Was eine neue Heizung in Hennigsdorf meistens bedeutet
Hennigsdorf ist zweigeteilt, und die Teilung geht mitten durch die Heizungsfrage. Auf der einen Seite die Stadt mit Wohnblocks, öffentlichen Gebäuden und Industrie, weitgehend mit Fernwärme versorgt. Auf der anderen die Eigenheimgebiete am Rand, in Nieder Neuendorf, Stolpe und den Siedlungen zur Havel hin, wo jedes Haus seinen eigenen Keller und seine eigene Anlage hat.
Für die erste Gruppe stellt sich die Frage nach einem neuen Kessel gar nicht, weil keiner da ist. Für die zweite stellt sie sich in der gewohnten Form: Der Kessel ist zwanzig bis dreißig Jahre alt, bei Öl steht die Tankprüfung an, und im Garten wäre Platz für eine Außeneinheit. Deshalb beginnt jede Rechnung hier mit der Netzauskunft und nicht mit dem Gerätekatalog.
Fernwärme aus dem Stahlwerk
Hennigsdorf gehört zu den wenigen Städten der Region, deren Fernwärme zu einem erheblichen Teil aus industrieller Abwärme stammt: Das Elektrostahlwerk gibt Wärme ab, die sonst verloren ginge, und speist damit das Netz, ergänzt durch eigene Erzeugung. Für Anschlussnehmer heißt das ein Keller ohne Feuerstätte, ohne Schornsteinfegertermin und ohne Abgasmessung.
Was es nicht heißt: dass jedes Grundstück anschließbar ist. Die Leitung kann hundert Meter vor dem Haus enden, und ein Neuanschluss ist eine Frage von Baukostenzuschuss, Trasse und Vertragslaufzeit. Wer zwischen Anschluss und eigener Anlage schwankt, sollte beides nebeneinander rechnen: den Zuschuss und den Arbeitspreis der Fernwärme gegen die Investition und den Strom- oder Gaspreis der eigenen Anlage.
Was wir beim ersten Termin in Hennigsdorf prüfen
Wir sehen uns die vorhandene Anlage an, bei Öl auch den Tank, dann den möglichen Aufstellort im Freien mit Blick auf Abstand, Untergrund und Nachbarfenster. Danach die Elektroverteilung, weil eine Wärmepumpe einen eigenen Stromkreis und meist eine größere Absicherung braucht, und zuletzt die Heizkörper Raum für Raum.
Wir fragen nach dem Verbrauch der letzten drei Jahre. Er trägt die Heizlastabschätzung besser als jede Faustformel, und die Heizlast bestimmt die Gerätegröße. Ein zu groß gewähltes Gerät taktet, verschleißt früher und verbraucht mehr.
Drei Hennigsdorfer Ausgangslagen
Die erste ist das Eigenheim aus den achtziger oder neunziger Jahren in Nieder Neuendorf, gedämmt, mit Gas- oder Ölkessel und Garten. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe passt hier meist ohne größeren Umbau.
Die zweite ist das ältere Siedlungshaus ohne nennenswerte Dämmung, mit alten Gussheizkörpern und hoher Vorlauftemperatur. Hier gehört entweder ein Heizkörpertausch in den kritischen Räumen dazu oder die Hybridanlage aus Gas-Brennwert und Wärmepumpe.
Die dritte ist der Wohnblock im Nordend mit Zentralanlage. Steigstränge und Heizkörper liegen, getauscht werden Kessel, Speicher und Hydraulik, und die Entscheidung fällt in der Eigentümerversammlung oder bei der Genossenschaft.
Welche Systeme in Hennigsdorf sinnvoll sind
Im gedämmten Eigenheim die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Auf großen Grundstücken kommt die Erdwärmepumpe mit Bohrung in Betracht, die mehr kostet und im Winter gleichmäßiger läuft; die Bohrung wird bei der Wasserbehörde angezeigt und genehmigt. Im ungedämmten Haus die Hybridanlage oder die Wärmepumpe mit passend gewählten Heizkörpern. Wo Gas liegt und schnell Ersatz gebraucht wird, der Brennwertkessel.
Photovoltaik passt auf die meisten Hennigsdorfer Dächer. Wie sie mit der Wärmepumpe zusammenspielt, steht unter Photovoltaik und Wärmepumpe.
Was es in Hennigsdorf kostet
| Aufgabe | Spanne, eingebaut und brutto |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe im Eigenheim | 25.000 bis 45.000 € |
| Erdwärmepumpe mit Bohrung | 35.000 bis 55.000 € |
| Gas-Brennwertkessel als Ersatz | 9.000 bis 16.000 € |
| Hybridanlage aus Gas und Wärmepumpe | 20.000 bis 32.000 € |
| Zentralanlage im Wohnblock | ab 16.000 € |
| Öltank stilllegen, reinigen, entsorgen | 1.500 bis 4.000 € |
Erfahrungswerte, keine Angebote. Was für Ihr Haus gilt, steht nach dem Termin im Keller als Festpreis im Angebot, getrennt nach Gerät, Material und Arbeit.
Zuschuss für die Wärmepumpe in Hennigsdorf
Für die Wärmepumpe gibt es eine Förderung der KfW, die nach heutigem Stand bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen kann: Grundförderung, ein Bonus für die schnelle Ablösung einer alten Öl- oder Gasheizung und ein Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer. Sie gilt bundesweit und damit in Brandenburg wie in Berlin. Gestellt wird der Antrag für die Wärmepumpe vor der Auftragserteilung. Kommt er später, ist die Förderung verloren, und daran ändert auch ein Widerruf des Auftrags nichts.
Ablauf und Zeitplan
Beim Brennwertkessel liegen zwischen Anruf und Einbau meist zwei bis vier Wochen, bei der Wärmepumpe acht bis zwölf, bei einer Erdwärmepumpe mit Bohrung zwölf bis sechzehn. Für den Termin berechnen wir nichts. Das Angebot kommt schriftlich, mit Festpreis, und die Entscheidung liegt danach bei Ihnen. Den Ablauf Woche für Woche zeigt Ablauf des Heizungstauschs.
Einsatzgebiet: Hennigsdorf und die Nachbarn
Gebaut wird in ganz Hennigsdorf, von Nieder Neuendorf über die Stadtmitte bis Stolpe. In der Nachbarschaft arbeiten wir in Spandau, in Reinickendorf und in Falkensee.