Was eine neue Heizung im Wedding meistens bedeutet
Der Wedding besteht aus drei Bauepochen, die dicht nebeneinander liegen und im Keller ganz verschieden aussehen. Der Gründerzeitaltbau im Sprengelkiez und im Soldiner Kiez mit Einzelthermen. Der Zeilenbau der fünfziger und sechziger Jahre, der die Kriegslücken füllte und meist von Anfang an eine Zentralanlage hatte. Und die Siedlungen der zwanziger Jahre, von denen zwei zum Welterbe gehören und darum eigenen Regeln folgen.
Welcher der drei Fälle vorliegt, entscheidet über fast alles: über den Preis, über die Bauzeit und darüber, ob eine Wärmepumpe überhaupt zur Debatte steht. Deshalb beginnt bei uns jede Rechnung mit einem Blick in den Keller und nicht mit einer Tabelle.
Was wir beim ersten Termin im Wedding prüfen
Wir sehen uns die vorhandene Anlage an, den Schornsteinzug oder die Abgasführung, die Gasleitung, den Zählerplatz und die Elektroverteilung. Dann die Heizflächen: Größe, Bauart und ob sie zu den Räumen passen. Bei einem Haus mit mehreren Wohnungen kommt die Frage nach den Steigsträngen dazu, bei einer Siedlung unter Denkmalschutz die Frage, was von außen sichtbar würde.
Wir fragen nach dem Verbrauch der letzten drei Jahre. Aus ihm lässt sich die Heizlast zuverlässiger abschätzen als aus Quadratmetern, und die Heizlast bestimmt die Gerätegröße. Ein zu groß gewähltes Gerät taktet, verschleißt früher und verbraucht mehr als ein passendes.
Drei Weddinger Ausgangslagen
Die erste ist die Altbauwohnung im Sprengelkiez oder am Nettelbeckplatz mit einer Gastherme in der Küche, eingebaut in den neunziger Jahren. Der Tausch 1:1 gegen ein Brennwertgerät dauert einen Tag. Gehört das Haus einer Hand, stellt sich zusätzlich die Frage, ob die Thermen nicht besser in einer Zentralanlage aufgehen.
Die zweite ist das Zeilenhaus der fünfziger Jahre zwischen Müllerstraße und Rehbergen mit einem Kessel von Anfang an, inzwischen in zweiter Generation. Hier steht die Anlage im Keller, die Steigstränge liegen, und der Tausch ist eine Frage von Gerät, Speicher und Hydraulik. Ist im Grün zwischen den Zeilen Platz, kommt die Wärmepumpe ernsthaft in Betracht.
Die dritte ist die Wohnung in der Weißen Stadt oder der Schillerpark-Siedlung. Technisch ist der Fall gewöhnlich, verwaltungsseitig nicht: Was von außen sichtbar wird, muss mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden, und das kostet Vorlauf. Wer das früh einplant, verliert dadurch keine Zeit.
Warum der Bestand so ist, wie er ist
Der Wedding wuchs ab den 1870er Jahren als Arbeiterviertel, dicht bebaut und mit Industrie mitten darin. In den zwanziger Jahren entstanden am Rand die großen Siedlungen des Neuen Bauens, hell, niedrig und mit Grün dazwischen, gedacht als Gegenentwurf zur Mietskaserne. Der Krieg zerstörte große Teile des Altbaus, und in den fünfziger und sechziger Jahren wurde in Zeilen wieder aufgebaut.
Die Heiztechnik folgte dem in drei Schritten: Ofen im Altbau bis in die siebziger Jahre, dann Einzelthermen, weil sie ohne Eingriff ins Haus gingen. Zentralanlage von Anfang an im Nachkriegsbau. Und in den zwanziger-Jahre-Siedlungen eine Technik, die im Lauf von neunzig Jahren mehrfach ersetzt wurde, ohne dass sich das Haus dabei ändern durfte.
Denkmalschutz: was er heißt und was nicht
Zwei Weddinger Siedlungen gehören zum UNESCO-Welterbe der Berliner Wohnsiedlungen der Moderne, weitere Bauten stehen unter Denkmalschutz. Der Schutz gilt dem Erscheinungsbild, nicht der Technik im Keller. Ein defekter Kessel darf ersetzt werden, ein Speicher darf dazukommen, Rohre dürfen neu verlegt werden.
Abstimmungspflichtig wird, was man von der Straße oder vom Hof aus sieht: eine Außeneinheit, eine Abgasleitung an der Fassade, eine Dachdurchführung, ein verändertes Fenster. Der Weg führt über die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirksamts Mitte. Wir liefern die technischen Unterlagen zu und richten die Planung so aus, dass möglichst wenig abstimmungspflichtig wird.
Welche Systeme im Wedding sinnvoll sind
Im Altbau mit Einzelthermen das Brennwertgerät, weil baulich nichts anderes hineinpasst. Im Zeilenbau die Zentralanlage, als Gas-Brennwertkessel oder als Wärmepumpe, wenn der Aufstellort und die Heizflächen mitspielen. In Häusern mit Nachtspeicheröfen die neu gebaute Zentralheizung, und dort fast immer als Wärmepumpe, weil ohnehin alles neu wird und die Heizflächen dann gleich passend gewählt werden.
Solarthermie ergänzt auf den flachen und wenig verschatteten Dächern der Zeilenbauten sinnvoll das Warmwasser. Im Gründerzeitdach mit Gauben und enger Nachbarschaft bleibt sie die Ausnahme.
Was es im Wedding kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Gastherme 1:1 gegen Brennwertgerät | 4.500 bis 8.500 € |
| Gas-Brennwertkessel im Mehrfamilienhaus | 16.000 bis 35.000 € |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe im Zeilenbau | 25.000 bis 45.000 € |
| Zentralheizung neu, statt Nachtspeicheröfen | ab 30.000 € je Haus |
| Heizkörpertausch je Wohnung | 2.500 bis 6.000 € |
Das sind Erfahrungswerte für Weddinger Häuser, keine Angebote. Der Festpreis steht nach dem kostenlosen Vor-Ort-Termin im schriftlichen Angebot, aufgeschlüsselt nach Gerät, Material und Arbeit.
Zuschuss für die Wärmepumpe im Wedding
Für die Wärmepumpe gibt es eine Förderung der KfW, die nach heutigem Stand bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen kann. Gestellt werden muss der Antrag für die Wärmepumpe, bevor der Auftrag erteilt wird; wer die Reihenfolge umdreht, verliert die Förderung. Abgesichert wird das über einen Vertrag unter aufschiebender Bedingung. Den Eigenanteil für die Wärmepumpe rechnen wir vor der Entscheidung aus, und im Angebot steht das Datum, für das die Quote gerechnet wurde.
Die Baustelle im Haus
Gearbeitet wird in bewohnten Häusern. Wir kündigen die Arbeiten vorher an, decken Treppenhaus und Flure ab, halten die üblichen Arbeitszeiten ein und nehmen den Bauschutt am selben Tag mit. Gasarbeiten macht ein eingetragener Installateur. Die Abgasanlage nimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ab und trägt die neue Feuerstätte ein. Bei einer reinen Wärmepumpe entfällt das, dafür kommt die Anmeldung beim Netzbetreiber hinzu.
Ablauf und Zeitplan
Bei einer Therme vergehen vom Anruf bis zum fertigen Gerät meist zwei bis vier Wochen, bei einer Zentralanlage acht bis zwölf, bei einem denkmalgeschützten Haus mit sichtbarer Außeneinheit länger, weil die Abstimmung Vorlauf braucht. Der Termin kostet nichts, und was danach kommt, ist ein schriftliches Angebot mit Festpreis. Den Ablauf Woche für Woche zeigt Ablauf des Heizungstauschs.
Einsatzgebiet: Wedding und die Nachbarn
Gebaut wird im ganzen Wedding, vom Sprengelkiez über den Brüsseler Kiez und die Müllerstraße bis zum Soldiner Kiez und den Rehbergen. Gleich nebenan arbeiten wir in Moabit, in Mitte und in Reinickendorf.