Was eine neue Heizung in Moabit meistens bedeutet
Moabit ist eine Insel, rundherum Wasser und Gleise, und der Bestand darauf ist dichter als fast überall sonst in der Stadt. Was hier gebaut wird, wird in einem bewohnten Haus gebaut, mit Nachbarn über und unter der Baustelle und einem Hof, in den kein Lastwagen passt. Das prägt die Arbeit stärker als die Technik.
Die häufigste Aufgabe ist der Tausch einer Gas-Etagentherme. Das Gerät hängt in der Küche oder im Bad, versorgt eine Wohnung mit Heizung und Warmwasser und ist in der Regel zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt. Der Tausch gegen ein Brennwertgerät dauert einen Arbeitstag und kostet 4.500 bis 8.500 Euro. Die zweite Aufgabe ist größer: aus vielen Einzelthermen eine Zentralanlage im Keller machen. Das lohnt sich, wenn das Haus einem gehört, und scheitert oft daran, dass es aufgeteilt ist.
Was wir beim ersten Termin in Moabit prüfen
Der Termin dauert eine bis anderthalb Stunden und ist kostenlos. Wir sehen uns zuerst den Schornsteinzug an, weil an ihm der Preis hängt. Danach die Gasleitung und ihren Querschnitt, den Zählerplatz, die Elektroverteilung, die Heizkörper und ihre Größe im Verhältnis zum Raum, und den Weg, auf dem das alte Gerät aus dem Haus kommt. In Moabiter Vorderhäusern ohne Aufzug ist der Weg über das Treppenhaus manchmal der aufwendigste Teil.
Wir fragen außerdem nach dem Gasverbrauch der letzten drei Jahre. Aus dem Verbrauch lässt sich die Heizlast besser abschätzen als aus jeder Faustformel, und die Heizlast entscheidet über die Gerätegröße. Zu groß gewählte Geräte takten, verschleißen früher und verbrauchen mehr.
Drei Moabiter Ausgangslagen
Die erste ist die Altbauwohnung im Stephankiez oder Huttenkiez, Baujahr um 1900, mit einer Therme aus den neunziger Jahren in der Küche. Der Schornsteinfeger fragt beim Kehrtermin nach dem Baujahr, das Gerät läuft noch, verbraucht aber spürbar mehr Gas als ein heutiges. Hier ist der Tausch 1:1 der schnellste und günstigste Weg.
Die zweite ist das ganze Mietshaus in der Waldstraße oder am Beusselkiez, in einer Hand, mit zehn Thermen und einem leeren Keller. Der Eigentümer trägt zehnmal Wartung, zehnmal Störung, zehnmal Abgasmessung. Eine Zentralanlage macht daraus eine Anlage, kostet aber die Steigstränge und einen Bauabschnitt, in dem im Haus gearbeitet wird.
Die dritte ist der Gewerbehof an der Beusselstraße oder Sickingenstraße, Werkstatt oder Lager, beheizt mit einem alten Kessel oder Gaslufterhitzern. Hier ist die Halle das Thema, nicht die Wohnung: Vorlauftemperatur, Betriebszeiten und die Frage, ob die Wärme überhaupt in der ganzen Fläche gebraucht wird oder nur an drei Arbeitsplätzen.
Warum der Bestand so ist, wie er ist
Moabit wurde ab den 1860er Jahren als Arbeiter- und Industrieviertel gebaut, eng, hoch und schnell. Der Krieg hat Lücken gerissen, die in den fünfziger und sechziger Jahren mit Zeilenbauten gefüllt wurden, und in den achtziger Jahren kam die behutsame Stadterneuerung dazu. Daraus folgt ein Nebeneinander, das man im Keller sieht: Gründerzeit mit gemauerten Zügen, Nachkriegsbau mit Zentralanlage von Anfang an, Sanierungshäuser mit Technik aus den Achtzigern, die jetzt ihr Alter erreicht.
Die Kohleöfen verschwanden hier später als im Westen der Stadt, und als sie gingen, kamen Einzelthermen statt Zentralheizungen. Das war billiger und ging ohne Eingriff ins ganze Haus. Die Folge trägt Moabit bis heute: sehr viele kleine Geräte statt weniger großer.
Fernwärme, Gasnetz und was daraus folgt
Rund um die Turmstraße und Richtung Westhafen liegt Fernwärme, im Rest des Ortsteils das Gasnetz. Für ein einzelnes Haus ist das keine Landkarten-, sondern eine Leitungsfrage: Ob angeschlossen werden kann, sagt die Netzauskunft des Versorgers, und sie kann für zwei Häuser derselben Straße verschieden ausfallen. Wo Fernwärme liegt und das Haus daran hängt, gibt es keinen Kessel zu tauschen, sondern nur eine Übergabestation, und die gehört dem Wärmelieferanten.
Wo das Gasnetz liegt, ist der Brennwerttausch der kurze Weg und die Zentralanlage der lange. Beides bleibt zulässig; das Gebäudeenergiegesetz verlangt für eine neu eingebaute Heizung einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energie, und in Berlin gelten dafür die Fristen der Wärmeplanung. Was das für ein bestimmtes Haus heißt, gehört ins Angebot und nicht in eine Faustregel.
Welche Systeme in Moabit sinnvoll sind
Im Vorderhaus mit Etagentherme das Brennwertgerät, weil alles andere baulich nicht hineinpasst. Im Haus mit Keller und einem Eigentümer die Zentralanlage, wahlweise als Gas-Brennwertkessel oder, wo ein offener Hof oder ein tragfähiges Dach vorhanden ist, als Wärmepumpe. Im Gewerbebau die Kaskade, weil sie sich der Last anpasst und im Sommer nur ein Gerät läuft.
Solarthermie spielt in Moabit eine kleinere Rolle als in den Außenbezirken, weil die Dächer klein, geneigt und oft verschattet sind. Wo sie passt, versorgt sie vor allem das Warmwasser im Sommer.
Was es in Moabit kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Gastherme 1:1 gegen Brennwertgerät | 4.500 bis 8.500 € |
| Gas-Brennwertkessel im Keller, Mehrfamilienhaus | 16.000 bis 35.000 € |
| Steigstränge und Heizkörper je Wohnung | 3.500 bis 9.000 € |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe, wo der Aufstellort passt | 25.000 bis 45.000 € |
| Kaskade im Gewerbebau | ab 30.000 € |
Die Spannen sind Erfahrungswerte für Moabiter Häuser und keine Angebote. Was für Ihr Haus gilt, steht nach dem Vor-Ort-Termin als Festpreis im Angebot, aufgeschlüsselt nach Gerät, Material und Arbeit.
Zuschuss für die Wärmepumpe in Moabit
Für die Wärmepumpe gibt es eine Förderung der KfW, die nach heutigem Stand bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen kann und aus Grundförderung und Boni zusammengesetzt ist. Der Antrag für die Wärmepumpe muss vor dem Auftrag gestellt sein, sonst ist die Förderung weg; üblich ist ein Vertrag, der erst mit der Zusage wirksam wird. Wir rechnen den Eigenanteil für die Wärmepumpe vor der Entscheidung aus und nennen im Angebot das Datum, für das die Quote gilt.
Die Baustelle im Haus
In einem Moabiter Vorderhaus heißt Baustelle: ein Treppenhaus, das weiter benutzt wird, und Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind. Wir kündigen die Arbeiten im Haus vorher an, arbeiten in den üblichen Zeiten, decken Treppe und Flur ab und nehmen den Bauschutt am selben Tag mit. Das alte Gerät wird fachgerecht entsorgt, der Nachweis liegt der Rechnung bei.
Gasarbeiten macht ein eingetragener Installateur, die Abgasanlage nimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ab, und die neue Feuerstätte wird von ihm eingetragen. Bei einer Wärmepumpe entfällt beides, dafür kommt die Anmeldung beim Netzbetreiber dazu.
Ablauf und Zeitplan
Vom ersten Anruf bis zum fertigen Gerät vergehen bei einer Therme meist zwei bis vier Wochen, bei einer Zentralanlage acht bis zwölf. Der Vor-Ort-Termin ist kostenlos, das Angebot kommt schriftlich mit Festpreis, und Sie entscheiden danach. Wie der Tausch Woche für Woche aussieht, steht unter Ablauf des Heizungstauschs.
Einsatzgebiet: Moabit und die Nachbarn
Gebaut wird in ganz Moabit, vom Stephankiez über den Beusselkiez und das Zentrum an der Turmstraße bis zum Westhafen und der Lehrter Straße. Gleich nebenan arbeiten wir in Mitte, im Wedding und in Charlottenburg.