Die kurze Antwort: Heizlast plus Warmwasser plus Sperrzeit
Die Größe einer Wärmepumpe ist eine Summe aus drei Posten. Erstens die Heizlast des Hauses am Auslegungspunkt. Zweitens ein Zuschlag für das Warmwasser von 0,2 bis 0,3 Kilowatt je Person. Drittens ein Zuschlag für die Sperrzeiten des Netzbetreibers nach Paragraf 14a EnWG. Für ein Berliner Einfamilienhaus liegt diese Summe erfahrungsgemäß zwischen 6 und 14 Kilowatt.
Die Heizlast überschlagen Sie mit zwei Zahlen: beheizte Wohnfläche mal Kennwert je Baualter. Ein Siedlungshaus von 1928 mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach liegt bei 80 bis 100 Watt je Quadratmeter. Ein Haus ab Baujahr 2002 liegt bei 40 bis 50 Watt. Bei 130 Quadratmetern sind das 10,4 bis 13 Kilowatt im einen Fall und 5,2 bis 6,5 Kilowatt im anderen.
Auf diese Heizlast kommen die beiden Zuschläge. Vier Personen im Haus bedeuten rund 1 Kilowatt für das Warmwasser. Zwei Stunden Sperrzeit am Tag bedeuten den Faktor 1,09. Aus 9,6 Kilowatt Heizlast wird so ein Gerät mit 11,6 Kilowatt. Die Tabelle im nächsten Abschnitt hat beide Zuschläge schon eingerechnet.
Wohnfläche und Baualter gegen Gerätegröße
Die Kennwerte sind Erfahrungswerte aus Berliner Bestandsgebäuden, in Watt je Quadratmeter beheizter Fläche. In den Kilowatt-Spalten stecken 1 Kilowatt Warmwasser für vier Personen und der Faktor 1,09 für zwei Stunden Sperrzeit. Gerundet wird auf volle Kilowatt, weil die Geräte in Stufen angeboten werden.
| Baualter und Zustand | Heizlast in W/m² | 100 m² | 130 m² | 160 m² |
|---|---|---|---|---|
| Gründerzeit bis 1918, Kastenfenster | 120–150 | 14–17 kW | 18–22 kW | 22–27 kW |
| Gründerzeit, Isolierglas, oberste Decke gedämmt | 80–110 | 10–13 kW | 12–17 kW | 15–20 kW |
| Siedlungshaus 1919 bis 1948, unsaniert | 110–140 | 13–16 kW | 17–21 kW | 20–26 kW |
| Siedlungshaus, Fenster und Dach erneuert | 80–100 | 10–12 kW | 12–15 kW | 15–19 kW |
| 1949 bis 1968, Zeilen- und Reihenhaus, unsaniert | 100–130 | 12–15 kW | 15–20 kW | 19–24 kW |
| 1969 bis 1978, unsaniert | 80–110 | 10–13 kW | 12–17 kW | 15–20 kW |
| 1979 bis 1994, erste Wärmeschutzverordnung | 60–80 | 8–10 kW | 10–12 kW | 12–15 kW |
| 1995 bis 2001 | 50–60 | 7–8 kW | 8–10 kW | 10–12 kW |
| ab 2002, Energieeinsparverordnung | 40–50 | 6–7 kW | 7–8 kW | 8–10 kW |
Zwei Häuser mit derselben Fläche liegen also drei Gerätegrößen auseinander. Deshalb ist die Wohnfläche allein nie die Antwort. Wer die Tabelle nutzt, nimmt den Zustand nach der letzten Sanierung, nicht den Zustand bei Bezug.
Warum der Auslegungspunkt zählt und nicht der kälteste Tag
Der Auslegungspunkt ist die Normaußentemperatur nach DIN EN 12831. Für Berlin liegt sie bei rund minus 12 Grad, je nach Postleitzahl leicht abweichend. Dieser Wert ist kein Rekordwert, sondern ein statistisches Mittel der kalten Tage. In einem normalen Winter wird er an wenigen Tagen erreicht, und an den meisten Heiztagen läuft die Anlage mit 30 bis 60 Prozent ihrer Leistung.
Dazu kommt eine zweite Eigenheit der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ihre Leistung hängt von der Außentemperatur ab, weil die Luft die Wärmequelle ist. Die Zahl im Prospekt gilt fast immer für 7 oder 2 Grad Außenluft und 35 Grad Vorlauf. Für die Auslegung zählt die Zeile im Datenblatt, die zur Berliner Kälte passt.
| Betriebspunkt | Außenluft | Leistung eines Beispielgeräts |
|---|---|---|
| A7/W35 | plus 7 Grad | 12,0 kW |
| A2/W35 | plus 2 Grad | 10,5 kW |
| A−7/W35 | minus 7 Grad | 9,0 kW |
| A−12/W35 | minus 12 Grad | 8,2 kW |
Ein Gerät, das im Katalog 12 Kilowatt heißt, liefert bei minus 7 Grad also 9 Kilowatt. Genau diese 9 Kilowatt werden gegen die Heizlast gestellt. Der Punkt, an dem beide Kurven sich treffen, heißt Bivalenzpunkt. In Berlin legen wir ihn meist auf minus 5 bis minus 7 Grad. Darunter unterstützt der elektrische Heizstab, und über das Jahr bleiben 95 bis 98 Prozent der Wärme bei der Wärmepumpe.
Der Warmwasserzuschlag
Warmwasser braucht Leistung, aber nicht zur selben Stunde wie die Heizung. Ein Speicher wird geladen, wenn die Heizkreise wenig abnehmen, also nachts oder am Mittag. Deshalb wird der Bedarf nicht voll addiert, sondern mit 0,2 bis 0,3 Kilowatt je Person angesetzt. Für einen Vierpersonenhaushalt sind das 0,8 bis 1,2 Kilowatt.
Die Ladung selbst zieht mehr, erfahrungsgemäß 5 bis 8 Kilowatt für eine halbe bis eine ganze Stunde. Das deckt dieselbe Wärmepumpe ab, weil die Heizung in dieser Zeit aus dem Puffer versorgt wird. Anders liegt der Fall bei zentraler Warmwasserbereitung mit Zirkulation im Mehrfamilienhaus. Dort läuft ständig warmes Wasser im Ring, und dieser Anteil wird eigens gerechnet. Wie sich das bei zwölf oder zwanzig Wohnungen auf die Zentrale auswirkt, steht auf der Seite Heizzentrale für die WEG.
Der Sperrzeitenzuschlag nach Paragraf 14a EnWG
Eine Wärmepumpe ab 4,2 Kilowatt Anschlussleistung wird bei Stromnetz Berlin angemeldet. Sie gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Bezug in Spitzenzeiten auf 4,2 Kilowatt herunterregeln, und Sie zahlen dafür ein reduziertes Netzentgelt. Nach heutigem Stand wird also gedimmt statt abgeschaltet.
Die klassische Auslegung rechnete mit harten Sperrzeiten. Sie teilt die 24 Stunden durch die verbleibenden Betriebsstunden und schlägt den Faktor auf die Heizlast auf. Diese Rechnung steht bis heute in Auslegungsprogrammen, deshalb gehört sie in jedes Angebot, das Sie vergleichen.
| Sperrzeit je Tag | Rechenfaktor | Aus 10 kW Heizlast werden |
|---|---|---|
| ohne Sperrzeit | 1,00 | 10,0 kW |
| 2 Stunden | 1,09 | 10,9 kW |
| 4 Stunden | 1,20 | 12,0 kW |
| 6 Stunden | 1,33 | 13,3 kW |
Es gibt zwei Wege, diesen Zuschlag abzudecken. Der erste ist ein größeres Gerät, der zweite ein Pufferspeicher, der die Stunden überbrückt. Wir wählen in Berliner Einfamilienhäusern fast immer den Puffer. Er kostet weniger als eine Gerätestufe und hält die Laufzeiten lang. Welche Bauart und wie viele Liter dafür üblich sind, haben wir unter Puffer und Speicher im Keller aufgeschrieben.
Knapp getroffen läuft besser als großzügig gewählt
Ein Gerät, das genau passt, läuft lange und gleichmäßig. Das ist der Betriebszustand, in dem eine Wärmepumpe ihre beste Jahresarbeitszahl erreicht. Der Verdichter startet selten, die Regelung hat Zeit, und die Außeneinheit bleibt leise.
Ein Gerät mehrere Stufen darüber arbeitet anders. Ein Inverter regelt erfahrungsgemäß bis auf 30 bis 40 Prozent seiner Nennleistung herunter, tiefer nicht. Eine 16-Kilowatt-Maschine kommt damit auf 5 bis 6 Kilowatt Mindestleistung. Im Oktober braucht ein saniertes Haus aber nur 3 Kilowatt. Dann taktet das Gerät, also es startet, heizt kurz und schaltet ab.
Dazu kommen die Posten, die mit jeder Stufe mitwachsen. Jedes Kilowatt Mehrleistung kostet in der Anschaffung erfahrungsgemäß 500 bis 1.000 Euro. Der Puffer wird größer, das Fundament breiter, die Anmeldung beim Netzbetreiber nennt eine höhere Leistung. Auch der Schallleistungspegel steigt mit der Gerätegröße, und das ist im Berliner Reihenhausgarten die Zahl, an der die Aufstellung hängt.
Beispiel: Siedlungshaus in Lankwitz, Baujahr 1928
Eine Doppelhaushälfte mit 128 Quadratmetern beheizter Fläche. Fenster 2012 erneuert, Dachschräge 2016 gedämmt, Kellerdecke ohne Dämmung, Gaskessel von 1999 mit 20 Kilowatt. Vier Personen im Haushalt, Gasverbrauch im Mittel der letzten drei Jahre 19.500 Kilowattstunden.
Der Überschlag setzt 80 bis 100 Watt je Quadratmeter an und kommt auf 10,2 bis 12,8 Kilowatt. Das Verbrauchsverfahren rechnet 19.500 mal 0,9 geteilt durch 2.000 Vollbenutzungsstunden und kommt auf 8,8 Kilowatt. Die raumweise Rechnung nach DIN EN 12831 ergibt 9,6 Kilowatt. Der alte Kessel war also gut doppelt so groß wie nötig, was in Berliner Kellern häufig vorkommt.
Jetzt die Zuschläge. Warmwasser für vier Personen mit 0,25 Kilowatt je Person ergibt 1,0 Kilowatt, zusammen 10,6 Kilowatt bei minus 12 Grad. Bei minus 7 Grad braucht das Haus noch 8,9 Kilowatt, weil die Heizlast mit der Temperaturdifferenz sinkt. Gewählt wird das Gerät aus der Tabelle oben, das bei minus 7 Grad 9,0 Kilowatt liefert. Der Sperrzeitenzuschlag wandert in einen Pufferspeicher mit 300 Litern statt in die nächste Gerätestufe.
Die Anlage fährt damit monoenergetisch mit Bivalenzpunkt bei minus 7 Grad. An kälteren Tagen legt der Heizstab mit 6 Kilowatt nach. Für Häuser mit Baujahr um 1930 ist das die übliche Auslegung. Wie die alten Heizkörper dabei mitspielen, zeigt der Beitrag alte Heizflächen an neuer Technik. Wie der Bestand in Lankwitz, Lichterfelde und Steglitz insgesamt aussieht, steht auf der Seite Siedlungshäuser im Südwesten.
Was der Überschlag leistet und wo die raumweise Rechnung anfängt
Der Überschlag aus Fläche und Kennwert trifft die Größenordnung mit rund 30 Prozent Abweichung. Für das erste Telefonat reicht das, für die Bestellung eines Geräts nicht. Er sagt Ihnen, ob Ihr Haus bei 8 oder bei 15 Kilowatt liegt, und mehr soll er auch nicht.
Die raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 rechnet jeden Raum für sich: Bauteilflächen, Wärmedurchgang, Fenster, Lüftung, Solltemperatur. Sie liefert die Heizlast je Raum, und erst daraus folgt, ob der vorhandene Heizkörper bei 55 Grad Vorlauf reicht. Sie ist auch die Grundlage für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Bei der Wärmepumpe verlangt die Förderstelle sie nach heutigem Stand mit dem Antrag. Was dabei gerechnet wird und welche Unterlagen dafür nötig sind, erklärt die Rechnung Raum für Raum im Einzelnen.
Kurz: Der Überschlag ordnet ein, die raumweise Rechnung legt aus. Beide Zahlen gehören zusammen, und wenn sie weit auseinanderliegen, stimmt eine Annahme über das Haus nicht.
Was an der Kilowattzahl sonst noch hängt
Aus der Gerätegröße folgt der Pufferspeicher mit 20 bis 50 Litern je Kilowatt. Aus ihr folgt die elektrische Anschlussleistung und damit die Anmeldung beim Netzbetreiber. Aus ihr folgt der Schallleistungspegel der Außeneinheit und der Abstand, den sie zur Nachbargrenze braucht. Und aus ihr folgt ein guter Teil des Preises.
Deshalb lohnt die halbe Stunde Rechenarbeit vor der Gerätewahl. Eine Stufe kleiner spart in der Anschaffung 500 bis 1.000 Euro je Kilowatt und im Betrieb jede Stunde, die das Gerät durchläuft statt zu starten. Welche Anlagen wir in Berliner Kellern und Gärten sonst noch aufbauen, zeigt die Übersicht unserer Arbeiten in Berlin. Technik, Bauzeit und Preisspanne der Luft-Wasser-Anlage selbst finden Sie auf Luft-Wasser-Anlagen für Berlin.
Was wir beim Termin messen
Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin nehmen wir auf, was die Rechnung braucht. Baujahr, Sanierungen mit Jahreszahl, Wandstärken, Fenster, beheizte Fläche je Geschoss. Dazu die Heizkörper mit Maßband, die Vorlauftemperatur der alten Anlage und den Verbrauch der letzten drei Jahre. Wir sehen uns den Aufstellort für die Außeneinheit an, den Weg für die Leitungen und den Zählerschrank.
Danach rechnen wir raumweise und wählen das Gerät nach seiner Leistung bei minus 7 Grad. Im Angebot stehen Gerätetyp, Leistung am Auslegungspunkt, Bivalenzpunkt, Puffergröße und der Festpreis. Bei der Wärmepumpe legen wir die Unterlagen für den Zuschuss bei und stellen den Antrag vor Ihrer Unterschrift. Der Einbau dauert im Einfamilienhaus 3 bis 5 Arbeitstage.
Sagen Sie uns Baujahr, Fläche und Personenzahl
Mit diesen drei Angaben und dem Gasverbrauch des letzten Jahres nennen wir Ihnen am Telefon eine Spanne in Kilowatt. Dann wissen Sie, ob Sie über ein Gerät mit 8 oder mit 14 Kilowatt sprechen. Dafür ist die Nummer 030 2192 8018 gedacht, werktags von 7 bis 17 Uhr. Sie können die Zahlen auch über das Formular unten auf der Seite schicken, dann rechnen wir und melden uns mit einem Terminvorschlag.
