schlecht gedämmten Häusern mit hoher Heizlast oft die ruhigere Wahl gegenüber der Wärmepumpe ist.
Nicht passt sie in die Etagenwohnung, in ein Mehrfamilienhaus ohne trockenen Lagerraum und in Grundstücke, an die kein Silofahrzeug herankommt. Wer sich nicht mit Asche und einer jährlichen Lieferung befassen will, ist mit einer Wärmepumpe besser bedient. Und in einem gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe meist günstiger im Betrieb, weil sie dort mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet.
Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel
Alle drei sind Biomasse, und alle drei gelten nach heutigem Stand als erneuerbare Wärme im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes. Der Unterschied liegt im Alltag. Pellets werden automatisch aus dem Lager in den Kessel gefördert, der Kessel regelt sich selbst, und Sie sehen ihn nur zum Ascheleeren. Ein Scheitholzkessel wird von Hand befüllt, brennt eine Ladung in wenigen Stunden ab und braucht dafür einen großen Pufferspeicher, der die Wärme über den Tag verteilt; die 1. BImSchV verlangt hier mindestens 55 Liter Puffer je Kilowatt Kesselleistung.
Hackschnitzel sind das Brennmaterial für große Leistungen: Gärtnereien, Höfe im Umland, Wohnquartiere mit eigener Heizzentrale. Sie brauchen einen deutlich größeren Lagerraum als Pellets und ein robusteres Fördersystem. Im Einfamilienhaus in Berlin ist das die Ausnahme, und diese Seite behandelt deshalb vor allem den Pelletkessel.
So arbeitet der Pelletkessel
Aus dem Lagerraum bringt eine Förderschnecke oder ein Saugsystem die Pellets in einen Vorratsbehälter am Kessel. Von dort dosiert der Kessel den Brennstoff nach Bedarf in die Brennkammer, eine Lambdasonde regelt die Luftzufuhr, und die Wärme geht in einen Pufferspeicher, aus dem Heizkörper und Warmwasser versorgt werden. Erfahrungsgemäß rechnen wir mit 30 Litern Puffervolumen je Kilowatt, damit der Kessel lange Brennphasen fährt statt oft zu takten. Wie der Pufferspeicher die Wärme schichtet und warum er beim Pelletkessel größer ausfällt als bei der Gasheizung, behandelt die eigene Leistungsseite.
Für die Größenordnung: Eine Tonne Pellets enthält rund 4.800 Kilowattstunden, das entspricht etwa 500 Litern Heizöl. Ein Haus, das bisher 3.000 Liter im Jahr verbraucht hat, braucht also rund sechs Tonnen Pellets. Die Kesselleistung ergibt sich aus der Heizlast und nicht aus dem alten Ölkessel, der in den meisten Häusern deutlich zu groß war; wie wir sie ermitteln, lesen Sie unter Heizlastberechnung.
Lagerraum, Anlieferung und Asche
Der Lagerraum muss trocken, staubdicht und von außen mit dem Silofahrzeug erreichbar sein. Eine Tonne Pellets braucht etwa 1,5 Kubikmeter Schüttraum; für sechs Tonnen plus Schrägboden und Luft über der Schüttung reicht erfahrungsgemäß ein Raum von rund zwei mal drei Metern bei üblicher Kellerhöhe. Alternativen zum gemauerten Raum sind ein Gewebesilo, das in jeden trockenen Kellerraum passt, oder ein Erdtank im Garten, wenn der Keller zu klein ist. Die Tür bekommt eine Druckentlastung, die Wand einen Einblas- und einen Absaugstutzen mit Prallschutzmatte gegenüber.
Geliefert wird einmal im Jahr, meist im Sommer, wenn die Preise niedriger sind. Der Lieferwagen bläst die Pellets mit einem Schlauch von bis zu 30 Metern ein, muss also nicht neben dem Haus stehen. Bei Privatstraßen mit Gewichtsbeschränkung und bei Stutzen auf der abgewandten Hausseite wird es schwierig, deshalb legen wir die Stutzen beim Vor-Ort-Termin so, dass die Lieferung von der Straße aus klappt.
Asche fällt mit 0,5 bis 1 Prozent des Pelletgewichts an, bei sechs Tonnen also 30 bis 60 Kilogramm im Jahr. Kessel mit interner Aschebox werden in der Heizsaison etwa alle vier bis acht Wochen geleert, Modelle mit externem Behälter ein- bis zweimal pro Winter. Kleine Mengen kalter Holzasche dürfen in den Restmüll, größere Mengen nimmt der Recyclinghof.
Feinstaub und die 1. BImSchV
Ein Pelletkessel unterliegt der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung. Neue Anlagen müssen die Stufe 2 einhalten, also höchstens 20 Milligramm Staub und 400 Milligramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas, und aktuelle Kessel liegen erfahrungsgemäß deutlich unter diesen Werten. Der Schornsteinfeger misst wiederkehrend und nimmt die Anlage vor der ersten Heizsaison ab.
Für die Förderung gilt nach heutigem Stand ein strengerer Staubwert von 2,5 Milligramm je Kubikmeter. Erreicht wird er mit Elektrofilter im Abgasweg oder mit Brennwerttechnik, die den Abgasen zugleich noch Wärme entzieht. Welche Kessel das nachweislich schaffen, steht in der Liste der förderfähigen Anlagen; wir wählen nur daraus.
Zum Schornstein: Der alte Ölschornstein muss auf Querschnitt, Höhe und Zustand geprüft werden. Bei Brennwertkesseln kommt ein feuchteunempfindliches Innenrohr hinein. Für die Mündung gelten Mindestabstände zu Dachfläche und Nachbarfenstern, die in dicht bebauten Siedlungsstraßen gelegentlich eine Verlängerung nötig machen.
Objekttypen in Berlin
Am häufigsten sehen wir Pellets in freistehenden Häusern der Nachkriegsjahrzehnte am Stadtrand: Kladow und Gatow im Westen, Frohnau und Hermsdorf im Norden, Mahlsdorf und Kaulsdorf im Osten, Lichtenrade im Süden. Dort steht oft noch die Ölheizung aus den 1980er oder 1990er Jahren, das Gasnetz endet zwei Straßen weiter, und der Tankraum wartet auf eine neue Aufgabe. Was beim Abschied vom Öl sonst zu bedenken ist, von der Tankreinigung bis zur letzten Lieferung, behandelt der Ratgeber Ölheizung ersetzen.
Im Umland kommt der zweite typische Fall dazu: Häuser in Kleinmachnow, Falkensee oder Bernau mit großem Grundstück, freier Zufahrt und Platz für ein Erdsilo. In den Villenlagen von Grunewald, Dahlem und Westend sind Pellets die Lösung, wenn die Fassade unter Denkmalschutz steht und keine Außeneinheit zulässt, das Haus aber eine hohe Heizlast hat.
In Mehrfamilienhäusern und Eigentümergemeinschaften ist Pellet die Ausnahme. Es braucht einen Lagerraum, den das Haus meist nicht hat, und die Lieferung im Innenstadtverkehr ist mühsam. Dort vergleichen wir eher Wärmepumpen-Kaskade, Fernwärme und Gas-Brennwert, und was eine Gemeinschaft dabei beachten muss, behandelt die Seite Heizung für Mehrfamilienhaus und WEG.
Was eine Pelletheizung in Berlin kostet
Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus, eingebaut und brutto, Stand September 2026, und kein Angebot; was Ihr Haus kostet, hängt vor allem daran, ob der Tankraum ohne Umbau zum Lager wird.
| Anlage | Einfamilienhaus, eingebaut | Bauzeit |
|---|---|---|
| Pelletheizung inkl. Lager und Speicher | 28.000 bis 45.000 Euro | 4 bis 6 Arbeitstage |
| Solarthermie Warmwasser (4 bis 6 m²) als Ergänzung | 6.000 bis 11.000 Euro | 1 bis 2 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde (zum Vergleich) | 35.000 bis 55.000 Euro | 1 bis 2 Wochen inkl. Bohrung |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher (zum Vergleich) | 25.000 bis 45.000 Euro | 3 bis 5 Arbeitstage |
Nach oben ziehen ein Erdtank statt Kellerlager, eine Schornsteinsanierung und ein Kessel mit Brennwerttechnik und Filter. Nach unten zieht ein Tankraum, der ohne Umbau zum Lager wird. Die Tankdemontage selbst ist Sache eines Tankschutzbetriebs und steht getrennt im Angebot. Wer Pellet neben allen anderen Systemen sehen will, findet die Spannen nebeneinander unter Heizung Kosten.
Förderung, nach heutigem Stand
Die Pelletheizung fällt unter die Heizungsförderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude, beantragt als KfW-Zuschuss 458. Grundförderung 30 Prozent, dazu der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent, wenn eine funktionsfähige Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt wird und Sie selbst im Haus wohnen, und der Einkommensbonus von 30 Prozent bei bis zu 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Der Deckel liegt bei 70 Prozent von 30.000 Euro förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit.
Zwei Besonderheiten gelten für Biomasse nach heutigem Stand: der Staubgrenzwert von 2,5 Milligramm und beim Klimabonus die Kombination mit Solarthermie oder Photovoltaik für das Warmwasser. Die Sätze sind nicht auf Jahre festgeschrieben, deshalb steht im Angebot der Zuschuss, der am Tag des Antrags gilt, und der Antrag geht vor der Unterschrift raus oder der Vertrag bekommt eine aufschiebende Bedingung. Wer statt der Förderung die Steuer nutzt, kann nach § 35c EStG 20 Prozent der Kosten über drei Jahre ansetzen; beides zusammen geht nicht. Wie die Boni im Antrag zusammenkommen, erklärt der Ratgeber zur Heizungsförderung.
Ablauf in Arbeitstagen
Zuerst kommen wir ins Haus, ohne dass das etwas kostet, und sehen uns Bestand, Heizlast, Warmwasser, Lagerraum, Zufahrt, Schornstein, Elektro und Förderfähigkeit an. Im Angebot stehen danach Kessel, Lager und Speicher zum Festpreis, und der Zuschuss nach heutigem Stand ist gleich abgezogen; der Antrag geht vor dem Auftrag raus, und die Lieferzeit für Kessel und Speicher liegt erfahrungsgemäß bei drei bis sechs Wochen.
Auf der Baustelle rechnen wir mit vier bis sechs Arbeitstagen. Am ersten Tag kommt die alte Anlage raus; der Tankraum ist vorab geräumt. Der zweite und dritte Tag gehören Kessel, Pufferspeicher, Fördersystem und Lagerraumtechnik, der vierte Hydraulik, Abgasleitung und Elektrik. Am fünften und sechsten Tag wird in Betrieb genommen und abgeglichen, und bei der Einweisung leeren Sie die Aschebox einmal selbst, damit es im Winter keine Frage mehr ist. Die Papiere für die Förderstelle und die Anmeldung beim Schornsteinfeger liegen am Ende ausgefüllt auf dem Kessel. Die erste Pelletlieferung stimmen wir so ab, dass sie zur Inbetriebnahme im Lager ist. Den allgemeinen Weg beschreibt Heizungstausch Ablauf.
Worauf wir achten
Der häufigste Fehler ist ein zu großer Kessel, übernommen von der alten Ölanlage. Ein Pelletkessel, der ständig im unteren Leistungsbereich läuft, verschmutzt schneller und verbraucht mehr. Der zweite ist ein zu kleiner oder feuchter Lagerraum: Pellets, die Feuchtigkeit ziehen, zerfallen und verstopfen die Schnecke. Der dritte ist eine Förderstrecke mit zu vielen Bögen, die Staub erzeugt und Geräusche macht. Und der vierte ist ein Einblasstutzen, der so liegt, dass der Lieferwagen ihn nur mit Mühe erreicht; das ärgert Sie jedes Jahr aufs Neue, deshalb planen wir ihn von der Straße her.
Dazu kommen der Pufferspeicher, der zur Kesselleistung passen muss, ein sauberer hydraulischer Abgleich, damit die Wärme im Haus ankommt, und ein Schornstein, der zum Kesseltyp passt. All das steht im Angebot mit Position und Preis, nicht als Nachtrag.
Asche, Schornsteinfeger und Tankraum sind nicht unser Gewerk
Die Asche leeren Sie selbst, alle vier bis acht Wochen in der Heizsaison; größere Mengen nimmt der Recyclinghof. Der Schornsteinfeger nimmt die Anlage vor der ersten Heizsaison ab und misst danach wiederkehrend; wann er kommt, entscheidet der Kehrbezirk, nicht wir. Die Tankdemontage und die Reinigung des alten Ölraums übernimmt ein Tankschutzbetrieb, die Pellets liefert ein Händler Ihrer Wahl, und wenn der Stromhausanschluss verstärkt werden muss, läuft das über den Netzbetreiber. An einem Pelletkessel, den ein anderer Betrieb gesetzt hat, arbeiten wir nicht; dafür ist dieser Betrieb oder der Werkskundendienst des Herstellers zuständig. Einen Notdienst bieten wir nicht an, und Wartung und Reparatur gibt es bei uns für die Kessel, die wir selbst eingebaut haben.
Wo wir Pelletheizungen bauen
Gebaut wird vor allem dort, wo Pellets sinnvoll sind: in Spandau mit Kladow und Gatow, in Reinickendorf mit Frohnau und Hermsdorf, in Mahlsdorf und Köpenick, in Lichtenrade und Zehlendorf. Im Umland kommen Kleinmachnow, Falkensee und Bernau dazu.
Wenn Sie zwischen Pellet und Wärmepumpe schwanken
Ob Pellet oder Wärmepumpe für Ihr Haus die bessere Wahl ist, klärt Wärmepumpe im Altbau an den Heizkörpern und der Vorlauftemperatur. Was das Gebäudeenergiegesetz in Berlin nach heutigem Stand verlangt, hat der Ratgeber Heizungsgesetz Berlin mit Vorbehalt zusammengefasst. Wie eine Solaranlage das Warmwasser im Sommer übernimmt und der Kessel dann ganz aus bleibt, lesen Sie unter Solarthermie. Und was nach der Inbetriebnahme für Sie gilt, erklärt die Seite zur Gewährleistung.
Wenn im Keller noch der Öltank steht
Endet dazu das Gasnetz zwei Straßen weiter, ist das der typische Fall für Pellets, und der alte Tankraum ist meist schon das Lager. Telefon 030 2192 8018, werktags 7 bis 17 Uhr; mit Ort, heutigem Ölverbrauch und Baujahr des Hauses können wir am Telefon schon abschätzen, ob der Tankraum als Lager reicht. Das Formular unten auf der Seite tut es auch; wir rufen dann am nächsten Werktag an.
