Welche Leistung zu welcher Zapfstelle gehört
Die kurze Antwort zuerst. Ein Gerät mit 18 Kilowatt reicht für eine Küchenspüle, einen Waschtisch oder eine Dusche mit Sparbrause. Der Regelfall sind 21 Kilowatt, wenn eine normale Handbrause und die Küche an einem Gerät hängen. Zu 24 Kilowatt greift, wer eine Regenbrause hat oder zwei Zapfstellen gleichzeitig laufen lässt. Bei einer Erwärmung von 10 auf 38 Grad liefern die drei Größen rund 9, rund 10,5 und rund 12 Liter je Minute.
Diese Liter vergleichen Sie mit Ihrer Zapfstelle. Eine Sparbrause zieht 6 bis 8 Liter je Minute, eine ältere Handbrause 8 bis 10, eine Regenbrause 12 bis 15. Eine Küchenarmatur kommt auf 5 bis 8 Liter, ein Waschtisch auf 4 bis 6. Eine Wannenfüllung liegt bei 15 bis 20 Litern, und die schafft kein Wohnungsgerät in voller Menge. Die Regel lautet: Das Gerät muss die größte Zapfstelle allein decken.
Die Umrechnung dahinter ist eine einzige Zahl. Ein Liter Wasser je Minute um ein Grad zu erwärmen kostet rund 70 Watt. Für 28 Grad Hub, also von 10 auf 38 Grad, sind das knapp 2 Kilowatt je Liter. Daraus wird die Faustformel für die Dusche: Kilowatt geteilt durch zwei ergibt die Liter je Minute. Wer auf 45 Grad für die Küche rechnet, teilt stattdessen durch 2,4.
Kilowatt, Liter, Ampere: die drei üblichen Größen
Die Tabelle zeigt die drei Geräteklassen, die in Wohnungen verbaut werden. Die Zapfmenge gilt für eine Erwärmung von 10 auf 38 Grad. Absicherung und Querschnitt sind die üblichen Werte bei Leitungslängen bis etwa 20 Meter.
| Leistung | Liter je Minute (10 auf 38 Grad) | Strom je Phase | Absicherung | Querschnitt | Passt zu |
|---|---|---|---|---|---|
| 18 kW | rund 9 | 26 A | 32 A | 4 mm² | Küche, Waschtisch, Dusche mit Sparbrause |
| 21 kW | rund 10,5 | 30 A | 32 A | 4 mm² | Handbrause plus Küche |
| 24 kW | rund 12 | 35 A | 40 A | 6 mm² | Regenbrause, zwei Zapfstellen |
| 3,5–6,5 kW | 2 bis 3 | 15–28 A bei 230 V | 16–32 A | 2,5–4 mm² | Waschtisch im Gäste-WC |
Alle drei großen Geräte hängen am 400-Volt-Drehstromanschluss mit drei Phasen. Das Kleingerät für den Waschtisch kommt mit einer Phase aus. Zwischen 21 und 24 Kilowatt liegt auf dem Papier wenig, im Anschluss aber ein Sprung: ein Querschnitt mehr und eine Sicherungsgröße mehr.
Was die Kaltwassertemperatur ändert
Das Gerät heizt nicht auf eine Temperatur, sondern um eine Temperaturdifferenz. Deshalb ändert sich die Zapfmenge mit der Jahreszeit. In Berliner Leitungen liegt das Kaltwasser im Winterhalbjahr bei 8 bis 12 Grad, im Sommer bei 15 bis 18 Grad. Ausgelegt wird auf den kalten Fall. Ein Gerät, das nur im Sommer reicht, macht im Januar keine Freude.
| Kaltwasser | 18 kW | 21 kW | 24 kW |
|---|---|---|---|
| 8 Grad, Winter, auf 38 Grad | 8,6 l/min | 10,0 l/min | 11,5 l/min |
| 10 Grad, auf 38 Grad | 9,2 l/min | 10,7 l/min | 12,3 l/min |
| 15 Grad, Sommer, auf 38 Grad | 11,2 l/min | 13,1 l/min | 15,0 l/min |
| 10 Grad, auf 45 Grad für die Küche | 7,4 l/min | 8,6 l/min | 9,8 l/min |
Zwischen Januar und August liegen bei 21 Kilowatt gut drei Liter je Minute. Das ist der Grund, warum ein Gerät im August ausreicht und im Winter dünn wird. Wer im Winterhalbjahr an einer Regenbrause 12 Liter je Minute haben will, landet bei 24 Kilowatt. Für den Waschtisch spielt der Unterschied keine Rolle, weil dort ohnehin wenig Wasser läuft.
Was der Zählerschrank hergeben muss
Vor der Gerätewahl steht der Blick in den Zählerschrank. Drei Dinge entscheiden. Erstens die Vorzählersicherung: Viele Wohnungen im Berliner Bestand hängen an 3 mal 35 Ampere, neuere an 3 mal 63 Ampere. Ein Gerät mit 24 Kilowatt zieht davon rund 35 Ampere je Phase und belegt einen 35-Ampere-Anschluss damit fast vollständig. Zweitens der Platz: Für einen dreipoligen Leitungsschutzschalter und einen Fehlerstromschutzschalter müssen Reihen frei sein. Drittens die dritte Phase, die in alten Wohnungsverteilungen nicht immer bis zur Unterverteilung durchgezogen ist.
Die Zuleitung selbst ist eine fünfadrige Leitung mit 4 oder 6 Quadratmillimetern Kupfer. Bei Längen über 20 Metern, bei Bündelung mit anderen Leitungen oder bei Verlegung in gedämmter Wand wird der nächstgrößere Querschnitt gewählt, damit der Spannungsfall klein bleibt. Liegt zum Altgerät schon Drehstrom mit passender Absicherung, ist der Tausch eine Sache von Stunden. Führt zum Gerät nur eine Leitung mit 2,5 Quadratmillimetern, hängt dort eine Aluminiumleitung aus früheren Jahrzehnten oder fehlt der Fehlerstromschutzschalter, kommt eine neue Zuleitung vom Zählerschrank dazu. Erfahrungsgemäß sind das 400 bis 900 Euro und ein Arbeitstag.
Geräte über 12 Kilowatt werden bei Stromnetz Berlin angemeldet. Das erledigen wir mit dem Einbau. Der Netzbetreiber prüft dabei, ob der Hausanschluss die Leistung trägt. Anders als eine Wärmepumpe ist der Durchlauferhitzer keine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a EnWG, er wird also in Spitzenzeiten nicht heruntergeregelt. Wer im selben Haus noch eine Wallbox oder eine Wärmepumpe plant, sollte die Summe der Ströme einmal aufschreiben lassen. Was wir sonst noch an Wärme und Warmwasser in Berliner Häusern bauen, steht auf unserer Übersichtsseite.
Warum wir elektronische Geräte einbauen
Ein elektronisches Gerät misst den Durchfluss und die Temperatur am Ein- und Auslauf. Daraus regelt es die Heizleistung stufenlos auf den Wert, der eingestellt ist. Sie drehen den Hahn weiter auf, das Gerät legt Leistung nach. Sie drehen zu, es nimmt zurück. Die Temperatur bleibt, wo sie eingestellt wurde, und an der Armatur muss kein Kaltwasser mehr beigemischt werden. Genau dieses Beimischen ist bei den alten Geräten der Posten, der Strom kostet: Wasser wird erst erwärmt und dann wieder abgekühlt. Der Unterschied liegt erfahrungsgemäß bei 20 bis 30 Prozent im Verbrauch.
Zwei Grenzen gehören zur Planung. Das Gerät schaltet erst ab einer Durchflussmenge von etwa 2,5 Litern je Minute ein, und es braucht am Anschluss einen Fließdruck von rund 2 bar. Beides messen wir vor dem Einbau. Reicht die Zapfmenge einmal nicht, begrenzt ein vollelektronisches Gerät den Durchfluss und hält die Temperatur, statt kühler zu werden. Geräte mit Blankdraht-Heizsystem kommen zudem mit dem Berliner Wasser gut zurecht, das je nach Wasserwerk 14 bis 20 Grad deutscher Härte hat.
Altbauwohnung mit einer Zapfstelle
Der häufigste Fall in unserer Arbeit ist die Wohnung mit genau einer Dusche und einer Küchenzeile. In den Gründerzeithäusern der Innenstadt liegen beide oft weit auseinander, weil der Duschraum nachträglich in eine Kammer am Flurende gesetzt wurde. Dann versorgt ein Gerät mit 21 Kilowatt die Dusche, und die Küche bekommt ihr eigenes Kleingerät. Die Leitungswege bleiben kurz, und niemand wartet eine halbe Minute, bis warmes Wasser ankommt. In den Altbauten in Friedrichshain treffen wir diesen Grundriss besonders oft an.
Hängt das Gerät dagegen zentral im Duschraum und versorgt zusätzlich die Küche, rechnen wir mit 24 Kilowatt. Das gilt vor allem dort, wo eine Regenbrause eingebaut ist. Der Aufstellort ist immer so nah wie möglich an der Zapfstelle, die am meisten Wasser zieht. Über der Wanne oder in der Duschnische muss das Gerät spritzwassergeschützt sitzen, und die Abstände zur Brause gibt der Hersteller vor.
Der zweite Berliner Fall ist das Gäste-WC, im Einfamilienhaus wie in der großen Altbauwohnung. Dort wird nur Hand gewaschen, und dafür genügt ein Kleingerät mit 3,5 bis 6,5 Kilowatt an 230 Volt. Es liefert zwei bis drei Liter je Minute bei 35 Grad und braucht keine Drehstromleitung, sondern einen eigenen Stromkreis. Ein solches Gerät spart die lange Warmwasserleitung quer durch die Wohnung. Wann sich stattdessen eine zentrale Leitung für alle Zapfstellen rechnet, haben wir unter Warmwasser für die ganze Wohnung an Beispielen durchgerechnet.
Wenn zwei Zapfstellen gleichzeitig laufen
Ein Durchlauferhitzer teilt seine Leistung auf das Wasser, das gerade fließt. Laufen Dusche und Küche zusammen, halbiert sich grob die Menge je Zapfstelle. In einem Haushalt mit zwei Personen fällt das kaum auf, in einer Wohngemeinschaft schon. Drei Wege führen daraus: ein größeres Gerät, ein zweites Gerät an der zweiten Zapfstelle oder die zentrale Bereitung über die Heizungsanlage.
Wird ohnehin die Heizung erneuert, gehört diese Frage in dieselbe Planung. Eine Kombitherme übernimmt Heizung und Warmwasser aus einem Gerät. Wie dieser Tausch in der Etagenwohnung abläuft, steht auf der Seite Kombitherme für Heizung und Warmwasser. Bekommt das Haus eine zentrale Anlage, kommt das Warmwasser aus einem Speicher. Welche Litergrößen dort üblich sind, lesen Sie unter Speicher an der neuen Anlage. Beides sind Entscheidungen fürs ganze Haus, der Durchlauferhitzer ist eine für eine Wohnung.
Wie wir die Größe am Objekt festlegen
Beim Termin machen wir vier Dinge. Wir messen die Zapfmenge an der Brause mit dem Eimer, weil die Herstellerangabe am Duschkopf selten zur tatsächlichen Leitung passt. Wir messen den Fließdruck bei geöffneter Armatur. Wir lesen am Typenschild des Altgeräts Leistung, Baujahr und Bauart ab. Und wir sehen uns Zuleitung, Absicherung und Zählerschrank an.
Aus diesen vier Werten steht die Kilowattzahl fest. Danach folgt die Frage, ob die vorhandene Leitung sie trägt oder ob eine neue vom Zählerschrank kommt. Beides steht mit Preis im Angebot, bevor irgendetwas abgeklemmt wird. Wie der Tausch abläuft und was die Geräte eingebaut kosten, zeigt die Seite Durchlauferhitzer in Berliner Wohnungen.
Wir bauen Durchlauferhitzer neu ein und tauschen alte Geräte, und wir kümmern uns später um das, was wir selbst angeschlossen haben. Ein fremdes Gerät, das nur noch lauwarm liefert, bleibt beim Betrieb, der es montiert hat, oder bei einem Elektro-Kundendienst. Einen Notdienst am Wochenende haben wir nicht. Muss der Zählerschrank komplett erneuert oder der Hausanschluss verstärkt werden, gehört das zu einem Elektrobetrieb und zu Stromnetz Berlin.
Sagen Sie uns die Kilowatt und die Brause
Zwei Angaben genügen für die erste Einordnung: die Kilowattzahl vom Typenschild des alten Geräts und die Liter, die Ihr Eimer in 15 Sekunden fasst. Damit lässt sich am Telefon sagen, ob 18, 21 oder 24 Kilowatt die richtige Größe sind. Unter 030 2192 8018 sind wir an Werktagen zwischen 7 und 17 Uhr zu sprechen. Schreiben geht auch über das Formular unten auf der Seite, dann rufen wir mit einem Terminvorschlag zurück.
