Drei Angebote, die sich nicht vergleichen lassen
Wer in Berlin drei Heizungsangebote einholt, bekommt fast immer drei Summen, die weit auseinanderliegen, und die naheliegende Erklärung ist die falsche. Es liegt selten daran, dass ein Betrieb teuer ist und ein anderer günstig. Es liegt daran, dass drei verschiedene Anlagen angeboten wurden.
Der eine rechnet ein Gerät mit 9 Kilowatt, der andere eines mit 14. Der eine hat den hydraulischen Abgleich drin, der andere führt ihn als Option. Der eine entsorgt den Öltank, der andere erwähnt ihn nicht. Vergleichbar werden die drei erst, wenn man die Positionen nebeneinanderlegt und die Lücken im günstigsten Angebot mit den Zahlen aus dem teuersten füllt.
Neun Punkte, die drinstehen müssen
- Gerät mit Hersteller, Typ und Leistung in Kilowatt. Ohne Leistungsangabe ist kein Vergleich möglich, und die Leistung ist der häufigste stille Unterschied.
- Speicher mit Volumen und, bei einer Wärmepumpe, der Pufferspeicher getrennt vom Warmwasserspeicher.
- Regelung, möglichst witterungsgeführt, und die Frage, ob eine Fernabfrage dabei ist.
- Heizflächen, soweit sie angefasst werden: welche Räume, welche Größe, welcher Preis.
- Hydraulischer Abgleich. Er ist bei der Wärmepumpe Fördervoraussetzung und bei jedem anderen System der Unterschied zwischen einer Anlage, die läuft, und einer, die passt.
- Demontage und Entsorgung der alten Anlage, bei Öl einschließlich Tankreinigung und Entsorgungsnachweis.
- Inbetriebnahme und Einweisung, samt Übergabe der Unterlagen.
- Bauzeit und Tage ohne Wärme, als Zahl und nicht als Formulierung.
- Zahlungsbedingungen, mit einer Schlusszahlung nach Abnahme.
Ein Angebot, das diese neun Punkte nennt, ist nicht automatisch das beste. Es ist aber eines, über das man reden kann.
Fünf Zeichen, bei denen man nachfragt
Eine hohe Anzahlung vor Baubeginn. Eine Vorauszahlung für bestelltes Material ist üblich, ein großer Teil der Auftragssumme vor dem ersten Arbeitstag nicht.
Ein Preis, der nur heute gilt. Zeitdruck ist ein Verkaufsinstrument, kein technisches Argument. Eine Anlage, die in zwei Wochen gebaut wird, kann zwei Wochen lang kalkuliert bleiben.
Ein Angebot ohne vollständige Firmierung. Firma, Sitz, Registernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gehören auf jedes Angebot. Eine Mobilnummer allein ist keine Adresse.
Eine zugesagte Fördersumme für die Wärmepumpe vor dem Bescheid. Niemand kann das zusagen. Seriös ist eine Rechnung des Eigenanteils mit Datum und Vorbehalt.
Ein Festpreis ohne Termin im Haus. Was niemand gesehen hat, kann niemand verbindlich rechnen. Spätestens auf der Baustelle kommt das zurück.
Warum der Termin vor dem Preis kommt
Die Heizlast eines Hauses lässt sich nicht aus der Wohnfläche ablesen. Zwei gleich große Häuser in Berlin-Steglitz können sich um den Faktor zwei unterscheiden, je nach Baujahr, Dämmung, Fenstern und Nutzung. Wer nach Quadratmetern auslegt, landet fast immer zu groß, und ein zu großes Gerät taktet, verschleißt früher und erreicht die Arbeitszahl nicht, mit der gerechnet wurde.
Deshalb ist der Termin im Haus keine Vertriebsmaßnahme, sondern die Grundlage der Kalkulation. Bei uns kostet er nichts, dauert eine bis anderthalb Stunden, und danach steht fest, welches System passt und was es kostet. Was dabei aufgenommen wird, steht unter Heizlastberechnung.
Was der Vergleich am Ende zeigt
Meistens dies: Die Summen liegen näher beieinander, als es zuerst aussah, sobald alle Angebote dasselbe enthalten. Und der Unterschied, der bleibt, hat selten mit dem Gerätepreis zu tun, sondern mit dem Aufwand, den ein Betrieb für Einregulierung, Abgleich und Übergabe einplant. Das ist genau der Teil, der über zwanzig Jahre entscheidet, wie viel die Anlage verbraucht.
Wie hoch die Spannen in Berlin überhaupt liegen, steht unter Was eine neue Heizung kostet. Wie der Ablauf vom Anruf bis zur Abnahme aussieht, unter Ablauf des Heizungstauschs.