Die Grenze verläuft an der Station
Berlin wird zu einem großen Teil mit Fernwärme beheizt, und in den Kellern dieser Häuser steht kein Kessel, sondern eine Übergabestation. Sie gehört in aller Regel dem Wärmeversorger. Er stellt sie, wartet sie, tauscht sie, und dafür zahlen Sie den Grundpreis. Ein Heizungsbauer hat an diesem Gerät nichts zu suchen.
Hinter der Station beginnt das Haus, und dort sieht es oft anders aus. Verteiler, Pumpen, Regelung, Speicher, Zirkulation und Warmwasserbereitung sind Eigentum der Eigentümer, und sie sind in vielen Berliner Häusern deutlich älter als die Station davor. Genau dieser Teil ist unsere Arbeit.
Warum die Rücklauftemperatur das Geld kostet
Fernwärme wird nicht nur nach Menge abgerechnet. Im Wärmeliefervertrag steht eine maximale Rücklauftemperatur, und wer sie überschreitet, zahlt Zuschläge oder verliert einen besseren Tarif. Der Grund ist betriebswirtschaftlich: Je kälter das Wasser zurückkommt, desto mehr Wärme hat das Netz abgegeben und desto weniger muss gepumpt werden.
Ein zu hoher Rücklauf entsteht fast nie an der Station, sondern im Haus. Die häufigsten Ursachen sind ein fehlender hydraulischer Abgleich, voll geöffnete Ventile in den bevorzugten Wohnungen, eine zu groß eingestellte Zirkulation und Speicherschaltungen, die Rücklaufwasser aufheizen statt abzukühlen. Alle vier sind mit überschaubarem Aufwand zu beheben, und alle vier zahlen sich in der Abrechnung aus.
Was wir machen
Hausanlage erneuern. Verteiler, Pumpen, Absperr- und Sicherheitstechnik, Regelung mit witterungsgeführter Vorlaufsteuerung, Dämmung der Leitungen. Das ist der häufigste Auftrag, weil diese Technik in vielen Häusern aus den achtziger oder neunziger Jahren stammt.
Warmwasser neu bauen. Entweder mit Speicher und Ladeschaltung oder mit einer Frischwasserstation, die erst beim Zapfen erwärmt. Dazu Zirkulation, Strangregulierung und der Nachweis für den Legionellenschutz.
Anschluss planen. Wenn ein Haus neu an die Fernwärme geht, planen wir die Hausseite: Platz für die Station, Anbindung an die vorhandene Verteilung, Rückbau der alten Feuerstätte und Stilllegung des Schornsteins.
Umstellung begleiten. Wo der Versorger von Dampf auf Heißwasser umstellt, prüfen wir, was auf der Hausseite mitmuss, damit nach der Umstellung nicht nachgebessert wird.
Hydraulischen Abgleich rechnen und einstellen. Bei Fernwärme kein Zusatz, sondern der Hebel, an dem die Rücklauftemperatur hängt.
Was es kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Hausanlage erneuern, 8 bis 20 Wohneinheiten | 12.000 bis 30.000 € |
| Warmwasserspeicher mit Ladeschaltung | 4.500 bis 12.000 € |
| Frischwasserstation | 6.000 bis 15.000 € |
| Regelung erneuern, witterungsgeführt | 2.500 bis 6.000 € |
| Hydraulischer Abgleich je Wohneinheit | 150 bis 400 € |
| Hausseite beim Neuanschluss | ab 8.000 € |
Erfahrungswerte für Berliner Häuser, keine Angebote. Nicht enthalten ist alles, was dem Versorger gehört: Station, Zähler und die Trasse bis ins Haus. Der Festpreis für den Hausteil steht nach dem kostenlosen Vor-Ort-Termin im Angebot.
Fernwärme oder eigene Anlage
Die Frage stellt sich bei einem Neuanschluss und beim Auslaufen eines Vertrags. Für die Fernwärme sprechen der Wegfall von Feuerstätte, Schornsteinfeger und Abgasmessung, ein kleiner Technikraum und keine Investition in ein Wärmeerzeugungsgerät. Dagegen stehen Grundpreis, Arbeitspreis und eine lange Bindung, deren Preisgleitklausel man gelesen haben sollte.
Wir stellen beides mit Ihren Verbrauchszahlen nebeneinander: Fernwärme gegen Gas-Brennwertkessel und gegen Wärmepumpe, jeweils über zwanzig Jahre gerechnet. Das Ergebnis fällt je nach Haus verschieden aus, und es soll aus Zahlen kommen und nicht aus einer Empfehlung.
Der Ablauf
Der Vor-Ort-Termin im Heizungskeller dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet nichts. Wir sehen uns Station, Verteilung, Speicher und Regelung an, lesen die letzten Wärmeabrechnungen mit und notieren die vertragliche Rücklauftemperatur. Danach kommt ein schriftliches Angebot mit Festpreis, getrennt nach Instandsetzung und Modernisierung.
Die Arbeiten dauern in einem Mehrfamilienhaus meist drei bis sechs Arbeitstage. Ohne Wärme ist das Haus ein bis zwei Tage, und die Termine stimmen wir mit der Hausverwaltung ab. Gibt es eine Eigentümergemeinschaft, liefern wir die Unterlagen so, dass sie in einer Versammlung vorgelegt werden können; wie das abläuft, steht unter Heizung in der Eigentümergemeinschaft.