50 bis 60 Liter je Person, an der Wärmepumpe mehr
Die Faustzahl für den Trinkwasserspeicher lautet 50 bis 60 Liter je Person. Sie gilt für einen Behälter, der mit 50 bis 55 Grad gefahren wird. Zwei Personen kommen damit auf 120 bis 150 Liter, vier auf 250 bis 300 Liter, sechs auf 350 bis 400 Liter. Darin steckt der normale Tag: morgens duschen, Küche, Waschtisch und ab und zu die Waschmaschine mit Warmwasseranschluss.
Dazu kommen Zuschläge für Zapfstellen, die viel auf einmal ziehen. Eine große Wanne fasst 160 bis 180 Liter, davon etwa zwei Drittel warmes Wasser. Dafür rechnen wir 50 Liter Speicher dazu. Eine Regendusche mit 15 bis 20 Litern je Minute nimmt das Doppelte eines sparsamen Kopfes mit 8 bis 10 Litern, also noch einmal 50 Liter. Ein zweiter Duschplatz, der morgens gleichzeitig läuft, bringt eine weitere Stufe.
Der dritte Punkt ist der Wärmeerzeuger. Ein Gas-Brennwertkessel schiebt 20 bis 24 Kilowatt in den Speicher und hat 300 Liter in gut einer halben Stunde wieder oben. Eine Wärmepumpe gibt je nach Größe 4 bis 9 Kilowatt an das Warmwasser ab und lädt über eine längere Zeit. Deshalb bekommt sie 20 bis 30 Prozent mehr Volumen. Vier Personen erhalten dann 300 bis 400 Liter statt 250 bis 300.
| Personen | Nutzung | Volumen am Kessel | Volumen an der Wärmepumpe | Aufheizzeit an der Wärmepumpe |
|---|---|---|---|---|
| 1–2 | eine Dusche, Küche | 120–150 l | 150–200 l | 70–95 min |
| 2 | Dusche und Wanne | 150–200 l | 200–250 l | 95–115 min |
| 3–4 | zwei Duschplätze | 200–250 l | 250–300 l | 115–140 min |
| 4 | Wanne und Regendusche | 300 l | 350–400 l | 165–185 min |
| 5–6 | zwei Duschplätze, Wanne | 350–400 l | 400–500 l | 185–230 min |
| 8–10, zwei Wohnungen | Wannen und Duschen | 500–750 l | 750–1.000 l | nach Ladeleistung |
Die Werte sind Erfahrungswerte aus Berliner Einfamilienhäusern und Wohnungen. Die Aufheizzeit in der letzten Spalte gilt für 6 Kilowatt Ladeleistung und einen Speicher, der vollständig ausgekühlt ist. Dieser Fall tritt im Alltag selten ein.
Woher die Liter kommen
Eine Person zapft erfahrungsgemäß 30 bis 45 Liter Warmwasser am Tag, gerechnet bei 45 Grad. Über das Jahr sind das 600 bis 900 Kilowattstunden Wärme je Person. Eine Dusche von fünf Minuten nimmt 50 bis 70 Liter, eine Wannenfüllung 100 bis 120 Liter warmes Wasser.
Aus dem Behälter lässt sich nicht jeder Liter nutzen. Beim Zapfen strömt kaltes Wasser unten nach und mischt sich mit dem warmen. Als nutzbare Menge rechnet man deshalb mit 70 bis 80 Prozent des Inhalts, bei guter Schichtung etwas mehr. Ein 300-Liter-Speicher mit 50 Grad gibt also rund 210 bis 240 Liter ab, bevor es an der Dusche kühler wird.
Die Temperatur verschiebt diese Rechnung. Wer den Speicher auf 60 statt auf 50 Grad fährt, bekommt aus demselben Behälter rund ein Viertel mehr Mischwasser. Umgekehrt braucht ein Haushalt mehr Liter, wenn die Anlage mit 48 Grad arbeitet. Größe und Temperatur werden deshalb zusammen festgelegt, nicht nacheinander.
Der Speicher hat eine zweite Stärke, die in keiner Faustformel steht: die Zapfrate. Er gibt kurzzeitig so viel ab, wie oben warm steht, und versorgt damit zwei Zapfstellen gleichzeitig. Genau dafür wird er im Haus mit mehreren Duschen gebaut. Erzeugt wird die Wärme entweder zentral im Keller oder in jeder Wohnung. Beide Wege haben wir unter Speicher im Keller oder Gerät in der Wohnung an Beispielen durchgerechnet.
Aufheizzeit und die Fläche des Wärmetauschers
| Speicher | Wärme von 10 auf 50 Grad | Gaskessel, 24 kW | Wärmepumpe, 6 kW |
|---|---|---|---|
| 150 l | 7,0 kWh | rund 18 min | rund 70 min |
| 200 l | 9,3 kWh | rund 25 min | rund 95 min |
| 300 l | 14,0 kWh | rund 35 min | rund 140 min |
| 400 l | 18,6 kWh | rund 47 min | rund 185 min |
Die Wärmemenge in der zweiten Spalte folgt aus der Wassermenge und den 40 Grad Temperaturhub. Die Zeiten daneben sind reine Ladezeiten ohne die Verluste der Bereitschaft.
Entscheidend ist nicht allein die Leistung des Erzeugers, sondern auch die Fläche des Wärmetauschers im Behälter. Ein Standardspeicher für den Gaskessel trägt 1,0 bis 1,5 Quadratmeter Rohrfläche. Das genügt, weil der Kessel mit 70 Grad Vorlauf arbeitet und die Wärme rasch übergeht. Eine Wärmepumpe fährt 55 bis 60 Grad Vorlauf, und dann verlangt dieselbe Leistung mehr Fläche.
Speicher für die Wärmepumpe haben deshalb 2,5 bis 3,5 Quadratmeter Wärmetauscherfläche, manche Bauarten zwei Register übereinander. Ein vorhandener Behälter aus der Gaszeit bleibt stehen, wenn seine Fläche reicht und die Dämmung in Ordnung ist. Wir lesen das Typenschild und rechnen die Leistung nach. Steht der neue Speicher im Angebot einer Wärmepumpe, gehört er nach heutigem Stand zu deren förderfähigen Kosten. Eine Wärmepumpe mit Warmwasserbereitung bringt den passenden Behälter gleich mit.
Legionellenschutz nach DVGW W 551
Im Trinkwasser vermehren sich Legionellen vor allem dort, wo es zwischen 25 und 50 Grad lange steht. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 teilt Anlagen deshalb in zwei Klassen. Als Großanlage gilt ein Speicher mit mehr als 400 Litern. Dasselbe gilt, wenn zwischen Speicher und entferntester Zapfstelle mehr als 3 Liter in der Leitung stehen.
Für Großanlagen gelten 60 Grad am Speicheraustritt und mindestens 55 Grad im Rücklauf der Zirkulation. Das betrifft Mehrfamilienhäuser mit zentralem Warmwasser und große Einfamilienhäuser mit langen Wegen. In vermieteten Häusern kommt die Untersuchung auf Legionellen alle drei Jahre dazu. Die Probenahmehähne dafür setzen wir beim Einbau.
Kleinere Anlagen im Ein- und Zweifamilienhaus laufen mit 50 bis 55 Grad, ergänzt um eine wöchentliche Aufheizung auf 60 Grad. Jede aktuelle Regelung bringt diese Funktion mit. Für die Größenwahl heißt das: Wer bei höchstens 400 Litern bleibt und die Leitungswege kurz hält, bleibt in der kleineren Klasse. Ein Behälter mit 400 Litern und kurzen Wegen ist damit oft die ruhigere Lösung als 500 Liter mit einem langen Strang durch das ganze Haus.
Ein Reihenhaus in Lankwitz, durchgerechnet
Vier Personen, Reihenhaus von 1968, Gaskessel von 2001 mit 200 Litern Speicher. Morgens laufen zwei Duschen kurz nacheinander, im Obergeschoss steht eine Wanne mit 170 Litern. Neu geplant ist eine Luft-Wärmepumpe mit 8 Kilowatt Heizleistung, davon 6 Kilowatt für das Warmwasser.
Der Grundbedarf liegt bei vier mal 55 Litern, also 220 Litern. Die Wanne bringt 50 Liter dazu, die Regendusche noch einmal 50. Das ergibt 320 Liter, und die nächste Baugröße ist der Speicher mit 400 Litern. Er bleibt unter der Grenze zur Großanlage.
Die Leitung zur Küche misst 7 Meter bei 18 Millimetern Innendurchmesser und fasst damit rund 1,8 Liter. Auch der zweite Grenzwert aus W 551 ist also eingehalten, und der Speicher darf mit 52 Grad laufen. Von 10 auf 50 Grad braucht die Wärmepumpe dort etwa drei Stunden, gelegt auf die Mittagszeit. Häuser dieser Bauart stehen in Lankwitz und Lichterfelde reihenweise, und wie wir dort arbeiten, zeigt die Seite über Reihenhäuser in Lankwitz.
Die Frischwasserstation als Alternative
Eine Frischwasserstation bevorratet kein Trinkwasser. Sie sitzt an einem Pufferspeicher mit Heizungswasser und erwärmt das Trinkwasser erst beim Zapfen über einen Plattenwärmetauscher. Übliche Zapfleistungen liegen bei 20 bis 40 Litern je Minute, im Mehrfamilienhaus deutlich darüber.
Die Größe richtet sich dann nach dem Puffer und nicht nach der Personenzahl. Für ein Einfamilienhaus mit vier Personen sind 500 bis 800 Liter üblich, wenn der Puffer Heizung und Warmwasser trägt. Im Behälter steht Heizungswasser, weshalb die Temperaturvorgaben aus W 551 für ihn nicht greifen. Die Bauarten unterscheiden sich genau darin, wo Trinkwasser steht und wo Heizungswasser. Im Überblick welcher Speichertyp zu welcher Heizung passt liegen sie nebeneinander.
Mehrfamilienhaus: NL-Zahl statt Faustformel
Ab etwa sechs Wohnungen trägt die Zahl je Person nicht mehr. Dann wird nach DIN 4708 gerechnet. Die Bedarfskennzahl N beschreibt den Warmwasserbedarf aller Wohnungen in der Spitzenstunde. Die Leistungskennzahl NL beschreibt, was ein Speicher bei einer bestimmten Heizleistung liefert. Gewählt wird der Behälter so, dass NL mindestens N erreicht.
In Berliner Häusern mit zwölf Wohnungen landen wir dabei meist bei 750 bis 1.000 Litern oder bei einer Frischwasserstation mit 800 Litern Puffer. Dazu kommt die Zirkulation, die das warme Wasser im Strang hält. Sie wird gedämmt und über eine Zeitschaltung gefahren, damit die Verluste klein bleiben. Der Warmwasserbedarf geht außerdem in die Auslegung der Anlage ein, die wir als Rechnung nach DIN EN 12831 für jeden Raum aufstellen.
Platz, Türen und Kippmaß
| Speicher | Durchmesser mit Dämmung | Höhe | Kippmaß |
|---|---|---|---|
| 150 l | rund 55 cm | 1,05 m | 1,20 m |
| 200 l | rund 60 cm | 1,25 m | 1,40 m |
| 300 l | rund 65 cm | 1,55 m | 1,70 m |
| 400 l | rund 70 cm | 1,70 m | 1,85 m |
| 500 l | rund 75 cm | 1,85 m | 2,00 m |
Die Maße gelten für gängige emaillierte Speicher mit werkseitiger Dämmung. Edelstahl und schlanke Bauformen weichen davon ab. Über dem Behälter bleiben 30 bis 40 Zentimeter frei, damit die Schutzanode gezogen werden kann. Bei einer Kellerdecke von 2,10 Metern sind Größen bis 400 Liter gut zu stellen.
Ab 500 Litern messen wir Treppe, Tür und Deckenhöhe vorher aus. Ist der Weg eng, gibt es teilbare Behälter, deren Segmente einzeln durch die Tür gehen und im Keller verschraubt werden. Auch zwei kleinere Speicher in Reihe sind eine bewährte Lösung.
Neuer Speicher, neue Heizung: unser Teil der Arbeit
Wir bauen Speicher im Zuge einer neuen Anlage ein und tauschen alte Behälter gegen passende. Heizungen bauen und tauschen wir in ganz Berlin, vom Reihenhaus bis zum Haus mit zwanzig Wohnungen. Wo kein Behälter Platz findet, setzen wir ein elektronisches Gerät je Zapfstelle. Ein tropfender Speicher an einer fremden Anlage bleibt beim Betrieb, der diese Hydraulik kennt und aufgebaut hat. Nachts und am Wochenende ist ein Notdienst zuständig, und das sind wir nicht.
Sagen Sie uns Personenzahl und Zapfstellen
Nennen Sie uns, wie viele Personen im Haus wohnen, ob eine Wanne vorhanden ist und wie viele Duschen morgens gleichzeitig laufen. Daraus sagen wir Ihnen am Telefon die Baugröße, die passt. Wir sind werktags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018 erreichbar. Wer lieber schreibt, nutzt das Anfrageformular am Seitenende und nennt uns gleich die Breite der Kellertür.
