Die Aufbauhöhe je System, in Zahlen
Vier Systeme sind im Berliner Bestand üblich, und jedes hat seine eigene Höhe. Das Nasssystem mit Estrich braucht 80 bis 120 Millimeter über der Rohdecke, mit Bodenbelag 90 bis 135. Das Trockensystem liegt bei 55 bis 100 Millimetern. Ein Dünnschichtsystem trägt 25 bis 45 Millimeter auf den vorhandenen Boden auf. Wird in den alten Estrich gefräst, bleiben 3 bis 5 Millimeter Ausgleichsmasse und der neue Belag.
Gemessen wird von der Rohdecke bis zur Oberkante des Belags. Vier Schichten stecken in dieser Zahl. Unten die Dämmung, darüber die Rohrebene, dann die lastverteilende Schicht aus Estrich oder Trockenbauplatten, ganz oben der Belag. Wer zwei Angebote nebeneinander legt, sollte prüfen, welche dieser Schichten in der genannten Höhe enthalten ist. Katalogwerte nennen häufig nur die Systemplatte.
Daraus ergibt sich die Auswahl fast von selbst. Wer 120 Millimeter Höhe frei hat, bekommt den vollen Nassaufbau mit Dämmung. Wer 60 Millimeter frei hat, baut trocken. Wer 25 Millimeter frei hat, nimmt Dünnschicht. Und wer keinen Millimeter frei hat, aber einen tragfähigen Estrich von mindestens 45 Millimetern besitzt, lässt fräsen.
| System | Bezugsebene | Dämmung | Rohr und lastverteilende Schicht | Belag | Aufbauhöhe gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Nasssystem, Zementestrich | Rohdecke | 20–50 mm | Rohr 14–17 mm in der Noppenplatte, 45 mm Estrich darüber, zusammen 60–70 mm | 8–15 mm | 90–135 mm |
| Nasssystem, Calciumsulfatestrich | Rohdecke | 20–50 mm | 40 mm Estrich über der Rohroberkante, zusammen 55–60 mm | 8–15 mm | 85–125 mm |
| Trockensystem | Rohdecke oder alter Dielenboden | 0–30 mm Ausgleich oder Trittschalldämmung | Systemplatte mit Wärmeleitblech 25–30 mm, Trockenestrich 20–25 mm | 8–15 mm | 55–100 mm |
| Dünnschichtsystem | vorhandener Estrich | keine, der alte Aufbau trägt sie | Rohr 9–12 mm in Nivelliermasse, 15–30 mm | 8–15 mm | 25–45 mm |
| Fräsen im Bestand | vorhandener Estrich ab 45 mm | liegt bereits darunter | Nut 15–20 mm tief im Estrich, Ausgleichsmasse 3–5 mm | 8–15 mm | 3–5 mm plus neuer Belag |
Die Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Wohnungen und Häusern. Manchmal ist die Heizfläche an der Wand der kürzere Weg. Was größere Heizkörper an derselben Stelle kosten, steht im Vergleich unter Heizkörper tauschen oder den Boden aufmachen.
Was die Dämmschicht mit der Höhe macht
Die Dämmung unter den Rohren ist keine Zugabe, sondern vorgeschrieben. DIN EN 1264-4 nennt Mindestwerte für den Wärmedurchlasswiderstand nach dem, was unter der Decke liegt. Über einem beheizten Raum sind es 0,75 Quadratmeter Kelvin je Watt. Über einem unbeheizten Keller oder über Erdreich sind es 1,25. Liegt Außenluft darunter, etwa bei einem Durchgang oder einem Erker, gelten für Berlin 1,50.
In Platten der Wärmeleitgruppe 035 sind das rund 26, 44 und 53 Millimeter. Genau darum baut dieselbe Fußbodenheizung im Erdgeschoss über dem Keller höher auf als im Obergeschoss über einer beheizten Wohnung. Wer im ganzen Haus dieselbe Belagsoberkante will, gleicht den Unterschied über die Estrichhöhe oder über eine Ausgleichsschüttung aus.
Bei Systemplatten mit Noppen steckt ein Teil des Rohrs in der Dämmschicht. Das spart 10 bis 15 Millimeter gegenüber einer glatten Platte mit Tackerrohr. Wo jeder Millimeter zählt, ist das die erste Stellschraube.
Der Estrich über dem Rohr
Über der Rohroberkante schreibt DIN 18560-2 eine Mindesthöhe vor. Bei Zementestrich der Festigkeit CT-C25-F4 sind es 45 Millimeter, bei Calciumsulfat-Fließestrich 40. Diese Höhe ist keine Reserve für den Fall der Fälle. Sie verteilt die Last und sorgt dafür, dass die Wärme flächig ankommt statt in Streifen.
Heizestrich wird in Feldern verlegt. Üblich sind höchstens 40 Quadratmeter Feldgröße, höchstens 8 Meter Seitenlänge und ein Seitenverhältnis bis 1 zu 2. An Türdurchgängen liegt immer eine Bewegungsfuge, und die Rohre queren sie im Schutzrohr. Ein Fließestrich lässt sich niedriger einbauen und ist schneller begehbar, ein klassischer Zementestrich ist dafür unempfindlicher gegen Feuchte.
Verlegeabstand: 10, 15 oder 20 Zentimeter
Der Verlegeabstand ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Rohren im Boden. Er bestimmt, wie viel Rohr auf einem Quadratmeter liegt, und damit, wie warm das Wasser sein muss. Enger verlegt heißt: mehr Rohr, niedrigere Vorlauftemperatur, mehr Leistung. Weiter verlegt heißt: weniger Rohr, wärmeres Wasser für dieselbe Leistung.
| Verlegeabstand | Rohr je Quadratmeter | Leistung bei 35 Grad Vorlauf | Vorlauf für 60 Watt je Quadratmeter | wo er üblich liegt |
|---|---|---|---|---|
| 10 cm | 10,0 m | 70–85 W/m² | 32–34 Grad | Altbau mit hoher Heizlast, Duschraum |
| 15 cm | 6,7 m | 55–70 W/m² | 35–38 Grad | Wohnräume im sanierten Bestand |
| 20 cm | 5,0 m | 45–55 W/m² | 38–42 Grad | gut gedämmter Neubau, Flure, Nebenräume |
Die Werte gelten für 20 Grad Raumtemperatur, 45 Millimeter Estrich über dem Rohr und einen Belag mit geringem Widerstand. Ein dicker Teppich verschiebt sie um mehrere Grad nach oben. In der Randzone vor bodentiefen Fenstern wird auf dem ersten Meter enger verlegt, oft mit 5 Zentimetern. Dort erlaubt die Norm 35 Grad Oberflächentemperatur, und die Kaltluft am Glas wird abgefangen.
Welcher Abstand in welchen Raum gehört, folgt aus der raumweisen Heizlast. Das Eckzimmer im Obergeschoss bekommt 10 Zentimeter, der Flur in der Mitte des Hauses 20. In der Praxis wird ein Haus selten durchgehend gleich verlegt.
Was der Abstand für die Vorlauftemperatur bedeutet
Jedes Grad weniger Vorlauf senkt den Stromverbrauch einer Wärmepumpe für Ihr Haus um etwa 2 bis 2,5 Prozent. Zwischen 42 und 32 Grad liegen damit rund ein Fünftel der Stromrechnung. Das ist der Grund, warum wir im Altbau lieber enger verlegen, als später die Temperatur anzuheben.
Die Rechnung dahinter ist schnell gemacht. Ein Raum mit 20 Quadratmetern kostet bei 10 Zentimetern Abstand 200 Meter Rohr, bei 20 Zentimetern 100 Meter. Der Materialunterschied liegt im zweistelligen Eurobereich. Die zehn Grad Vorlauftemperatur, die dazwischenliegen, begleiten die Anlage zwanzig Jahre lang.
Eng verlegen hat eine zweite Wirkung, die im Betrieb auffällt. Der Boden fühlt sich gleichmäßiger an, weil die Temperaturunterschiede zwischen Rohr und Zwischenraum kleiner werden. Bei 20 Zentimetern Abstand und keramischem Belag spürt man mit bloßen Füßen gelegentlich noch die Rohrlage.
Randdämmstreifen und Bewegungsfugen
Der Randdämmstreifen trennt den Heizestrich von jeder aufgehenden Wand. Er ist üblicherweise 8 Millimeter dick und muss nach DIN 18560 mindestens 5 Millimeter Bewegung zulassen, auch nach dem Aushärten. Ein Estrichfeld von 8 Metern Länge dehnt sich beim Aufheizen um mehrere Millimeter aus. Ohne Fuge drückt es gegen den Putz, und im Türbereich reißt es.
Der Streifen läuft an Wänden, Säulen, Zargen und Rohrdurchführungen hoch, bis über die spätere Belagsoberkante. Die angeschweißte Folienlasche wird auf die Systemplatte gelegt, damit kein Estrich unter die Dämmung läuft. Abgeschnitten wird der Überstand erst, wenn der Belag liegt. Wer ihn vorher kürzt, hat die Fuge am Ende voller Kleber oder Spachtelmasse.
Das Aufheizprotokoll: sieben Tage, schriftlich
Ein Heizestrich wird nach dem Aushärten kontrolliert aufgeheizt. Das Funktionsheizen nach DIN EN 1264-4 beginnt beim Zementestrich frühestens 21 Tage nach dem Einbau, beim Calciumsulfatestrich nach 7 Tagen. Drei Tage läuft die Anlage mit 25 Grad Vorlauf. Danach folgen mindestens vier Tage mit der Auslegungstemperatur, höchstens aber 55 Grad.
Das Ergebnis wird protokolliert, mit Datum, Vorlauftemperaturen und Unterschrift. Das Protokoll ist die Grundlage für den Bodenleger und gehört in die Unterlagen zum Haus. Das Funktionsheizen weist nach, dass die Anlage arbeitet; es ersetzt nicht das Belegreifheizen. Ob der Estrich trocken genug für den Belag ist, misst der Bodenleger mit der CM-Methode. Übliche Grenzwerte sind 1,8 CM-Prozent beim beheizten Zementestrich und 0,3 beim beheizten Calciumsulfatestrich.
Welcher Belag darüber darf
Der Belag ist eine Dämmschicht auf der Heizfläche, deshalb begrenzt DIN EN 1264-3 seinen Wärmedurchlasswiderstand auf 0,15 Quadratmeter Kelvin je Watt. Gerechnet wird der ganze Aufbau, also Belag plus Kleber plus Unterlage. Eine weiche Trittschallunterlage unter Laminat kann die Grenze allein ausschöpfen.
Keramik und Naturstein liegen bei 0,01 bis 0,02 und leiten die Wärme am besten in den Raum. Designbeläge und Vinyl auf fester Unterlage liegen ähnlich niedrig. Fertigparkett mit 10 bis 14 Millimetern bringt 0,05 bis 0,10 mit, massives Eichenparkett bis 22 Millimeter etwas mehr. Teppich ist möglich, wenn er das Prüfzeichen für Flächenheizung trägt und die Unterlage mitgerechnet wird.
Altbau in Berlin: die Holzbalkendecke gibt das System vor
In den Gründerzeitwohnungen in Kreuzberg, Prenzlauer Berg oder Charlottenburg ist Höhe selten das Problem. Die Räume sind 2,80 bis 3,50 Meter hoch, die Türen entsprechend groß. Die Frage ist die Decke darunter. Zwischen den Balken liegt eine Schüttung aus Sand, Schlacke oder Bauschutt, und die Tragreserve ist begrenzt.
Ein Zementestrich mit 65 Millimetern wiegt rund 130 Kilogramm je Quadratmeter. Ein Trockensystem mit Wärmeleitblechen und Gipsfaserplatten kommt auf 25 bis 40 Kilogramm. Deshalb wird auf Balkendecken trocken gebaut, meist auf einer gebundenen Ausgleichsschüttung, die den alten Boden eben macht. Die Schüttung übernimmt gleichzeitig den Trittschall zur Wohnung darunter.
Liegt in der Wohnung dagegen ein Estrich auf einer Betondecke, etwa aus einer Sanierung der neunziger Jahre, ist das Fräsverfahren der kurze Weg. Voraussetzung ist eine Estrichdicke ab 45 Millimetern und die Gewissheit, dass keine Elektroleitungen im Estrich liegen. Beides prüfen wir vorher, mit Kernbohrung und Leitungssuchgerät.
Nachkriegsbau: die Türhöhe gibt das System vor
In den Zeilenbauten und Siedlungshäusern der fünfziger und sechziger Jahre, wie sie in Nachkriegshäusern in Lichtenrade, Mariendorf oder Britz stehen, ist es umgekehrt. Die Decke trägt, weil sie aus Beton ist. Die Höhe fehlt. Lichte Raumhöhen von 2,45 bis 2,50 Metern und Türblätter von 1,985 Metern sind der Normalfall.
Kommen 100 Millimeter Nassaufbau dazu, wird jedes Türblatt gekürzt oder jede Zarge versetzt. Fenstergriffe sitzen tiefer, Heizkörpernischen werden flacher, und der Treppenantritt verändert sich. Die erste Stufe einer Innentreppe wird um die Aufbauhöhe niedriger, und ungleiche Steigungen in einem Lauf sind nach DIN 18065 unzulässig. Dann wird die ganze Treppe angepasst oder ein Podest eingebaut.
Deshalb fällt in diesen Häusern die Wahl oft auf das Dünnschichtsystem mit 25 bis 45 Millimetern oder auf das Fräsen im vorhandenen Estrich. Wir messen beim Termin die lichte Türhöhe, die Höhe des alten Aufbaus und die Estrichdicke. Aus diesen drei Maßen steht das System fest, bevor jemand einen Preis nennt.
Was wir davon bauen
Wir bauen die Fußbodenheizung als Teil der neuen Anlage: Verteiler, Rohr, Estrich oder Trockenaufbau, Regelung, Abgleich und Aufheizprotokoll. Den Belag darüber verlegt der Bodenleger, den Türeingriff macht der Tischler, den Nachweis für die Balkendecke schreibt der Statiker. Beauftragt werden diese drei vom Eigentümer, und wir sagen rechtzeitig, was gebraucht wird. Was sonst noch aus einer Hand dazugehört, steht auf der Übersicht zu den Heizungen, die wir in Berlin einbauen.
Im Regelfall kommt der Boden zusammen mit dem Wärmeerzeuger, also im Zuge vom Austausch der alten Heizung. Zu einer neuen Wärmepumpe zählt die Flächenheizung nach heutigem Stand als Umfeldmaßnahme zu den förderfähigen Kosten. Im Antrag für die Wärmepumpe steht sie als eigene Position. Wird nur ein einzelner Raum umgebaut, planen wir die Fläche so, dass sie später zum ganzen Haus passt.
Drei Maße genügen für den ersten Anruf
Messen Sie die lichte Türhöhe, die Höhe vom heutigen Belag bis zur Rohdecke und, wenn bekannt, die Estrichdicke. Mit diesen drei Zahlen sagen wir Ihnen am Telefon, welches der vier Systeme in Ihre Wohnung passt. Sie erreichen uns werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018. Wenn Sie lieber schreiben, nutzen Sie das Formular unten auf der Seite; wir schlagen Ihnen dann einen Termin zum Aufmaß vor.
