Für wen der Heizungstausch der richtige Schritt ist
Der Heizungstausch ist die richtige Aufgabe, wenn im Haus eine Anlage steht, die älter als 20 Jahre ist, noch läuft und trotzdem Fragen aufwirft: steigende Gasrechnung, ein Schornsteinfeger, der beim Kehrtermin nach dem Baujahr fragt, eine Reparatur, die mehr als ein Viertel einer neuen Anlage kosten würde. Wer in dieser Lage plant, hat alle Möglichkeiten offen, vom Tausch 1:1 bis zum Wechsel des Energieträgers, und bekommt nach heutigem Stand die höchsten Zuschüsse, weil die alte Anlage noch funktionsfähig ist.
Nicht der richtige Weg ist der Heizungstausch, wenn die Anlage gestern Nacht ausgefallen ist und heute wieder laufen muss. Das ist eine Aufgabe für den Betrieb, der sie eingebaut hat, oder für einen Notdienst. Ebenfalls nicht der richtige Weg ist ein Tausch, wenn in Ihrer Straße das Fernwärmenetz der BEW liegt und Ihr Haus nach der Berliner Wärmeplanung in einem Fernwärme-Eignungsgebiet steht. Dann rechnen wir Ihnen beide Wege nebeneinander, und manchmal gewinnt der Anschluss. Wie diese Rechnung über 20 Jahre aussieht, mit Anschlusskosten und Arbeitspreis, zeigt der Ratgeber Fernwärme oder eigene Heizung.
Was beim Tausch technisch passiert
Ein Heizungstausch besteht aus drei Teilen: Die alte Anlage kommt heraus, die neue kommt hinein, und alles dazwischen wird so angepasst, dass die neue Anlage in dem Haus funktioniert, für das sie gerechnet ist. Der dritte Teil entscheidet über den späteren Verbrauch, und er wird am häufigsten unterschätzt.
Beim Wechsel innerhalb desselben Energieträgers, etwa von einem alten Gaskessel auf ein Brennwertgerät, bleiben Rohrnetz und Heizkörper meist unverändert. Neu kommen der Kessel, der Warmwasserspeicher, die Abgasleitung im Schornstein und die Regelung. Brennwertgeräte kühlen das Abgas so weit ab, dass Kondensat entsteht, und dieses Kondensat braucht einen Ablauf und einen Schornstein, der Feuchte verträgt. Deshalb gehört fast immer eine neue Abgasleitung aus Kunststoff oder Edelstahl in den alten Zug.
Beim Wechsel des Energieträgers, also von Öl, Gas oder Nachtspeicher auf eine Wärmepumpe, kommen die Fragen nach Vorlauftemperatur, Heizkörpern und Elektroanschluss dazu. Eine Wärmepumpe arbeitet am sparsamsten mit 35 bis 45 Grad Vorlauf, kommt aber in vielen Berliner Häusern mit 50 bis 55 Grad zurecht, wenn die Heizkörper groß genug sind. Ob sie das sind, rechnen wir beim Vor-Ort-Termin Raum für Raum aus. Danach folgt der hydraulische Abgleich, mit dem jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht. Dass dieser Abgleich mehr bringt als ein größerer Kessel, ist der Kern des Ratgebers zum hydraulischen Abgleich.
Sechs Berliner Ausgangslagen
Im Gründerzeit-Altbau in Charlottenburg, Kreuzberg oder Prenzlauer Berg hängt meist eine Gas-Etagentherme in Küche oder Flur, eingebaut Mitte der neunziger Jahre, als die Kohleöfen verschwanden. Der Tausch 1:1 gegen ein Brennwertgerät ist die schnellste Lösung und in ein bis zwei Arbeitstagen erledigt. In einer Eigentümergemeinschaft lohnt daneben die Frage, ob alle Thermen im Haus zu einer zentralen Anlage zusammengeführt werden; das braucht einen Beschluss, spart aber langfristig bei jeder Wohnung den Schornsteinfeger und die eigene Wartung. Den Tausch 1:1 und die Zentralisierung behandelt die Seite zur Gastherme in Berlin im Einzelnen.
In den Siedlungen der fünfziger und sechziger Jahre in Steglitz, Reinickendorf oder Tempelhof stehen noch Nachtspeicheröfen, oft in Kombination mit einem Elektro-Durchlauferhitzer. Hier gibt es keine Zentralheizung, die man tauschen könnte, und Rohrnetz, Heizkörper und Anlage kommen neu ins Haus. Der Weg vom Nachtspeicher zur Wärmepumpe ist aufwendig und zugleich der, bei dem die Heizkosten am stärksten sinken. Welche Schritte das sind und was mit den alten Öfen passiert, haben wir unter Nachtspeicher ersetzen beschrieben.
In der Platte in Marzahn, Hellersdorf oder Lichtenberg ist der Fall meist anders gelagert. Die Häuser hängen an der Fernwärme, und getauscht wird dort die Übergabestation oder die Warmwasserbereitung, nicht die Heizung selbst. Das ist eine Aufgabe für die Verwaltung des Hauses, nicht für die einzelne Wohnung.
Im Einfamilienhaus in Lichtenrade, Mahlsdorf, Kleinmachnow oder Falkensee steht der Ölkessel mit Tank im Keller, häufig 25 bis 35 Jahre alt. Das sind die klassischen Kandidaten für die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Garten für die Außeneinheit, Keller für Speicher und Inneneinheit, ein Tankraum, der nach der Stilllegung frei wird. Der Tausch einer funktionsfähigen Ölheizung ist nach heutigem Stand mit dem Klimageschwindigkeits-Bonus gefördert. Was mit dem Tank passiert und was die Stilllegung kostet, lesen Sie unter Ölheizung ersetzen.
Im Mehrfamilienhaus mit zentralem Gaskessel aus den neunziger Jahren, etwa in Wilmersdorf oder Pankow, geht es um Heizlast, Warmwasser für zehn bis dreißig Wohnungen und den Beschluss der Eigentümer. Hier bauen wir Kaskaden aus zwei oder drei Brennwertgeräten, Großwärmepumpen oder Hybride, mit Angebot nach Heizlast und Objekt. Welche Mehrheit die Versammlung dafür braucht und wie die Kosten verteilt werden, erklärt der Ratgeber Heizung in der Eigentümergemeinschaft.
Im Gewerbe, von der Werkstatt in Spandau bis zum Bürohaus in Mitte, kommt die Frage nach Prozesswärme, Lüftung und Betriebszeiten dazu. Dort planen wir nach Lastprofil, nicht nach Quadratmetern.
Was der Heizungstausch kostet
Die Zahlen sind Erfahrungswerte für ein Einfamilienhaus, eingebaut und brutto, Stand September 2026; ein Angebot ist erst das, was nach dem Termin im Keller auf dem Papier steht.
| Neue Anlage | Einfamilienhaus, eingebaut | Bauzeit |
|---|---|---|
| Gastherme (Etagenheizung), Tausch 1:1 | 4.500 bis 8.500 Euro | 1 bis 2 Arbeitstage |
| Gas-Brennwertkessel inkl. Speicher und Abgasleitung | 9.000 bis 16.000 Euro | 2 bis 3 Arbeitstage |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher, Hydraulik, Elektro | 25.000 bis 45.000 Euro | 3 bis 5 Arbeitstage |
| Pelletheizung inkl. Lager und Speicher | 28.000 bis 45.000 Euro | 4 bis 6 Arbeitstage |
| Hybrid (Gas-Brennwert und Wärmepumpe) | 30.000 bis 50.000 Euro | 4 bis 6 Arbeitstage |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 35.000 bis 55.000 Euro | 1 bis 2 Wochen inkl. Bohrung |
Nach oben ziehen beim Tausch vor allem vier Dinge: ein Schornstein, der eine neue Abgasleitung braucht, ein Zählerschrank, der für die Wärmepumpe erneuert werden muss, ein Öltank, der stillgelegt wird, und Heizkörper, die gegen größere getauscht werden. Nach unten zieht, wenn die alte Anlage bereits Brennwerttechnik hatte, der Speicher bleiben kann oder der Elektroanschluss schon passt. Im Mehrfamilienhaus und im Gewerbe passt keine Zeile der Tabelle; dort rechnen wir nach Heizlast und Objekt. Jede dieser Positionen mit ihrer eigenen Spanne haben wir unter Heizung Kosten aufgelistet.
Förderung beim Heizungstausch
Nach heutigem Stand, also Stand 2026, gibt es für Wärmepumpe, Pelletheizung und Solarthermie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude eine Grundförderung von 30 Prozent, beantragt als KfW-Zuschuss 458. Beim Tausch einer funktionsfähigen Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung kommt für selbstnutzende Eigentümer der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent dazu, bei Gasheizungen ab 20 Jahren Alter. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro gibt es einen Einkommensbonus von 30 Prozent, bei natürlichem Kältemittel oder Erdwärme einen Effizienzbonus von 5 Prozent. Gedeckelt ist alles bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten, die für die erste Wohneinheit 30.000 Euro betragen, für jede weitere bis zur sechsten 15.000 Euro und ab der siebten 8.000 Euro.
Gas-Brennwertkessel, Gasthermen und Durchlauferhitzer sind nicht förderfähig. Für sie bleibt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG mit 20 Prozent des Lohnanteils bis 1.200 Euro im Jahr, alternativ nach § 35c EStG 20 Prozent der Kosten über drei Jahre bei selbstgenutztem Wohneigentum, nicht kombinierbar mit der Bundesförderung. Der Antrag muss vor dem Vertragsabschluss gestellt sein oder der Vertrag eine aufschiebende Bedingung enthalten. Die Prozentsätze oben gelten nach heutigem Stand, und wir schreiben ins Angebot den Zuschuss, der am Tag des Antrags gilt. Welche Nachweise die KfW dafür sehen will und wie der Antrag abläuft, steht im Ratgeber zur Heizungsförderung.
Der Ablauf in Arbeitstagen
Bevor wir ein Angebot schreiben, sehen wir uns den Keller an, und dieser Termin kostet Sie nichts. Wir prüfen die alte Anlage, schätzen die Heizlast ab, klären Warmwasserbedarf, Aufstellort, Abgasweg und Schornstein, den Elektroanschluss und die Förderfähigkeit. Einige Tage später liegt das Angebot bei Ihnen, mit Festpreis und dem Zuschuss, den wir nach heutigem Stand gegenrechnen. Sagen Sie zu, stellen wir den Förderantrag, und erst nach der Bewilligung geht es weiter.
Auf der Baustelle folgen dann am ersten Tag Ausbau der alten Anlage und Entsorgung, am zweiten Montage von Kessel oder Inneneinheit, Speicher und Hydraulik, danach Elektro, Abgasleitung oder Außeneinheit. Bei der Gastherme ist das in ein bis zwei Arbeitstagen erledigt, beim Brennwertkessel in zwei bis drei, bei der Wärmepumpe in drei bis fünf, bei der Pelletheizung in vier bis sechs. Ohne Heizung sind Sie in der Regel ein bis zwei Tage, weil die alte Anlage bis zum Umschluss läuft. Am letzten Tag wird befüllt, in Betrieb genommen und abgeglichen, und Sie bekommen die Regelung erklärt; die Nachweise für die KfW und die Anmeldung beim Schornsteinfeger lassen wir ausgefüllt da. Wer wissen will, was an welchem Tag im Keller passiert, findet die Tage einzeln im Ratgeber Ablauf eines Heizungstauschs.
Worauf wir beim Tausch achten
Der häufigste Fehler beim Heizungstausch ist die zu große Anlage. Wer den alten 28-Kilowatt-Kessel einfach gegen einen neuen 28-Kilowatt-Kessel tauscht, übersieht, dass das Haus inzwischen neue Fenster hat und die Anlage jetzt im Takt läuft statt durch. Wir rechnen die Heizlast nach dem tatsächlichen Bestand, und meist kommt eine kleinere Anlage heraus, die günstiger ist und länger hält. Wie diese Rechnung Raum für Raum geht, zeigt die Heizlastberechnung.
Der zweite Fehler ist der fehlende hydraulische Abgleich. Ohne ihn bekommen die Heizkörper in Kesselnähe zu viel Wasser und die entfernten zu wenig, und die neue Anlage fährt mit unnötig hohem Vorlauf. Der dritte ist der Warmwasserspeicher, der beim Tausch mitgenommen wird, obwohl er 20 Jahre alt ist und zur neuen Anlage nicht passt. Der vierte betrifft die Wärmepumpe: eine Außeneinheit, die ohne Blick auf Abstandsflächen und den Nachtwert von 35 Dezibel im reinen Wohngebiet aufgestellt wird und nach dem ersten Winter Ärger mit dem Nachbarn bringt.
Was bis zum Tausch andere machen
Streikt die alte Anlage, bevor der Tausch dran ist, rufen Sie den Betrieb, der sie eingebaut oder zuletzt gewartet hat, oder einen Notdienst. Wir reparieren fremde Heizungen nicht, auch nicht zur Überbrückung, und einen Bereitschaftsdienst haben wir nicht; Wartung und Reparatur gibt es bei uns für die Anlagen, die wir selbst eingebaut haben. Am Tausch selbst sind außer uns weitere Stellen beteiligt. Der bevollmächtigte Schornsteinfeger Ihres Kehrbezirks nimmt die Abgasanlage ab. Stromnetz Berlin erneuert als Netzbetreiber den Hausanschluss, falls er für die Wärmepumpe nicht reicht. Ein zugelassener Tankschutzbetrieb legt den Öltank still. Die wasserrechtliche Genehmigung für eine Erdsondenbohrung beantragen Sie als Bauherr, und die Unterlagen dafür arbeiten wir zu. Alle vier tragen wir in den Zeitplan ein, damit auf der Baustelle kein Tag leer bleibt.
Wo wir tauschen
Getauscht wird in ganz Berlin und im näheren Umland. Am häufigsten sind wir in den Einfamilienhausgebieten in Lichtenrade, Mahlsdorf, Zehlendorf und Kleinmachnow unterwegs, wo Ölkessel und alte Gaskessel den Bestand prägen, sowie in den Altbaubezirken Charlottenburg, Prenzlauer Berg und Kreuzberg, wo die Etagenthermen der neunziger Jahre an der Reihe sind. In Spandau kommen beide Bestände zusammen, Siedlung und Einfamilienhaus.
Bevor Sie sich für ein System entscheiden
Ob nach dem Tausch eine Wärmepumpe oder Gasheizung im Keller steht, entscheidet sich an Heizkörpern, Aufstellort und Förderung, und der Ratgeber rechnet beide über 20 Jahre durch. Wer beides verbinden will, findet unter Hybridheizung die Variante, die im unsanierten Altbau oft die ehrlichste ist. Was das Heizungsgesetz in Berlin nach heutigem Stand für neue Anlagen vorschreibt, steht dort mit Vorbehalt, und welche Gewährleistung Sie nach dem Einbau haben, erklärt die Seite zur Gewährleistung.
Wenn der Kessel im Keller 25 wird
Ist Ihr Kessel oder Ihre Therme in diesem Alter, lohnt der Anruf, bevor etwas ausfällt: 030 2192 8018, montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr. Baujahr, Energieträger und Objekt reichen uns für den Anfang. Über das Formular unten auf der Seite geht es auch; dann rufen wir zurück.
