Die Faustformel: Liter je Kilowatt Heizleistung
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bekommt erfahrungsgemäß 20 bis 50 Liter Puffervolumen je Kilowatt Heizleistung. Bei 10 Kilowatt sind das 200 bis 500 Liter. Der untere Wert gilt im Haus mit Fußbodenheizung, der obere im Altbau mit Heizkörpern und Thermostatventilen. Ein Pelletkessel wird mit 30 bis 55 Litern je Kilowatt gepuffert. Für handbeschickte Scheitholzkessel verlangt die 1. BImSchV mindestens 55 Liter je Kilowatt. Am Gas-Brennwertkessel im Einfamilienhaus steht meist kein Heizungspuffer, sondern ein Trinkwasserspeicher mit 120 bis 200 Litern.
Für die eigene Rechnung brauchen Sie drei Angaben. Die erste ist die Heizlast des Hauses in Kilowatt. Die zweite ist der Faktor Ihrer Anlage aus dem Absatz oben. Die dritte ist die Art der Heizflächen. Ein Reihenhaus mit 10 Kilowatt Heizlast und alten Heizkörpern landet damit bei 300 bis 500 Litern. Dasselbe Haus mit Fußbodenheizung kommt mit 100 bis 200 Litern aus. Ein Pelletkessel mit 15 Kilowatt braucht 500 bis 800 Liter.
Zwei Angaben stehen über jeder Faustformel. Die erste ist das Mindestwasservolumen aus der Anleitung des Geräts. Viele Hersteller nennen dort einen festen Wert in Litern, und der gilt zuerst. Die zweite ist die Heizlast aus der raumweisen Rechnung, nicht die Leistung des alten Kessels. Wie diese Rechnung entsteht und welche Werte je Baualter üblich sind, zeigt die raumweise Rechnung nach DIN EN 12831. Die Tabelle im nächsten Abschnitt nennt zu jeder Anlage das Volumen und die Maße des passenden Speichers.
Volumen und Platzbedarf je Anlage
Die Maße sind Behältermaße ohne Dämmung, wie sie für das Einbringen gelten. Bei großen Speichern wird die Dämmung erst am Aufstellort übergezogen. Das Kippmaß ist die Diagonale des Behälters, also die Höhe, die beim Aufrichten gebraucht wird.
| Anlage | Leistung | Empfohlenes Volumen | Durchmesser × Höhe | Kippmaß |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Reihenpuffer | 8 kW | 100–200 l | 0,50 × 1,25 m | 1,35 m |
| Luft-Wärmepumpe, Heizkörper im Altbau, Trennpuffer | 10 kW | 300–500 l | 0,65 × 1,70 m | 1,82 m |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 12 kW | 300–400 l | 0,60 × 1,60 m | 1,71 m |
| Luft-Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus | 30 kW | 800–1.000 l | 0,79 × 2,00 m | 2,15 m |
| Pelletkessel | 15 kW | 500–800 l | 0,79 × 1,90 m | 2,06 m |
| Pellet mit Solarthermie, Kombispeicher | 15 kW und 10 m² | 800–1.000 l | 0,85 × 2,00 m | 2,17 m |
| Scheitholzkessel mit 55 l/kW nach 1. BImSchV | 20 kW | mindestens 1.100 l | 1,00 × 2,25 m | 2,46 m |
| Hybrid aus Gaskessel und Wärmepumpe | 15 kW und 6 kW | 300–500 l | 0,65 × 1,75 m | 1,87 m |
| Gas-Brennwertkessel im Einfamilienhaus | 20 kW | Trinkwasserspeicher 120–200 l | 0,55 × 1,30 m | 1,41 m |
| Gas-Kaskade im Mehrfamilienhaus | 2 × 50 kW | hydraulische Weiche mit 20–40 l | 0,25 × 0,80 m | ohne |
Die Durchmesser schwanken je Hersteller um 5 bis 10 Zentimeter. Schlanke Speicher mit kleinem Durchmesser und mehr Höhe gibt es für enge Räume, sie brauchen dafür mehr lichte Höhe zum Aufrichten. Mit Dämmung wächst der Durchmesser um 10 bis 20 Zentimeter, die Stellfläche also spürbar.
Wärmepumpe: Abtauen, Takten und die Sperrzeit
Der Puffer an einer Wärmepumpe hat drei Aufgaben. Er hält Wärme für das Abtauen der Außeneinheit bereit, er verlängert die Laufzeiten des Verdichters, und er entkoppelt das Gerät von schließenden Thermostatventilen. Ein Abtauvorgang zieht erfahrungsgemäß 0,5 bis 1,5 Kilowattstunden aus dem Heizsystem. Bei 10 Kelvin nutzbarem Temperaturhub steckt in 90 Litern rund 1 Kilowattstunde. Für das Abtauen allein reichen deshalb schon 100 bis 150 Liter.
Die Laufzeit ist der zweite Grund. Ein Verdichter soll in der Regel mindestens 10 bis 15 Minuten am Stück laufen und höchstens dreimal je Stunde starten. Je kleiner die Wassermenge im System, desto schneller ist die Solltemperatur erreicht und desto häufiger schaltet das Gerät. Im Altbau mit Heizkörpern steht wenig Wasser im Netz, deshalb liegt der Puffer dort am oberen Rand der Spanne.
Die Sperrzeit wird häufig überschätzt. Wärmepumpen werden nach § 14a EnWG beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet. Im Bedarfsfall darf er die Leistung auf mindestens 4,2 Kilowatt begrenzen. Ältere Verträge kennen noch echte Sperrzeiten von zweimal zwei Stunden. Eine solche Pause vollständig aus dem Speicher zu decken, verlangt viel Volumen. Bei 10 Kilowatt Heizlast und zwei Stunden sind das 20 Kilowattstunden, also rund 1.700 Liter bei 10 Kelvin Hub. Diese Wärme kommt in der Praxis aus dem Gebäude selbst, aus Estrich, Wänden und dem Wasser im Rohrnetz. Der Speicher deckt das Abtauen und die Taktpausen ab, und dafür genügen die 20 bis 50 Liter je Kilowatt.
Pelletkessel: die 55 Liter je Kilowatt richtig gelesen
Die Zahl stammt aus der 1. BImSchV und gilt dort für handbeschickte Feuerungen. Wer einen Scheitholzkessel mit 20 Kilowatt aufstellt, braucht danach mindestens 1.100 Liter Speichervolumen. Der Grund ist die Bauart: Ein Holzscheit brennt ab, sobald er angezündet ist, und die Wärme muss irgendwohin.
Ein Pelletkessel arbeitet anders. Er wird über die Schnecke automatisch beschickt und moduliert seine Leistung, meist von voll bis auf 30 Prozent. Trotzdem planen wir ihn mit 30 bis 55 Litern je Kilowatt, damit er in langen Brennphasen statt in kurzen Zyklen läuft. Jeder Start kostet Zündenergie und erzeugt mehr Feinstaub als der Dauerbetrieb. Bei 15 Kilowatt sind 500 bis 800 Liter der übliche Bereich, mit Solarthermie werden daraus 800 bis 1.000 Liter. Welche Lager-, Schnecken- und Speicherlösungen dazugehören, steht unter Pelletkessel mit Lager und Puffer.
Gas-Brennwert und Hybrid
Ein Gas-Brennwertgerät im Einfamilienhaus regelt seine Leistung weit herunter, oft bis auf 15 bis 20 Prozent. Das Wasser in Heizkörpern und Rohrnetz reicht ihm als Masse, und der Keller bleibt frei für den Trinkwasserspeicher mit 120 bis 200 Litern. Ein Heizungspuffer kommt dort erst ins Spiel, wenn nur ein oder zwei kleine Heizkreise versorgt werden.
In der Hybridanlage lädt ein zweiter Erzeuger in denselben Behälter. Die Wärmepumpe arbeitet unten mit niedriger Temperatur, der Gaskessel legt oben nach, wenn es sehr kalt wird. Das Volumen richtet sich nach dem Wärmepumpenanteil, bei 6 Kilowatt also nach 300 bis 500 Litern. Wichtig sind getrennte Anschlusshöhen, damit die Temperaturzonen im Speicher erhalten bleiben. Wie sich die Lastverteilung zwischen beiden Geräten einstellen lässt, beschreibt die Hybridanlage aus Gaskessel und Wärmepumpe.
Reihenpuffer, Weiche oder Kombispeicher
Der Reihenpuffer sitzt in der Leitung, meist im Rücklauf, und der gesamte Volumenstrom fließt durch ihn hindurch. Er vergrößert die Wassermenge im Kreis, ohne Erzeuger und Heizkreis voneinander zu trennen. Eine Pumpe genügt, die Regelung bleibt einfach, und 100 bis 200 Liter reichen oft. Das ist die typische Lösung im Haus mit Fußbodenheizung.
Der Trennpuffer steht parallel zwischen Erzeuger und Heizkreisen. Die Wärmepumpe lädt oben ein, die Heizkreispumpe entnimmt unten, und beide Seiten laufen unabhängig. Diese Bauart ist im Altbau mit Thermostatventilen die Regel, weil sie dem Gerät auch dann eine Abnahme sichert, wenn die Ventile in den Zimmern schließen.
Die hydraulische Weiche ist kein Speicher, sondern ein kurzes, dickes Rohr mit 20 bis 40 Litern Inhalt. Sie trennt die Volumenströme, hält aber keine nennenswerte Wärme vor. Ihr Platz ist am Gas-Brennwertkessel und in Kaskaden, in denen mehrere Geräte auf ein gemeinsames Netz arbeiten.
Der Kombispeicher trägt beide Aufgaben in einem Behälter: außen Heizungswasser, innen ein Trinkwassertank oder ein langes Edelstahl-Wellrohr. Er spart Stellfläche, weil ein Fundament statt zwei gebraucht wird. Dafür ist er höher und schwerer als ein reiner Puffer gleicher Literzahl. Welche Bauarten es sonst noch gibt, vom Schichten- bis zum Hygienespeicher, zeigen die Speicherlösungen für Berliner Keller.
Kippmaß: die Zahl vor der Kellertreppe
Ein Speicher kommt liegend ins Haus und muss am Aufstellort aufgerichtet werden. Dabei beschreibt die obere Kante einen Bogen, und der höchste Punkt ist die Diagonale des Behälters. Diese Diagonale heißt Kippmaß und wird aus der Wurzel von Höhe im Quadrat plus Durchmesser im Quadrat gerechnet. Ein Behälter mit 2,00 Metern Höhe und 0,79 Metern Durchmesser kommt auf 2,15 Meter.
Daraus folgt die Regel für den Keller: Die lichte Höhe am Aufstellort muss das Kippmaß plus etwa 10 Zentimeter betragen. Gemessen wird unter der tiefsten Stelle, also unter Rohrleitungen, Kanälen und Unterzügen. Ein Keller mit 2,20 Metern klingt großzügig, bis unter dem Deckendurchbruch eine Abwasserleitung hängt.
Die zweite Zahl ist die Türbreite. Ein Behälter mit 0,79 Metern Durchmesser geht durch eine Öffnung mit 80 Zentimetern, aber nur, wenn Zarge und Anschlag stimmen. Die dritte Zahl ist die Treppe: Bei gewendelten Läufen entscheidet die Podestdiagonale, nicht die Laufbreite.
Berliner Keller: wo es eng wird
Siedlungshäuser der zwanziger und dreißiger Jahre haben oft Kellerdecken um 2,00 bis 2,20 Meter. Dort passt ein Speicher mit 500 Litern und 1,82 Metern Kippmaß, ein Behälter mit 1.000 Litern dagegen nicht mehr. Solche Häuser stehen in Britz, in Zehlendorf-Süd und am Fischtalgrund; wie wir in diesen Siedlungskellern in Zehlendorf planen, steht auf der Bezirksseite.
Gründerzeithäuser in Charlottenburg, Kreuzberg oder Prenzlauer Berg haben das umgekehrte Problem. Die Kellergewölbe sind hoch genug für jedes Kippmaß, aber die Wege über den Hof sind lang, die Türen schmal und die Stufen ausgetreten. Dort zählt die schmalste Stelle auf dem ganzen Weg, nicht der Raum am Ende.
Nachkriegshäuser in Lichtenrade, Mariendorf oder Frohnau haben häufig eine gerade Treppe und eine Kellertür mit 80 Zentimetern. Das ist der einfache Fall, in dem ein Behälter mit 800 Litern in einem Stück hineingeht. Reihenhäuser der neunziger Jahre haben statt eines Kellers einen Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss; dort gewinnt der schlanke Kombispeicher mit 60 Zentimetern Durchmesser.
Wo keine dieser Möglichkeiten trägt, gibt es drei Wege. Zwei Speicher in Reihe ergeben zusammen dieselbe Wassermenge. Ein teilbarer Speicher wird in Segmenten hineingetragen und im Keller verschraubt. Und gelegentlich ist der Lichtschacht oder das Kellerfenster der bessere Weg als die Treppe.
Ein Beispiel durchgerechnet
Ein Reihenhaus mit 130 Quadratmetern, Baujahr 1965, Fenster erneuert, Dach gedämmt. Die raumweise Rechnung ergibt 10,2 Kilowatt Heizlast, dazu ein Zuschlag für das Warmwasser von vier Personen. Geplant ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 10 Kilowatt, die Heizkörper bleiben.
Mit 30 bis 40 Litern je Kilowatt für ein Haus mit Heizkörpern ergeben sich 300 bis 400 Liter. Gewählt wird ein Trennpuffer mit 400 Litern, Durchmesser 0,65 Meter, Höhe 1,70 Meter, Kippmaß 1,82 Meter. Der Keller misst 2,05 Meter lichte Höhe, unter der Abwasserleitung 1,95 Meter. Aufgerichtet wird deshalb neben dem Rohr, nicht darunter. Die Kellertür ist 80 Zentimeter breit, die Treppe gerade: Der Behälter geht in einem Stück hinein. Dazu kommt ein Trinkwasserspeicher mit 300 Litern für vier Personen, der separat aufgestellt wird.
Was wir davon übernehmen
Wir rechnen die Heizlast, legen Volumen und Bauart des Speichers danach aus und messen beim kostenlosen Vor-Ort-Termin den Weg bis zum Aufstellort aus. Türbreiten, Podest, lichte Höhe und Bodenfreiheit stehen anschließend mit im Angebot, zusammen mit Litern, Typ und Einbringweg. Das Nachrüsten an einer Anlage, die ein anderer Betrieb aufgebaut hat, gehört nicht zu unserem Angebot; dort kennt der Betrieb die Hydraulik und die Regelung. Welche Anlagen wir sonst in Berliner Keller setzen, zeigt die Übersicht unserer Heizungsarbeiten.
Drei Maße genügen für den Anfang
Nennen Sie uns Heizsystem, Heizlast und die Breite Ihrer Kellertür. Dann sagen wir Ihnen am Telefon, ob es ein Reihenpuffer mit 200 Litern wird oder ein Trennpuffer mit 500. Anrufen können Sie montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr unter 030 2192 8018. Über das Formular unten auf der Seite können Sie die drei Maße auch schreiben, dann rufen wir mit einem Terminvorschlag zurück.
