Was eine neue Heizung in Tegel meistens bedeutet
Tegel ist überwiegend Einfamilienhausgebiet, und das ändert die Aufgabe grundlegend gegenüber der Innenstadt. Es gibt einen Garten, einen eigenen Keller und einen Eigentümer, der allein entscheidet. Damit steht die Wärmepumpe ernsthaft zur Wahl, und in den meisten Fällen ist sie hier die naheliegende Lösung.
Der häufigste Fall ist ein Ölkessel aus den neunziger Jahren mit Tank im Keller. Die Tankprüfung steht an, der Kessel ist über zwanzig Jahre alt, und im Garten wäre Platz für eine Außeneinheit. Der zweite Fall ist die Gasheizung im Siedlungshaus, bei der die Frage lautet, ob ein neues Brennwertgerät reicht oder gleich gewechselt wird. Der dritte ist das Haus am See mit Denkmalschutz oder Schutzzone, bei dem die Technik einfach und die Abstimmung aufwendig ist.
Was wir beim ersten Termin in Tegel prüfen
Der Termin dauert eine bis anderthalb Stunden und kostet nichts. Wir sehen uns den Kessel und, falls vorhanden, den Öltank an, dann den möglichen Aufstellort im Garten mit Blick auf Abstand, Untergrund und Nachbarfenster. Danach die Elektroverteilung, denn eine Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromkreis und meist eine größere Absicherung. Zuletzt die Heizkörper Raum für Raum, weil an ihnen hängt, mit welcher Vorlauftemperatur das Haus auskommt.
Wir fragen nach dem Öl- oder Gasverbrauch der letzten drei Jahre. Daraus lässt sich die Heizlast belastbar abschätzen, und die Heizlast bestimmt die Gerätegröße. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet, verschleißt früher und erreicht die Jahresarbeitszahl nicht, mit der gerechnet wurde.
Drei Tegeler Ausgangslagen
Die erste ist das Siedlungshaus aus den fünfziger bis siebziger Jahren in Borsigwalde oder am Schäfersee-Rand: Ölkessel, Tank im Keller, Heizkörper unter den Fenstern, das Dach in den Nullerjahren gedämmt. Hier passt die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist ohne großen Umbau, weil die Dämmung die nötige Vorlauftemperatur bereits gesenkt hat.
Die zweite ist das Haus aus den zwanziger oder dreißiger Jahren in Alt-Tegel mit dicken Wänden, kleinen Fenstern und alten Gussheizkörpern. Die Wärmepumpe geht auch hier, aber die Rechnung ist knapper, und häufig gehört ein Heizkörpertausch in zwei oder drei Räumen mit ins Angebot. Manchmal ist die Hybridanlage aus Gas-Brennwert und Wärmepumpe der ruhigere Weg.
Die dritte ist das große Grundstück am Tegeler See. Technisch ist es der einfachste Fall, weil Platz da ist. Rechtlich der aufwendigste, weil Wasserschutzzone und Denkmalschutz zusammenkommen können. Wer das vor dem Angebot klärt, hat später keine Überraschung.
Warum der Bestand so ist, wie er ist
Tegel wuchs als Gartenvorstadt und Industriestandort zugleich. Borsig baute ab 1898 im Norden, drumherum entstanden Arbeiter- und Angestelltensiedlungen, am See dagegen Villen. Nach dem Krieg wurde in Siedlungshäusern weitergebaut, und der Flughafen prägte den Ortsteil bis 2020. Anders als in der Innenstadt gab es hier nie viele Mietskasernen und darum auch nie viele Etagenthermen.
Geheizt wurde entsprechend zentral, im eigenen Keller, und lange mit Öl, weil das Gasnetz in den Außenbereichen später und lückenhafter kam. Dieses Erbe steht heute in vielen Kellern: Kessel um die dreißig Jahre, Tank daneben, beides funktionsfähig und beides am Ende seiner Zeit.
Wasserschutzgebiet: wo die Bohrung ausfällt
Das Wasserwerk Tegel ist eines der großen Berliner Wasserwerke, und um seine Brunnen liegt ein Trinkwasserschutzgebiet mit gestuften Zonen. In den inneren Zonen sind Erdwärmesonden nicht zulässig, weil eine Bohrung Deckschichten durchstößt, die das Grundwasser schützen. Betroffen sind auch Vorhaben, die sonst unproblematisch wären.
Das klingt nach einer Einschränkung und ist in der Praxis selten eine: Die Luft-Wasser- Wärmepumpe braucht keine Bohrung, ist in der Anschaffung günstiger und in Tegeler Gärten fast immer unterzubringen. Wo ein Grundstück außerhalb der Schutzzonen liegt und groß genug ist, rechnen wir die Erdwärme als Alternative mit durch, samt Bohrgenehmigung.
Welche Systeme in Tegel sinnvoll sind
Im gedämmten Siedlungshaus die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Im ungedämmten Altbau mit hoher Vorlauftemperatur entweder die Wärmepumpe mit ausgetauschten Heizkörpern oder die Hybridanlage, bei der die Wärmepumpe die milde Zeit übernimmt und der Gasbrennwertkessel die kalten Tage. Wo der Gasanschluss liegt und ein schneller Ersatz gefragt ist, der Brennwertkessel allein.
Solarthermie und Photovoltaik passen hier besser als in der Innenstadt, weil die Dächer frei stehen. Ein Pufferspeicher gehört bei der Wärmepumpe ohnehin dazu; wie er dimensioniert wird, steht unter Größe des Pufferspeichers.
Was es in Tegel kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus | 25.000 bis 45.000 € |
| Erdwärmepumpe mit Bohrung, wo zulässig | 35.000 bis 55.000 € |
| Gas-Brennwertkessel als Ersatz | 9.000 bis 16.000 € |
| Hybridanlage aus Gas und Wärmepumpe | 20.000 bis 32.000 € |
| Öltank stilllegen, reinigen, entsorgen | 1.500 bis 4.000 € |
| Heizkörpertausch je Raum | 600 bis 1.400 € |
Erfahrungswerte für Tegeler Häuser, keine Angebote. Nach dem Termin steht ein Festpreis im Angebot, aufgeschlüsselt bis auf die einzelne Position.
Zuschuss für die Wärmepumpe in Tegel
Für die Wärmepumpe gibt es eine Förderung der KfW, die nach heutigem Stand bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen kann: Grundförderung, ein Bonus für die schnelle Ablösung einer alten Öl- oder Gasheizung und ein Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer. Gestellt sein muss der Antrag für die Wärmepumpe, bevor der Auftrag erteilt wird; danach ist die Förderung nicht mehr zu holen. Üblich ist deshalb ein Vertrag, der erst mit der Zusage wirksam wird. Den Eigenanteil für die Wärmepumpe rechnen wir vorher aus, und im Angebot steht das Datum, für das die Quote gilt.
Die Baustelle am Haus
Drei bis fünf Arbeitstage, davon einer für die Außeneinheit und das Fundament, einer für die Kernbohrung und die Leitungen, der Rest für Speicher, Hydraulik und Inbetriebnahme. Der Garten wird anschließend hergerichtet, der Bauschutt geht mit. Der alte Kessel wird ausgebaut und entsorgt, der Nachweis liegt der Rechnung bei.
Der Elektrofachbetrieb meldet die Wärmepumpe bei Stromnetz Berlin an. Bleibt eine Gasfeuerstätte im Haus, nimmt der Bezirksschornsteinfeger die Abgasanlage ab. Fällt sie weg, wird sie abgemeldet und der Schornstein stillgelegt.
Ablauf und Zeitplan
Vom ersten Anruf bis zur fertigen Anlage sind es bei der Wärmepumpe meist acht bis zwölf Wochen, weil Angebot, Förderantrag, Lieferzeit und Netzanmeldung nacheinander laufen. Beim Brennwertkessel sind es zwei bis vier. Der Vor-Ort-Termin kostet nichts, das Angebot kommt schriftlich mit Festpreis, und Sie entscheiden danach. Den Ablauf Woche für Woche zeigt Ablauf des Heizungstauschs.
Einsatzgebiet: Tegel und die Nachbarn
Gebaut wird in ganz Tegel, von Alt-Tegel über Borsigwalde und Tegel-Süd bis an den See und nach Konradshöhe. Gleich nebenan arbeiten wir in Reinickendorf, in Spandau und im Wedding.