Drei Systeme, die eines sind
Heizung, Warmwasser und Lüftung werden in der Praxis oft getrennt betrachtet, obwohl sie sich dieselbe Energie teilen und einander beeinflussen. Für eine Gasheizung mit reichlich Leistungsreserve war das selten ein Problem: Sie machte einfach heiß, was heiß werden sollte. Bei einer Wärmepumpe rächt sich die Trennung sofort, weil ihre Sparsamkeit an Temperaturen hängt.
Deshalb hat sich die Reihenfolge der Planung verschoben. Früher stand das Gerät am Anfang, heute steht es am Ende. Zuerst wird geklärt, wie viel Wärme das Gebäude braucht, bei welcher Temperatur es sie annimmt und wie viel davon auf das Warmwasser entfällt. Was danach übrigbleibt, ist die Frage nach dem Erzeuger, und sie ist die einfachste.
Wo die Trennung Geld kostet
Warmwasser gegen Heizung. Die Heizung will einen niedrigen Vorlauf, das Warmwasser braucht aus hygienischen Gründen hohe Temperaturen im Speicher. Wird die Wärmepumpe nur nach der Heizlast ausgelegt, fährt sie im Sommer für die Dusche hoch und verliert dabei ihre Arbeitszahl. Gelöst wird das über die Wahl des Speichers und die Ladeschaltung, nicht über ein größeres Gerät.
Lüftung gegen Heizlast. Jede Luft, die das Haus verlässt, nimmt Wärme mit. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung holt einen großen Teil zurück und senkt die Heizlast spürbar. Wer die Heizung ohne diesen Effekt auslegt, kauft ein Gerät für ein Haus, das es nicht mehr gibt.
Übergabe gegen Erzeuger. Alte Heizkörper wurden für 70 Grad ausgelegt, eine Flächenheizung kommt mit 30 bis 35 aus. Zwischen diesen beiden Welten liegt bei der Wärmepumpe ein erheblicher Teil der Betriebskosten. Häufig reicht der Tausch von zwei oder drei Heizkörpern, um das ganze Haus auf eine niedrigere Vorlauftemperatur zu bringen; das ist billiger als jedes größere Gerät.
Was zusammen ausgelegt gehört
| Teil | Wovon er abhängt |
|---|---|
| Wärmeerzeuger | Heizlast und Warmwasserbedarf, nicht Wohnfläche |
| Pufferspeicher | Erzeugerart, Sperrzeiten des Netzbetreibers, Kaskadenschaltung |
| Warmwasserbereitung | Zapfprofil, Hygieneanforderung, gewünschte Rücklauftemperatur |
| Verteilung | Stränge im Haus, Druckverlust, hydraulischer Abgleich |
| Übergabe | Vorlauftemperatur, die jeder Raum wirklich braucht |
| Regelung | alles darüber, plus die Frage der Fernabfrage |
Jede Zeile hängt an der darüber und der darunter. Wer eine davon einzeln entscheidet, entscheidet die anderen unbemerkt mit.
Was wir übernehmen und was nicht
Wir bauen die Wärmeseite: Erzeuger, Speicher, Verteilung, Übergabe und Regelung, vom Einfamilienhaus bis zur Heizzentrale, und wir legen sie im Zusammenhang aus statt in Einzelteilen. Dazu gehören der hydraulische Abgleich und die Einregulierung, die aus einer eingebauten Anlage eine funktionierende machen.
Lüftungsanlagen plant und baut ein Fachbetrieb für Lüftungstechnik, die Elektroinstallation über den Geräteanschluss hinaus ein Elektrofachbetrieb, Bad und Abflüsse ein Sanitärbetrieb. Wir stimmen die Schnittstellen ab und rechnen die Heizlast so, dass die anderen Gewerke vom selben Stand ausgehen.
Der erste Schritt
Der Vor-Ort-Termin dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet nichts. Wir nehmen die vorhandene Technik auf, lesen die Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre mit und schätzen Heizlast und nötige Vorlauftemperatur ab. Danach steht fest, welches System passt. Wie gerechnet wird, steht unter Heizlastberechnung.